Kleine Christkindlmärkte in Innsbruck abgesagt, Debatte um Prinzip Hoffnung

Auf der Hungerburg, am Bergisel und in Wilten wird es heuer keinen Christkindlmarkt geben. Ganz will der Innsbrucker Gemeinderat die Hoffnung auf die Bergweihnacht in der Innen- und Altstadt noch nicht aufgeben.

Zwei Jahre ist das Bild vom Christkindlmarkt
© TVB Innsbruck/ Lackner

Innsbruck – Auf der Hungerburg, am Bergisel und in Wilten wird es heuer keinen Christkindlmarkt geben. Das haben die Veranstalter bekannt gegeben. Die Märkte in der Maria-Theresien-Straße und der Altstadt sowie am Marktplatz will man indes noch nicht aufgeben. Der Innsbrucker Gemeinde­rat hat jedenfalls am Donnerstag eine Ausfallshaftung bis maximal 200.000 Euro für die Innsbrucker Bergweihnacht sowie einen Verzicht auf das Grundüberlassungsentgelt beschlossen.

Bürgermeister Georg Willi (Grüne) hat nach wie vor die Hoffnung, dass „wir ab 7. Dezember doch noch einen Weihnachtsmarkt, wenn auch in abgeschlankter Version bekommen können“. Das sei nicht nur für die Stimmung innerhalb der Bevölkerung wichtig, sondern auch für die Wirtschaft. Die Covid-Zahlen in Innsbruck seien rückläufig, Willi sieht die Landeshauptstadt auf „einem guten Weg“.

Vizebürgermeister Johannes Anzengruber ließ per Aussendung wissen: „Wir bündeln jetzt alle Kräfte, um für unsere Bürger und alle Menschen, die nach Innsbruck kommen, eine besinnliche Weihnachtsstimmung zu zaubern. Das Jahr hat uns allen sehr viel abverlangt. Umso mehr soll sich der Jahresausklang friedlich und stimmungsvoll zeigen, wenn man durch die Stadt spaziert und im stationären Handel seine Weihnachtseinkäufe tätigt." Weihnachtsbeleuchtung, Dekorationen und viele Weihnachtsbäume aus dem städtischen Wald sollen für Adventsflair in der Innenstadt sorgen.

Heftige Kritik von der SPÖ

Auch ÖVP, FPÖ und Für Innsbruck wollen den Christkindlmarkt für die heurige Saison noch nicht abschreiben und wollen der Bevölkerung und den Unternehmern Hoffnung geben.

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Das stößt bei der SPÖ auf heftige Kritik. Angesichts voller Intensivstationen und der steigenden Zahl an Corona-Toten in ganz Österreich kann es SPÖ-Stadtparteiobmann Benjamin Plach nicht fassen, „dass wir jetzt darüber reden, dass die Corona-Kurve abflacht. Es kann nicht sein, dass wir hier Hoffnung schaffen, wo leider keine ist.“ Auch die SPÖ wünsche sich einen Christkindlmarkt, aber „das wird es heue­r nicht spielen, so ehrlich müssen wir sein“, sagt Plach. Parteikollegin Irene Heisz hält „das verzweifelte Festhalten am Christkindlmarkt für Verweigerung der Realität“. Die SPÖ stimmte deshalb der Ausfallshaftung nicht zu. (TT)


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