Verstoß gegen Covid-Schutzmaßnahmen: ÖSV trennt sich von Skisprung-Co-Trainer

Co-Trainer Robert Treitinger habe Vorgaben des Verbandes nicht eingehalten, begründete Sportdirektor Mario Stecher den harten Schritt, ohne näher ins Detail zu gehen. Bei den Corona-erkrankten Skispringern gehe es derweil gesundheitlich bergauf.

Der nordische Sportdirektor im ÖSV, Mario Stecher, hat momentan alle Hände voll zu tun.
© EXPA/JFK

Innsbruck – Einen Aufwärtstrend in Sachen Gesundung ortet Mario Stecher bei seinen Coronafällen im ÖSV-Skisprunglager. Der Sportliche Leiter für Skispringen und Nordische Kombination im österreichischen Verband bestätigte auch einen Bericht der Krone, dass sich der ÖSV von Skisprung-Co-Trainer Robert Treitinger wegen Nichteinhaltung der Covid-19-Schutzmaßnahmen getrennt hat.

„Ich kann auch nur so viel dazu sagen, dass er im Prinzip gewisse Covid-Maßnahmen innerhalb des Verbandes nicht eingehalten hat. Es ist uns bewusst, dass sie sehr strikt sind, trotzdem muss man sich an die halten, in dem Fall war es nicht so“, erklärte Stecher am Freitag im Gespräch mit der APA. Nähere Einzelheiten für diesen doch harten Schritt wollte oder konnte Stecher nicht nennen. Allerdings dementierte er einen möglichen Zusammenhang mit den Coronavirus-Fällen im ÖSV-Skisprunglager. „Nein, das stimmt sicher nicht. Es hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.“

Aschenwald auf der Schanze, Schlierenzauer beim Kraftln

Seinen Coronavirus positiv getesteten Skispringern gehe es den Umständen entsprechend wieder gut. „Sie sind auf dem Weg der Besserung, überlegen auch, dass sie wieder zum Skispringen anfangen.“ Philipp Aschenwald, der allerdings gar keine Symptome gezeigt hatte, trainierte schon am Donnerstag erstmals wieder auf der Seefelder Schanze. „Gregor (Schlierenzauer) ist wieder so weit fit, dass er ‚Kraftln gehen‘ kann“, schilderte Stecher.

Weltcup-Gesamtsieger Stefan Kraft und Hayböck hätten weniger starke Symptome gezeigt. „Kraft hat ein bisserl die Nebenhöhlen zu gehabt. Da ist man dran, dass wir es schaffen, dass er für die WM noch ein Thema ist.“ Für eine Entscheidung, ob Österreichs Nummer 1 bei der Skiflug-WM in Planica dabei ist, könne man sich bis Dienstag oder Mittwoch Zeit nehmen. „Wir hoffen, dass wir ihn bis dort hinkriegen. Dafür muss er 72 Stunden vorher wieder einen negativen PCR-Test abliefern. Man muss schauen wie es sich von den Werten her ausgeht. Bekanntlich muss man vom Robert-Koch-Institut her mit dem CT-Wert über 30 sein, damit man nicht mehr ansteckend ist. Das wird eine der entscheidenden Sachen sein.“

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Und wie sieht Stecher die Tatsache, dass die Langlauf-Nationen Norwegen, Schweden und auch Finnland auf die Weltcups in Davos und Dresden verzichten, weil der Abstand in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nicht gewährleistet sei? „Man hat von Anfang an gewusst, dass gerade der Ausdauersport eventuell besonders leiden kann, wenn einer einmal angesteckt ist. Ich führe es auch darauf zurück, dass es im Langlaufzirkus in Ruka nicht ganz klar kontrollierbar war und es Leute gegeben hat, die sich nicht an die Vorgaben gehalten haben.“

In seinen beiden Sparten, der Kombination und dem Skispringen habe es in Ruka aber sehr gut funktioniert, auch wenn es positive Fälle gäbe, versicherte Stecher.

Eine noch strengere „Bubble“ wie etwa im Profi-Tennis sei im Wintersport noch diffiziler zu organisieren. „Es ist natürlich um einiges schwieriger, weil ein ganz anderer Tross dranhängt. Tennis ist ein Einzelsport.“ Grundsätzlich sei Sport im Sommer und Winter „ein Riesenunterschied“. „Da bist du auch mehr drinnen, etwa wenn du essen gehst.“ (APA)


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