Mindestens sieben Migranten bei Bootsunglück vor Lanzarote ertrunken

Ein Bootsunglück an der Küste Spaniens forderte mindestens sieben Leben. Das Boot der Migranten zerschellte an der felsigen Küste. Weiterhin wird nach Opfern gesucht.

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Symbolbild.
© AFP

Las Palmas, Madrid – Beim Untergang eines Holzbootes mit Migranten aus Nordafrika sind an der Küste der zu Spanien gehörenden Kanaren-Insel Lanzarote mindestens sieben Menschen ertrunken. Die mindestens 35 Menschen an Bord hatten ihr Ziel fast erreicht. Bei erheblichem Wellengang kollidierte ihr Boot in der Nacht mit der felsigen Küste in der Nähe des Ortes Órzola an der Nordspitze der Insel und kenterte, wie die Zeitung Canarias7 am Mittwoch berichtete.

Suchaktion nach Vermissten

28 junge Männer hätten gerettet werden können. Es werde aber befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte, weil Überlebende von Vermissten berichtet hätten. Zahlreiche Helfer sowie ein Hubschrauber der Seenotrettung und eine Drohne der Polizei seien an der Such- und Rettungsaktion beteiligt gewesen.

Die Kanarischen Inseln, zu denen unter anderem auch Gran Canaria und Teneriffa gehören, liegen im Atlantik vor der Westküste Nordafrikas. Die Fahrt über das offene Meer gilt als die gefährlichste, aber auch am wenigsten kontrollierte Migrationsroute Richtung Europa.

Mehr Migranten als im Vorjahr auf Kanarischen Inseln

Die Zahl der Migranten aus dem nordafrikanischen Maghreb und auch aus Ländern weiter südlich ist heuer auf den Kanarischen Inseln stark gestiegen. Seit Jänner trafen bereits mehr als 18.000 Menschen in kleinen offenen Holzbooten dort ein. Das bedeutet nach amtlichen Angaben eine Steigerung von 1.000 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein 9.000 kamen in den vergangenen vier Wochen an.

Die Zentralregierung in Madrid weigert sich, die Menschen auf das spanische Festland zu bringen, weil sie eine Sogwirkung für weitere Migranten befürchtet. Auf den Inseln, die stark vom Tourismus abhängig sind und deshalb besonders unter der Corona-Pandemie leiden, wächst deshalb der Unmut. (APA)


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