Opioid-Verfahren: Konzern Purdue Pharma gestand Schuld ein

Dem Pharmahersteller Purdue Pharma wird unter anderem vorgeworfen, Suchtgefahren des Schmerzmittels Oxycontin verschleiert und damit zur Opioid-Krise in den USA beigetragen zu haben. Der Konzern gab nun ein Schuldgeständnis ab.

Opioide sollen in den USA zu mehr als 450.000 Toten durch Überdosierung geführt haben.
© stevepb/pixabay

Newark (New Jersey) – Der Schmerzmittel-Hersteller Purdue Pharma hat sich wegen Verstößen gegen mehrere US-Bundesgesetze schuldig bekannt, darunter wegen Verschwörung zum Betrug. Das Unternehmen habe am Dienstag (Ortszeit) vor einem Bundesgericht in Newark im US-Staat New Jersey in drei Punkten seine Schuld eingestanden, teilte das US-Justizministerium mit. Gegen Purdue Pharma laufen wegen des süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin Tausende Klagen.

Suchtgefahren angeblich verschleiert

Dem US-Konzern wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung von Suchtgefahren vermarktet zu haben. Damit wurde aus Sicht der Kläger eine Basis für die Opioid-Epidemie in den USA gelegt, die nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC seit der Jahrtausendwende zu mehr als 450.000 Toten durch Überdosierungen führte und weiterhin in vielen Gegenden großes Unheil bereitet.

Mit dem Schuldeingeständnis habe Purdue zugegeben, seine gefährlichen Opioid-Produkte vermarktet und verkauft zu haben, obwohl es Grund zu der Annahme gab, dass sie durch Anbieter an Drogenabhängige gelangen würden, sagte Staatsanwältin Rachael Honig. Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel – wie etwa Oxycontin – mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften.

„Höchste Strafe" für Pharmahersteller

Nach Angaben des Justizministeriums stimmte Purdue im Rahmen der Vereinbarung auch den „höchsten Strafen" zu, die jemals gegen einen Pharmahersteller verhängt worden seien. Die verhängten Strafen summierten sich demnach auf insgesamt mehr als 8,3 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa sieben Milliarden Euro).

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Zudem sollen Mitglieder der Eigentümerfamilie Sackler 225 Millionen Dollar zahlen. Allerdings wurde damit gerechnet, dass der tatsächlich gezahlte Betrag aufgrund der Insolvenzanmeldung des Konzerns 2019 deutlich geringer ausfallen wird, wie das „Wall Street Journal" schrieb.


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