Mauern keine Option: Salzburg sucht gegen die Bayern Heil in der Offensive

Das Champions-League-„Rückspiel“ bei Titelverteidiger Bayern München stellt für Salzburg heute (21 Uhr) eine große Bewährungsprobe dar. Denn das offensive System der Bullen muss auch defensiv funktionieren.

Einer alleine wird gegen Robert Lewandowski (M.) nicht reichen – André Ramalho (l.) und Rasmus Kristensen müssen gegen den Bayern-Torjäger gemeinsame Sache machen.
© gepa

München – Es bleibt abzuwarten, ob das Wiedersehen mit den Bayern den Salzburgern, die erstmals in der Königsklasse mit dem Bus anreisten, heute Freude bereitet. Im Hinspiel schlugen sich die Mozartstädter beim 2:6 zwar lange Zeit mehr als beachtlich, im Finish – vier Gegentore von Minute 79 an – brachen aber alle Dämme. Dass man in veränderter Besetzung und nach der Länderspielpause den Wiedereinstieg in die Bundesliga mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Sturm vermasselte, nährte auch nicht gerade die Zuversicht, sondern eher die Ansicht, dass die Bullen hinten verwundbar sind.

„Wir wollen die positiven Erfahrungen des Hinspiels – und das waren gar nicht so wenige – mitnehmen und auch diesmal wieder frech und aggressiv nach vorne spielen. Das ist einfach unser Stil“, wird Salzburgs Mittelfeldmotor Mohamed Camara in der Clubaussendung zitiert: „Wir wissen aber alle, dass wir gegen Bayern eine absolute Top-Leistung brauchen, um etwas Zählbares mitnehmen zu können.“

Für Catenaccio bräuchte es neue Club-Philosophie

Salzburg kann „stilistisch“ nicht Bremen kopieren. Eine defensive Werder-Elf holte am Samstag ja ein 1:1-Ligaremis in München. „Werder hat das sehr gut gemacht, aber das ist nicht unsere Art, Fußball zu spielen. Unsere Stärke ist die Offensive“, macht Maximilian Wöber keinen Hehl daraus, dass die DNA der Bullen darin liegt, nach vorne zu attackieren. Für ein „Catenaccio“ in München müsste Österreichs Serienmeister nicht nur sein Ausbildungskonzept, sondern wohl auch das Scouting-System ändern. Daran ist nicht zu denken. Und außerdem sollte kein fußballbegeisterter Österreicher darauf vergessen, welch große Spiele Salzburg in der Champions League (z. B. das Gruppen-Endspiel in der Vorsaison gegen Liverpool) oder in der Europa League (2018/19 ging’s bis ins Halbfinale) geliefert hat.

⚽ Champions League - Spiele am Mittwoch

Gruppe A

  • 21:00 Uhr: Bayern München - Red Bull Salzburg (Sky)
  • 21:00 Uhr: Atletico Madrid - Lok Moskau (DAZN)

Gruppe B

  • 18:55 Uhr: Mönchengladbach - Schachtar Donezk (DAZN)
  • 21:00 Uhr: Inter Mailand - Real Madrid (DAZN)

Gruppe C

  • 18:55 Uhr: Olympiakos Piräus - Manchester City (DAZN)
  • 21:00 Uhr: Olympique Marseille - FC Porto (DAZN)

Gruppe D

  • 21:00 Uhr: Ajax Amsterdam - Midtjylland (DAZN)
  • 21:00 Uhr: Liverpool - Atalanta Bergamo (DAZN)

Das offensive System der Salzburger muss heute auch defensiv funktionieren. Denn Schwächen bei Standardsituationen wie in Gegenstößen sind gegen die Torfabrik aus München, die ebenso mit Ausfällen (u. a. Kimmich, Tolisso, Davies, Süle/Trainingsrückstand) kämpft, fatal.

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Die Bayern können bereits heute das Achtelfinalticket buchen und sind mit 14 Siegen in Serie neuer Rekordhalter in der Champions League. Torjäger Robert Lewandowski fehlt nur noch ein Tor, um mit Real-Legende Raul (71 Treffer) gleichzuziehen. Dann hätte der 32-jährige Pole nur noch Cristiano Ronaldo (131) und Lionel Messi (118) vor sich.

Bayern-Coach Hansi Flick bekundete nach dem Hinspiel seinen Respekt: „Salzburg ist ein unbequemer Gegner. Eine Mannschaft, die den Gegner sehr, sehr gut unter Druck setzen kann und auch im Ballbesitz sehr gute Lösungen hat.“ Vielleicht lassen sich so in der ersatzgeschwächten Münchner Defensive Nadelstiche setzen. Aber wie schon gesagt: Wer sogar in der Allianz Arena offensiv denkt, muss auch defensiv im Rekordtempo umschalten. (lex)


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