Vancouver setzt sich für Entkriminalisierung von Drogenbesitz ein

Um das Thema Sucht von seinem Stigma zu befreien und Drogenabhängige zur Behandlung motivieren anstatt strafrechtlich zu verfolgen, stimmte der Stadtrat Vancouvers einstimmig zur Entkriminalisierung von Suchtmitteln wie Heroin und Methamphetamin ab.

Im Jahr 2020 könnten die Drogentoten in British Columbia einen traurigen Rekord aufstellen.
© Michael Longmire/unsplash

Vancouver – Die kanadische Stadt Vancouver setzt sich dafür ein, den Besitz kleiner Mengen bestimmter Drogen wie Heroin und Methamphetamin zu entkriminalisieren. Der Stadtrat habe am Mittwoch (Ortszeit) einstimmig einen entsprechenden Antrag gebilligt, der nun einer Zustimmung der kanadischen Regierung bedarf, teilte Bürgermeister Kennedy Stewart mit.

Viele Drogentote in der Region

Durch die Entkriminalisierung bestimmter Drogen wollen örtliche Behörden auf die vielen Drogentoten durch eine Überdosis in der Provinz British Columbia reagieren.

Der Ansatz soll dabei helfen, Sucht von Stigma zu befreien und Drogenabhängige zu ermutigen, Unterstützung und Behandlung zu suchen. Stewart würdigte die Entscheidung der Rats als gesundheitsorientierten Ansatz zum Umgang mit Drogenkonsum.

2020 könnte das schlimmste Jahr werden

Dieser werde nun dringend gebraucht, betonte der Bürgermeister. Bereits 2016 hatten örtliche Behörden in der Provinz an der Westküste Kanadas eine Notlage erklärt.

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Seitdem seien allein in Vancouver mindestens 1.500 Menschen durch eine Überdosis gestorben, sagte der Bürgermeister der knapp 630.000 Einwohner zählenden Großstadt an der Westküste Kanadas.

Mit bisher mehr als 320 Toten könne 2020 das bisher schlimmste Jahr werden, warnte er. Die Corona-Pandemie hat die Situation vieler Drogenabhängiger den Angaben zufolge verschlimmert. Betroffene seien zunehmend isoliert und der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten sei erschwert. (APA)


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