Neue Initiative gegen Diskriminierung von HIV-Positiven am Arbeitsplatz

Eine HIV-Infektion hat keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Job. Eine neue Initiative will Unternehmen dazu animieren, sich gegen Ungleichbehandlung in der Arbeitswelt einzusetzen.

Symbolfoto.
© MANJUNATH KIRAN

Wien – Um sich für mehr Akzeptanz und eine Gleichstellung im Berufsleben einzusetzen, haben die Aids-Hilfen Österreichs mit zu Beginn 72 Unternehmen das Projekt "Positiv arbeiten" ins Leben gerufen. Weitere Arbeitgeber werden dazu aufgerufen, sich gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen einzusetzen und sie wie alle anderen zu behandeln. Denn die Krankheit habe keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, hieß es bei der Vorstellung zum Welt-Aids-Tag am Dienstag.

"Leider gibt es in der Bevölkerung immer noch viele Ängste und Unsicherheiten", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zu Beginn der Pressekonferenz in einem Video-Statement. Deshalb sei es wichtig zu informieren, aufzuklären und die unbegründeten Ängste der Menschen zu nehmen. "HIV ist im Alltag kein Thema", fügte Manfred Rupp, Projektleiter und Geschäftsführer der Aids-Hilfe Steiermark, an. Dennoch sei Ausgrenzung für viele Menschen im Berufsleben alltäglich, wogegen die Initiative vorgehen möchte. "Solange das nicht in die DNA der Betriebe reingekommen ist, besteht eine unterschwellige Diskriminierung", sagte Rupp.

Kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne HIV

Mit IBM und SAP treten zwei große Arbeitgeber in Österreich bereits seit mehreren Jahren gegen die Ungleichbehandlung ein und sind Teil des Projekts. "Es bedeutet für uns eine Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den Menschen", sagte Patricia Neumann, Geschäftsführerin von IBM Österreich. "Diese vollkommene Gleichstellung von HIV-positiven Personen ist wirklich ein zentrales Element", fügte Christoph Kränkl, Geschäftsführer von SAP Österreich, an. Denn es sei medizinisch längst klar, dass kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne HIV bestehe.

"Wenn man einem Thema kein Gesicht gibt, verliert es natürlich an Sichtbarkeit", betonte Jörg Beißel, der eine von vielen Personen ist, die die Kampagne repräsentieren. Der Schritt, sich zu outen, stelle für viele Menschen eine Herausforderung da, weil niemand genau wisse, wie das Umfeld reagiere. "Es ist extrem wichtig, dass wir uns sicher fühlen und wieder Boden unter den Füßen haben", sagte Beißel. "Wenn man immer geheimnisvoll tun muss, dann kann man auch nicht richtig abliefern", ist sich Andreas Krenn sicher, der ebenfalls ein Gesicht der Kampagne ist.

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Unter anderem haben bereits die ÖBB, A1, die TU Wien und der Getränkehersteller Almdudler die "Deklaration für Respekt und Selbstverständlichkeit" der Aids-Hilfen unterzeichnet. (APA)


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