Tipps für den Lockdown: Mit der Kochbox einmal anders kochen

Der neuerliche Lockdown bringt wieder Ausgangsbeschränkungen mit sich. Und damit die Herausforderung, sich zuhause zu beschäftigen. Eine Idee sind dabei Kochboxen, mit denen man sich kulinarisch austoben kann. Wir haben das für euch getestet.

Im Idealfall schaut das Endergebnis dann so aus: Das ist ein cremiges indisches Curry mit Pute und Kichererbsen.
© Marley Spoon

Von Matthias Sauermann

Innsbruck – Wieder darf man die eigenen vier Wände nur aus den vier bekannten Gründen verlassen. Drastisch reduzierte Kontakte sollen die Verbreitung des Coronavirus eindämmen. Für die Österreicher und in Österreich lebenden Menschen bedeutet das: Kreativ werden, um sich möglichst gut zuhause zu beschäftigen.

Eine Idee dabei ist, sich in der Küche mal so richtig auszutoben. Essen muss man immerhin immer – und wenn vieles andere in der Freizeit nicht mehr möglich ist, dann gewinnt das Dinieren noch einmal an besonderer Bedeutung.

Nun gibt es viele, die sich für zu wenig geschickt in der Küche halten, um ausgefallene Mahlzeiten zuzubereiten. Denen die Ideen fehlen, was man denn so kredenzen könnte. Oder Menschen, die aufgrund einer verhängten Quarantäne gar nicht aus dem Haus dürfen und sich so schwer mit dem Beschaffen der Zutaten tun. Eine mögliche Lösung dafür sind Kochboxen. Entwickelt wurde diese Idee eigentlich für Menschen, die berufstätig sind, deshalb wenig Zeit zum Einkaufen haben und dennoch aufs Kochen nicht verzichten wollen. In Corona-Zeiten erleben die Kochboxen nun einen neuen Aufschwung.

💡 Die Idee: Einkauf und Rezepte vor der Wohnungstür

▶️ Dahinter steht ein simples Konzept: Man bekommt in einem Paket sämtliche Zutaten für die Gerichte und die dazugehörigen Rezepte nach Hause geliefert. Der Einkauf entfällt also, zudem wird nichts davon schlecht - weil die Zutaten schon exakt portioniert sind.

▶️ Verbunden damit ist auch ein Umweltgedanke. Lebensmittelverschwendung soll der Kampf angesagt werden. Die Kehrseite davon ist, dass viel Verpackung anfällt. Die Anbieter versuchen das auszugleichen, indem nach Möglichkeit nur Papier bzw. Karton verwendet wird. Und Kühlelemente entweder wiederverwendbar sind, oder zweckentfremdet werden können – zum Beispiel um die Pflanzen zu gießen.

▶️ Die Rezepte sind einfach gestaltet, jeder Schritt wird einzeln erklärt und mit Fotos untermalt. Das bietet Anfängern den Vorteil, an die Hand genommen zu werden. Und Fortgeschrittene können sich bei den Rezepten neue Ideen holen.

✅ Die Ausführung: Wie es funktioniert

1️⃣ Erst gilt es, sich für einen Anbieter zu entscheiden. Mittlerweile sind mehrere Unternehmen auf den Trend aufgesprungen. Bekannte Alternativen sind "Marley Spoon" oder "Hello Fresh".

2️⃣ Bei der ersten Bestellung entscheidet man sich dafür, wie viele Gerichte für wie viele Personen man in der ersten Woche erhalten möchte. Je nachdem wird das Paket dann befüllt und die Zutaten portioniert.

❗️ Tipp

Bei der ersten Bestellung gewähren die meisten Anbieter einen Rabatt. Wenn man auf den Geschmack gekommen ist, kann man auch Freunde werben, indem man ihnen einen Link schickt. Dann bekommen die Freunde einen Rabatt – und auch man selbst erhält einen Bonus.

3️⃣ Dann wählt man seine Vorlieben aus: Fleisch, Fisch, Vegetarisch, Vegan? Dementsprechend werden Empfehlungen ausgewählt. Hat man sich für drei Gerichte entschieden, werden diese entsprechend der Vorlieben vorselektiert.

4️⃣ Wer mitreden möchte, was er geliefert bekommt, kann die Bestellung dann aber noch anpassen und zwischen den für diese Woche verfügbaren Rezepten wählen. Das ist in unseren Augen der eigentliche Trumpf der Kochboxen: Die Auswahl bringt Ideen mit sich, auf die man sonst nicht gekommen wäre. Wer einmal etwas anderes kochen will, ist hier genau richtig.

5️⃣ Hat man sich entschieden, ist die Bestellung fertig – und man bekommt das Paket zum gewählten Termin geliefert.

❗️ Tipp

Wer eine Kochbox bestellt, schließt automatisch ein Abo ab. Man kann die Kochbox zwar nach Belieben in einer Woche abbestellen, aussetzen oder gleich ganz kündigen – aber durch die Vorlaufzeit hat man eine Frist.

Um nicht eine Kochbox geliefert zu bekommen, wenn man gar keine will, sollte man die Kündigungsfrist im Auge behalten. In unserem Test konnten wir etwas mehr als eine Woche vor der Lieferung noch die Bestellung anpassen.

📦 Die Lieferung: Wenn das Paket zuhause ankommt

Zum gewünschten Termin klingelt es an der Haustür und die Lieferung kommt fixfertig an. Sollte man nicht zuhause sein, wird die Kochbox etwa beim Postkasten abgestellt. In unserem Test hat das gut funktioniert. Die Zutaten, die gekühlt werden müssen, waren in einer separaten Tasche mit Isolierung im Paket, zusammen mit einem Kühlelement. Auch wenn das Paket also ein wenig auf den Abnehmer warten muss, wird noch nicht gleich alles schlecht. Der Vorteil in der Lockdown-Zeit: Viel mehr Menschen werden derzeit wegen Home-Office zuhause sein und das Paket so eher in Empfang nehmen können.

▶️ Die Zutaten für die einzelnen Mahlzeiten sind dann in separaten Papiersäckchen verstaut und können so in den Kühlschrank gestellt werden.

▶️ Die Rezepte sind auf Karten aufgedruckt und so wie die Säckchen mit Nummern versehen. So hat man die Zutaten für jedes Gericht sofort griffbereit.

Die Rezepte sind auf Karten aufgedruckt. Vorne ein Foto, hinten die Beschreibung.
© TT/Sauermann

▶️ Sollte es ratsam sein, aufgrund der Haltbarkeit bestimmte Rezepte vor den anderen zu kochen, ist das vermerkt.

Die einzelnen Schritte sind einfach beschrieben und mit Fotos ergänzt.
© TT/Sauermann

▶️ Und dann gilt es eigentlich nur noch: Draufloskochen, dabei lernen und Spaß haben. Perfekt musikalisch untermalen lassen kann man sich das übrigens bei bekannten Streaminganbietern oder auch kostenlosen Video-Sharing-Plattformen. Sie alle bieten unzählige Playlists als Kochbegleitung an.

Auch wenn es nicht ganz so elegant aussieht wie auf diesem Foto: Die Kochboxen machen einen guten Eindruck.
© Hello Fresh/Dinham

Fazit: Guter Eindruck mit kleinen Schwächen

Wir haben die Kochbox an zwei verschiedenen Zeitpunkten mit zwei verschiedenen Anbietern getestet.

🟢 Das Konzept an sich hat uns auf voller Linie überzeugt. Viele Hobby-Köche, die nicht dauernd in der Küche stehen, leiden darunter, dass in großen Mengen gekaufte Lebensmittel zumindest teilweise schlecht werden. Das Wegschmeißen tut weh und ist vermeidbar – wie man hier sieht.

🟢 Auch überzeugt, dass die angebotenen Gerichte den Horizont, was gekocht werden kann, erweitert. Auf viele Rezepte, die wir während unseres Tests gestoßen sind, wären wir sonst nicht gekommen. Und die meisten waren ausgesprochen gelungen. Wenn man ausgefallene Rezepte kocht, hat man hier auch den Vorteil, dass die genau passenden Zutaten geliefert bekommt. Wie oft hat man schon eine Rezeptidee verworfen, weil dafür beispielsweise ein ganz spezielles Gewürz vonnöten wäre und man sich dachte: Nur für dieses eine Rezept kaufe ich keine ganze Packung dieses Gewürzes? Solchen Problemen entgeht man hier.

🟢 Was wir uns auch angewöhnt haben, ist, die Rezeptkarten aufzubewahren. Auch wenn man dann irgendwann entscheidet, den Kochboxen aus welchem Grund auch immer den Rücken zuzukehren, kann man sich so einen schönen Stock an Rezepten aufbauen, die man jederzeit nachkaufen und nachkochen kann.

🔴 Der größte Nachteil ist für uns der Preis. Rechnet man die Kosten zusammen, ist ein Einkauf im Supermarkt sicher um einiges billiger. Vor allem wenn man den anfänglichen Rabatt dann nicht mehr bekommt. Ob es einem das wert ist, wenn man die gleichzeitigen Vorteile in Betracht zieht, muss jeder selbst entscheiden.

🔴 Auch ist für viele gerade in der Lockdown-Zeit, wo man so viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, der Einkauf im Lebensmittelladen eines der absoluten Highlights der Woche. In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen wollen viele vielleicht nicht, dass einem dieser Einkauf abgenommen wird. Andere wiederum freuen sich, sich keinem Risiko aussetzen zu müssen.

➡️ Unsere Empfehlung lautet deshalb: Einfach mal eine Woche lang zu einem vergleichsweise niedrigen Preis ausprobieren, die Kündigungsfrist im Auge behalten, und dann entscheiden, ob man das wiederholen möchte. Probieren geht bekanntlich über Studieren.


Kommentieren


Schlagworte