Frau in Innsbrucker Klinik mit Corona infiziert: „Muss meiner Verzweiflung Luft machen"

Die EDV-Managerin Mira (Name der Redaktion bekannt) musste nach einem Unfall an der Innsbrucker Universitätsklinik operiert werden. Jetzt ist sie mit dem Coronavirus infiziert und wartet auf das Ende der Quarantäne.

Die Innsbrucker Klinik.
© BAGNG

Innsbruck – „Ich fühle mich ohnmächtig, ich muss meiner Verzweiflung Luft machen", sagt Mira. „Du liegst in deinem Klinikbett, frisch operiert, kannst nicht aufstehen. Und dann passieren Dinge um dich herum, die du nicht mehr verstehst. Und keiner gibt dir Bescheid."

Schon Anfang November hat die junge Frau einen Unfall, sie stürzt mit ihrem Pferd, die Diagnose lautet: zertrümmertes Fersenbein. Zehn Tage wartet sie auf einen Operationstermin, schließlich, an einem Donnerstag, bekommt sie einen OP-Termin und bezieht ihr Zimmer auf der Unfallchirurgie. Vorher wird ein Covid-19-Test bei ihr durchgeführt, dieser ist negativ. „Es heißt, keine Sorge vor Corona in der Klinik, es gibt jede Menge Hygienemaßnahmen", sagt sie gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online.

Die OP verläuft gut, die junge Frau erholt sich am Zimmer mit drei weiteren Frauen. Mira denkt sich nichts weiter, am Montag soll sie entlassen werden. Eine ältere Dame bekommt Sauerstoff und hustet stark. Am Freitag verlässt eine Zimmerkollegin die Klinik, eine neue kommt ins Zimmer.

Auf eigenen Wunsch entlassen

Mira liegt in ihrem Bett, wird von Schwestern im Schutzanzug betreut. Schließlich wird es hektisch; alle Zimmerbewohner werden getestet. Alle bis auf eine sind Corona-positiv. Auch Mira ist infiziert. Beschwerden hat sie keine. „Und plötzlich hieß es, ich könnte die Klinik nicht wie geplant am Montag verlassen. Ich müsste 14 Tage auf die Corona-Station, auch ohne Symptome".

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Mira protestiert: „Die Ärzte und Pflegerinnen haben verstanden, warum ich nicht bleiben wollte. Ich kann doch kein Bett belegen, das jemand vielleicht wirklich braucht?" Und sie verstehe nicht, warum Pflegekräfte, die als Kontaktpersonen von Corona-positiven gelten, arbeiten müssen.

Stellungnahmen der Klinik Innsbruck

Johannes Schamberger, Sprecher der tirol-kliniken gmbh: „Dass in der derzeitigen Situation die Kommunikation mit den PatientInnen manchmal zu kurz kommt ist mir bewusst und es tut mir aufrichtig leid. Unsere MitarbeiterInnen stehen unter extremen Druck und versuchen nach Kräften für alle PatientInnen da zu sein. Dass ein Corona-Test im Laufe des Aufenthalts in der Klinik positiv ausgefallen ist kann, aber muss nicht zwangsläufig eine Infektion in der Klinik bedeuten."

Generell sei eine Ansteckung innerhalb der Krankenhäuser für die PatientInnen eher unwahrscheinlich, da natürlich besonders strenge Hygienemaßnahmen gelten würden.

Sie unterschreibt schließlich, die Klinik auf eigene Verantwortung zu verlassen: „Ich denke das Personal macht seinen Job super. Und sie wissen um die Gefahr sich zu infizieren." (ver)


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