Österreich-Gegner Nordmazedonien erstmals bei EM dabei

Nordmazedonien qualifizierte sich am Donnerstagabend nach einem 1:0 (0:0) im Play-off-Finale gegen Georgien erstmals für ein Großturnier. Die ÖFB-Elf traf bereits in der EM-Qualifikation auf die Balkan-Kicker. Auch Ungarn, Schottland und die Slowakei haben sich qualifiziert.

Nordmazedonien qualifizierte sich erstmals für ein Großturnier.
© VANO SHLAMOV

Wien – Nordmazedoniens Fußball-Nationalteam hat sich erstmals in der Geschichte für ein Großturnier qualifiziert und trifft bei der EM-Endrunde im kommenden Jahr auch auf Österreich. Beim 1:0 (0:0) im Play-off-Finale in Georgien wurde Altstar Goran Pandev am Donnerstagabend der strahlende Held. Der 37-jährige Rekord-Internationale seiner Heimat erzielte vor leeren Rängen in Tiflis in der 56. Minute den entscheidenden Treffer.

Bei der EM trifft Nordmazedonien in der Gruppe C auf Österreich, die Niederlande und die Ukraine. Die erste Partie bestreiten Pandev und Co. dabei gemäß der Auslosung am 13. Juni in Bukarest gegen die Österreicher. Man kennt einander jedenfalls. Die beiden Auswahlen trafen erst in der Gruppenphase der EM-Qualifikation aufeinander. Einem 4:1 in Skopje folgte vor fast exakt einem Jahr im November 2019 in Wien ein 2:1-Sieg der ÖFB-Elf. Es war die bisher letzte Niederlage der nun sieben Spiele ungeschlagenen Nordmazedonier.

Pandev (r.) schoss Nordmazedonien in die EM-Endrunde.
© VANO SHLAMOV

In der leeren Boris Paichadze Dinamo Arena entfaltete sich das erwartet ausgeglichene Spiel, in dem die leicht favorisierten Georgier nach 20 Minuten die kreativere Mannschaft waren und auch zu Möglichkeiten kamen. Bei der besten schoss Tornike Okriashvili nach einer halben Stunde am Kreuzeck vorbei. Die Hausherren mussten vor allem in der Offensive wichtige Spieler vorgeben. Sturm-Graz-Profi Otar Kiteishvili fehlte ebenso verletzt wie Giorgi Chakvetadze (Gent) oder der Ex-Rapidler Giorgi Kvilitaia.

Nordmazedoniens Teamchef Igor Angelovski (44 Jahre) musste auf seinen ebenfalls verletzten Spielmacher Enis Bardhi (Levante) verzichten. Dafür war Eljif Elmas nach einer Corona-Erkrankung wieder dabei. Der Napoli-Profi erwies sich als Wegbereiter des entscheidenden Tores. Nach einem Solo des Offensivmannes brachte Ilija Nestorovski Altstar Pandev ins Spiel, der die schnelle Kombination alleine vor Georgiens Schlussmann abgebrüht verwertete.

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Für Pandev, der lange Zeit in Italien für die Spitzenclubs Inter Mailand, Lazio Rom oder Napoli spielte und nun für den FC Genoa stürmt, war es das 36. Tor im 114. Länderspieleinsatz. Nestorovski hätte eine Viertelstunde später noch nachlegen können, agierte aber zu kompliziert. Am Spielstand sollte sich aber nichts mehr ändern, weil die Georgier ohne Wirkung anrannten.

Nordmazedoniens Aufstieg geht damit weiter. Der 65. im FIFA-Ranking hat sich in den vergangenen Jahren aus den Tiefen des europäischen Fußballs nach oben gearbeitet. In der EM-Qualifikation landete die Mannschaft in der Österreich-Gruppe am Ende auf Platz drei, noch vor Slowenien und Israel. Dabei waren die Nordmazedonier bei der Auslosung aus dem fünften und vorletzten Topf gezogen worden.

Den Platz im Play-off hatte sie sich in seiner Nations-League-Gruppe mit Armenien, Gibraltar und Liechtenstein in Liga D gesichert. Im Halbfinale wurde der Kosovo mit 2:1 besiegt. Nordmazedonien ist seit 1994 nach der Abspaltung von Jugoslawien Mitglied der FIFA und der UEFA. Der ursprünglich als Mazedonien gegründete Balkanstaat änderte seinen Namen im Frühjahr 2019 und beendete damit einen Namensstreit mit Griechenland.

EM-Play-Off-Finale: Ergebnisse

Georgien - Nordmazedonien 0:1 (0:0). Tiflis, Tor: Pandev (56.)

Ungarn - Island 2:1 (0:1). Budapest, Tore: Nego (88.), Szoboszlai (92.) bzw. G. Sigurdsson (11.)

Nordirland - Slowakei 1:2 n.V. (1:1, 0:1). Belfast, Tore: Skriniar (88./Eigentor) bzw. Kucka (17.), Duris (110.)

Serbien - Schottland 1:1 n.V., 4:5 i.E. (1:1, 0:0). Belgrad, Tore: Jovic (90.) bzw. Christie (52.)

Auch Ungarn, Schottland und Slowakei dabei

Am Abend schoss dann Dominik Szoboszlai Ungarn zur EM. Der Salzburg-Profi traf im Play-off-Finale gegen Island in der 92. Minute zum Sieg für die Magyaren. Die Isländer lagen bis zur 88. Minute mit 1:0 voran, ehe die Hausherren die Partie zum 2:1-Sieg noch drehen konnten. Ungarn, mit Budapest Co-Gastgeber der EM, darf sich beim Turnier im kommenden Jahr damit in der topbesetzte Gruppe mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Ex-Weltmeister Deutschland messen.

Schottland ist erstmals seit der WM 1998 bei einer Endrunde dabei. In Belgrad setzten sich die Gäste mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen Serbien durch. Nach 120 Minuten war es 1:1 gestanden. Die Schotten werden sich bei der EM in der Gruppe mit England, Kroatien und Tschechien einreihen. Die Slowakei schaffte nach einem 2:1 nach Verlängerung in Nordirland den Sprung zur EM. Dort sind Polen, Spanien und Schweden die Gegner. Nordmazedonien hatte sich durch ein 1:0 (0:0) in Georgien in die Gruppe mit Österreich, den Niederlanden und der Ukraine gehievt.

Erstmals seit 62 Jahren hätten sich alle vier Teams von Großbritannien für ein Turnier qualifizieren können. Nordirland erlebte drei Tage vor dem Nations-League-Gastspielpiel in Wien gegen Österreich aber bittere Momente. Juraj Kucka schoss die Slowaken in Belfast in der 17. Minute voran, wobei er von einer misslungenen Kopfballrückgabe profitierte. Die Nordiren verstärkten zu Beginn der zweiten Halbzeit den Druck, erst die Schlussoffensive brachte jedoch den Ausgleich. Milan Skriniar (88.) lenkte den Ball ins eigene Tor. Kyle Lafferty traf noch in der regulären Spielzeit die Stange. In der Verlängerung erzielte Michal Duris in der 110. Minute schließlich das entscheidende Tor. (APA)

EM 2021: Alle Teilnehmer stehen fest

Gruppe A (in Rom und Baku): Italien, Schweiz, Türkei, Wales

Gruppe B (in Kopenhagen und St. Petersburg): Belgien, Russland, Dänemark, Finnland

Gruppe C (in Amsterdam und Bukarest): Ukraine, Niederlande, Österreich, Nordmazedonien

Gruppe D (in London und Glasgow): England, Kroatien, Tschechien, Schottland

Gruppe E (in Bilbao und Dublin): Spanien, Polen, Schweden, Slowakei

Gruppe F (in München und Budapest): Deutschland, Frankreich, Portugal, Ungarn


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