Komplize im Aderlass-Prozess: Dreimal Blutdoping bei Dürr

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© zollfahndung münchen

München – Ein als Zeuge befragter Komplize von Mark S. hat am zwölften Verhandlungstag des Blutdopingprozesses in München ausgesagt, dass er den deutschen Arzt entweder 2013 oder 2014 kennengelernt habe. In den Jahren danach habe er Mark S. mit Dopingsubstanzen versorgt, ihn mit zwei Sportlern bekannt gemacht und an dem geständigen Doper Johannes Dürr dreimal Blutabnahmen oder -zufuhren durchgeführt.

Der Leichtathletiktrainer aus Kroatien, gegen den in Österreich ein separates Verfahren läuft und dessen Frau eine Langstreckenläuferin ist, bezeichnete Doping in den ihm bekannten Ausdauersportarten als normal. Auf die Frage, welchen Ruf Mark S. in der Szene hatte, antwortete er: "Die Sportler haben gemeint, dass er ein fairer Mensch ist, der den Leuten hilft."

Laut Angaben des Kroaten habe er mit S. auch Blutdoping bei Tieren erörtert. Der Trainer sagte am Mittwoch, dass er sich mit dem deutschen Mediziner einmal darüber unterhalten habe. Auf die Frage eines beisitzenden Richters, um welche Tiere es sich dabei handelte, lachte der Zeuge kurz und sagte: "Kamele. Weiter gehe ich auf die Sache nicht ein." Auf die Nachfrage, wessen Idee das war, sagte der 39-Jährige: "Ich will keine Details nennen."

Ob das nur eine lockere Plauderei, eine konkrete Idee oder sogar ein möglicher Plan war, das wurde nicht vertieft. Ein Ermittler hatte bei einem früheren Verhandlungstermin berichtet, dass Mark S. in einer Vernehmung ebenfalls von Pferde- oder Kamelrennen und über die Verbindung zu dem Kroaten gesprochen habe, der demnach in der Sache auf den Arzt zugegangen sei. Der ostdeutsche Mediziner habe das dann aber wohl abgelehnt.

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Mark S. und vier Mitangeklagten wird jahrelanges Blutdoping vorgeworfen. Der Arzt war nach Aussagen der Beteiligten der Organisator des Dopings. Der ursprünglich bis Weihnachten geplante Prozess dürfte verlängert werden: Am Dienstag hatte das Landgericht München II 16 weitere Verhandlungstermine bis Juni 2021 angekündigt. (APA/dpa)


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