Vegane Burger auf dem Prüfstand: Nur vier von elf für "gut" befunden

Der Verein für Konsumenteninformation hat elf vegane Burger genauer unter die Lupe genommen. Während sie alle geschmacklich die Tester überzeugen konnten, blieben beim Nährwert und bei der Verarbeitung einige hinter den Erwartungen zurück.

Können vegane Burger den Originalen die Stirn bieten?
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Wien – Wer Burger liebt, aber seinen Fleischkonsum reduzieren möchte, hat schon seit Längerem die Möglichkeit, auf vegetarische oder vegane Burger-Patties zurückzugreifen. Bei den Produkten wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Sie sind in Konsistenz, Geruch und Geschmack ihrem fleischhaltigen Vorbild sehr ähnlich geworden. Das erhöht auch ihre Beliebtheit. In Deutschland hatte die fleischlose Variante im Jahre 2019 einen Marktanteil von rund 17 Prozent an einem Markt, der auf 48 Millionen Euro geschätzt wird.

Verkostung überzeugte Experten

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) ist in Kooperation mit der Arbeiterkammer Steiermark der Frage nachgegangen, wie gesund die fleischlosen Burger-Laibchen eigentlich sind und hat elf im Handel erhältliche vegane Burger-Patties untersucht. Bei der Expertenverkostung konnten alle Produkte überzeugen, doch bei der Nährwertqualität trennte sich die Spreu vom Weizen. Bei der Bewertung auf der Nutri-Score-Skala konnten drei Testkandidaten die Bestnote „A“ erringen, während vier Produkte sich mit der zweitschlechtesten Note „D“ zufriedengeben mussten, was dem Nährwert von normalen Fleisch-Patties entspricht.

Zudem mussten Produkte abgewertet werden, weil sich Mineralölrückstände oder gentechnisch verändertes Soja nachweisen ließ. Die ausführlichen Ergebnisse gibt es ab 19. November im Testmagazin Konsument und ab sofort auf www.konsument.at.

Nachhaltiger, aber auch hoch verarbeitet

„Was Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz betrifft, sind die veganen Burger-Patties gegenüber ihren fleischhaltigen Kollegen klar im Vorteil“, meint Birgit Beck, Projektleiterin beim VKI. „Auch bei der Nährstoffzusammensetzung liegen sie größtenteils vorn, auch weil der Fleischersatz Ballaststoffe enthält und cholesterinfrei ist. Aber man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass vegane Produkte, die ihren tierischen Pendants möglichst ähnlich sein sollen, hoch verarbeitete Lebensmittel sind. Das zeigt sich nicht nur an den gefundenen Mineralölrückständen, die durch Verunreinigungen im Produktions- und Verpackungsprozess entstehen“, erweitert Birgit Beck.

Die Expertin erklärt, dass stark verarbeitete Lebensmittel grundsätzlich nur in Maßen konsumiert werden sollten. „Auch die veganen Varianten können viel Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz enthalten. Vegane Vollwertkost sieht anders aus. Als gesündere Alternative sind wenig verarbeitete Lebensmittel wie Linsen, Erbsen, Bohnen oder Tofu und Tempeh auch den veganen Burgern vorzuziehen“.

Fazit eher durchwachsen

Im Gesamtergebnis wurden vier vegane Laibchen mit „gut“ bewertet, sechs mal wurde das Urteil „durchschnittlich“ vergeben und ein Produkt erhielt nur ein „wenig zufriedenstellend“, hauptsächlich wegen eines hohen Gehaltes an Mineralölrückständen. (APA, TT.com)


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