Knapp 104.000 Tests am ersten Tag: Enormer Zustrom bei Massentest in Südtirol

„Südtirol testet" – und schon zu Beginn bildeten sich Freitagfrüh in manchen Gemeinden vor den Teststationen Schlangen. Die Massentests sind für das ganze Wochenende angesetzt.

Turnhallen wurden zu Teststationen umfunktioniert. Auch die Südtiroler Feuerwehren unterstützten beim Ablauf.
© Landesfeuerwehrverband Südtirol

Bozen – Der auf drei Tage anberaumte Covid-Massentest in Südtirol ist am Freitag „erfolgreich angelaufen“, sagte der dortige Gesundheitslandesrat Thomas Widmann (SVP) bei einer Pressekonferenz in Bozen. Der Plan der Landesregierung in der autonomen Provinz ist es, an diesem Wochenende rund 350.000 Menschen einem Corona-Antigen-Test zu unterziehen. 103.580 Südtiroler ließen sich allein am Freitag (Stand 20 Uhr) testen. 1,5 Prozent davon (1572) erhielten ein positives Ergebnis.

„Es ist sehr geregelt und diszipliniert abgelaufen“, schilderte Widmann das Prozedere, von dem er sich selbst am Vormittag bei einer Teststraße in Bozen ein Bild gemacht hat. „Wir haben den Eindruck, dass der Zuspruch ein sehr starker ist.“ Die über 103.000 Männer und Frauen, die bereits an der Aktion teilgenommen haben, bedeuten „eine große Zahl, die wir uns nicht in diesem Ausmaß erwartet hätten“. Das Interesse an diesem „Südtiroler Projekt“, wie es der Gesundheitslandesrat betitelte, sei groß. Zahlreiche italienische Regionen, aber auch andere Länder hätten sich darüber informiert „wie wir dieses Mammutprogramm abwickel­n.“

📽️ Video | Südtiroler sind fleißige Tester

Getestet wurde am Freitag an insgesamt 184 Standorten in ganz Südtirol, erklärte der Leiter der Aktion, Patrick Franzoni. „Rund 700 Pfleger, Ärzte und auch Verwaltungspersonal waren von den frühen Morgenstunden an im Einsatz.“ Bei der Übermittlung der Testergebnisse habe es in wenigen Fällen Verzögerungen gegeben, ansonsten sei alles aber reibungslos abgelaufen.

Franzoni lobte besonders, „dass viele Familien vollzählig gekommen sind. Das ist gut, weil sonst immer noch die Gefahr besteht, dass einer davon positiv ist und das Virus damit weitergibt.“ Zu weiterer Vorsicht rief indes Gesundheitslandesrat Widmann auf. Wer ein negatives Testergebnis erhalten habe, solle das nicht als „Freibrief“ sehen, sondern weiter die Hygieneregeln befolgen.

Samstag und Sonntag läuft der Massentest in Südtirol noch. Mit einem ersten vorläufigen Endergebnis ist für Sonntagabend zu rechnen. (bfk)

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