Tirol im zweiten Lockdown: Polizei zieht positive Bilanz nach erster Woche

Im Großen und Ganzen sind die Tiroler ausgesprochen diszipliniert: 49 Anzeigen wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkungen erstatte die Tiroler Polizei in der ersten Woche des neuen Lockdowns.

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Die Tiroler Polizei zog nach der ersten Lockdown-Woche eine positive Bilanz.
© Rudy De Moor

Innsbruck – Die meisten Tiroler halten sich an die Lockdown-Regeln: Das ist das positive Fazit der Polizei nach einer Woche verschärfter Ausgangsbeschränkungen. Zwar seien deutlich mehr Menschen – mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß – auf den Straßen unterwegs als im Frühjahr. Aber das sei auf die unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen für das Verlassen des eigenen Wohnbereichs zurückzuführen, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

Mitunter seien – trotz Aufklärung und auch Ermahnungen – Anzeigen aber unausweichlich. Seit vergangenen Dienstag erstatteten die Tiroler Polizeibeamten 41 Anzeigen wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkungen. Weitere 79 Anzeigen und 31 Organmandate wurden wegen anderer Übertretungen nach den geltenden Covid-Verordnungen erstattet – zum Beispiel wenn keine Maske getragen oder der Abstand nicht eingehalten wurde. "Auch wenn augenscheinlich viel mehr Menschen im öffentlichen Raum unterwegs sind als während des ersten Lockdowns, verlaufen die polizeilichen Kontrollen anstandslos und ruhig", sagt Polizeidirektor Edelbert Kohler.

Anzeige nach Besuch bei der Freundin trotz Quarantäne

2033 Lokale und Co. wurden von der Polizei in ganz Tirol überprüft und 11.478 Mal die Einhaltung der Quarantäne überprüft. Zumeist seien die Kontrollen problemlos verlaufen. Hin und wieder wurden die Beamten zu vermeintlichen Partys gerufen, bei denen es sich doch meist nur um zu laute Musik oder ähnliche "Lärmerregung" handelte.

In Osttirol besuchte ein positiv Getesteter trotz aufrechtem Absonderungsbescheid seine Freundin in ihrer Wohnung. Den Mann erwartet nun unter anderem eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

Der Sonnenschein der vergangen Tage lockte auch viele hinaus an die frische Luft – zum Laufen, Wandern oder Spazierengehen. Teilweise seien Parkplätze sehr voll gewesen. Und auch auf den Wegen sei viel los gewesen. Hier setze die Polizei auf die Eigenverantwortung und die Vernunft der Menschen.

"Ich möchte mich ausdrücklich bei der Bevölkerung für ihr Verständnis und ihr diszipliniertes Verhalten in diesen für uns alle fordernden Zeiten bedanken", sagt Kohler. (TT.com)


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