Der Erfolg im Eiskanal verleiht Österreichs Rodlern Flügel

Österreichs Rodler überzeugen seit Jahren mit Top-Leistungen. Jetzt hat der Verband auch einen Top-Sponsor an Land gezogen.

Red Bull ist bei Hannah Prock (5. im Igls-Sprint) Kopfsponsor.
© EXPA/JOHANN GRODER

Von Günter Almberger

Innsbruck – Siege, Podestplätze, mannschaftlich starke Auftritte – beim Österreichischen Rodelverband (ÖRV) war man nach dem Weltcup-Auftakt in Igls mit den sportlichen Leistungen mehr als zufrieden. Allen voran ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor Rene Friedl. „Wir sind in allen drei Disziplinen bei der Weltspitze dabei. Bei den Herren haben wir gar vier Athleten, die gewinnen können“, betont Friedl.

Bei aller Euphorie über die Erfolge vergisst der 53-Jährige nicht den Blick auf das Wesentliche und Grundlegende. „Ohne den großen Aufwand, den das Organisationsteam und der internationale Rodelverband FIL in Zeiten von Corona betrieben haben, wäre der Weltcup in Igls so nicht möglich gewesen“, will Friedl auch diese Arbeit gewürdigt wissen. Genauso wie jene, die der ÖRV in den vergangenen Jahren abgeliefert habe. „Rodeln steht oft im Schatten von anderen Sportarten. Wir stehen medial nicht im Mittelpunkt. Daher sind wir abhängig von öffentlichen Subventionen oder Sponsor­geldern von landesnahen Unternehmen. Aber ich kann behaupten, dass wir mit unseren Erfolgen – egal ob bei Olympia, WM oder Weltcup – zurückbezahlt haben“, betont Friedl.

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Dass die Top-Resultate bereits in einer neuen Partnerschaft gemündet haben, war in Igls offensichtlich. Die ÖRV-Asse traten mit Red-Bull-Dose vor die TV-Kamera, Hannah Prock startete mit einem Helm des Energy-Drink-Herstellers, ein weiterer Athlet soll künftig als Werbeträger (Anzug/Schlitten) fungieren. Auch die Naturbahnrodler sollen unterstützt werden. „Wir sind stolz und es ist eine Ehre, Red Bull an Bord zu haben. Wir haben vieles richtig gemacht, dass es überhaupt zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist“, erklärt ÖRV-Präsident Markus Prock. Über Zahlen wird nicht gesprochen, es herrscht Stillschweigen.

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Trotzdem schwimme der ÖRV nicht im Geld. „Die Fördermittel werden gut eingesetzt, wir bewegen uns im Budget von etwa 3,3 Millionen Euro. Wir betreiben von der Forschung bis hin zur Jugendarbeit einen großen Aufwand“, so Prock. Mit Bludenz, Imst und Salzburg sollen drei Rodel-Zentren aufgebaut werden. Oberste Priorität habe aber eine neue, künstlich vereiste Startbahn. „Die alte ist so desolat, die bricht nach Olympia 2022 zusammen. Dafür brauchen wir einen finanziellen Background“, meint der ÖRV-Boss.

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