Jede neunte Corona-Infektion trifft Kinder oder Jugendliche

Laut Unicef hat die Pandemie vor allem langfristige Auswirkungen auf Bildung, Ernährung und Wohlbefinden einer ganzen Generation von Kindern und jungen Menschen.

(Symbolbild)
© pixabay

Wien – Anfang November sind elf Prozent der zu diesem Zeitpunkt 25,7 Millionen Corona-Infektionen auf Kinder und Heranwachsende unter 20 Jahren entfallen. Das geht, wie Unicef berichtete, aus einer Auswertung von Daten aus 87 Ländern hervor, für die entsprechende Informationen vorliegen. Jede neunte Covid-19-Infektion betrifft damit ein Kind oder einen Jugendlichen. Die UN-Organisation rief dazu auf, "eine verlorene Covid-19-Generation verhindern".

In dem Report "Averting a Lost Covid Generation" dokumentiert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die schweren Konsequenzen der sich weiter ausbreitenden Pandemie für Minderjährige weltweit. Die langfristigen Auswirkungen auf Bildung, Ernährung und Wohlbefinden einer ganzen Generation von Kindern und jungen Menschen könnten deren ganzes Leben nachhaltig prägen.

"Kinder können erkranken und das Virus verbreiten. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs der Pandemie", betonte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. "Die Unterbrechung lebenswichtiger Hilfen und Dienstleistungen sowie steigende Armutsraten sind die größten Bedrohungen für Kinder. Je länger die Krise andauert, so gravierender sind ihre Auswirkungen auf Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden der Kinder."

Wegen Angst vor Ansteckung Rückgang medizinischer Versorgung

Es gebe "starke Belege" dafür, dass bei Beachtung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen die Vorteile, Schulen geöffnet zu halten, die Kosten von Schulschließungen überwiegen, so der Unicef-Bericht. "Schulen sind nicht die Haupttreiber der Verbreitung des Virus in Gemeinschaften."

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Die Unterbrechung lebensnotwendiger Gesundheitsversorgung und sozialer Dienste für Kinder stellen die schwerste Bedrohung für diese dar. In rund einem Drittel von 140 Ländern gab es laut Unicef-Daten einen Rückgang bei der Zahl der Kinder, die mit medizinischen Maßnahmen – wie Routineimpfungen, ambulanter Behandlung von ansteckenden Infektionskrankheiten – sowie durch Betreuungsangebote vor, während und nach der Geburt erreicht werden. Hauptgrund ist die Angst vor Ansteckung.

Ende Oktober erhielten immer noch 265 Millionen Mädchen und Buben keine Schulspeisungen. Über 250 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren bekommen keine lebenswichtigen Vitamin-A-Tabletten. Im November 2020 sind 572 Millionen Kinder von landesweiten Schulschließungen betroffen, das sind 33 Prozent aller Schüler und Schülerinnen weltweit.

Durch die Unterbrechung lebenswichtiger Dienstleistungen und zunehmender Mangelernährung könnten in den kommenden zwölf Monaten zwei Millionen Kinder zusätzlich sterben und die Zahl der Totgeburten um 200.000 zunehmen, warnte Unicef. Weltweit sind bis Mitte des Jahres schätzungsweise 150 Millionen Kinder zusätzlich in mehrdimensionale Armut gerutscht – ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

"Am internationalen Tag der Kinderrechte rufen wir dazu auf, Kindern zuzuhören und ihren Bedürfnissen Vorrang einzuräumen", sagte Fore. "Wenn wir an die Zukunft denken und nach vorne schauen in eine Welt nach der Pandemie, müssen wir als erstes an die Kinder denken." (APA)


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