„Wir haben voll versagt": Lori Loughlins Tochter schämt sich zutiefst

Der Uni-Bestechungsskandal hat ihren Eltern einen Gefängnisaufenthalt eingebrockt. Nun äußert sich die Tochter von Lori Loughlin erstmals selbst zu dem Vorfall. „Wir haben versagt", gibt sich die 21-Jährige reumütig. Erst heute verstehe sie, wie privilegiert sie sei.

Auf ihre Eltern ist Olivia Jade Giannulli nicht sauer.
© imago/O'Connor

Los Angeles – Olivia Jade Giannulli muss derzeit ausharren und darauf warten, dass ihre Eltern Lori Loughlin und Mossimo Giannulli das Gefängnis wieder verlassen können. Beide wurden im Uni-Bestechungsskandal schuldig gesprochen. Erstmals hat die Tochter des Paares nun offen über den Fall gesprochen, bei dem ihre Eltern für sie Bestechungsgeld für die Aufnahme an einer Uni gezahlt haben.

„Es war schwer. Niemand will seine Eltern ins Gefängnis gehen sehen. Ich denke, es ist wichtig, dass wir jetzt weitermachen und nach vorne schauen", erklärte die YouTuberin in der Facebook-Show „Red Table Talk" von Jada Pinkett Smith, ihrer Tochter Willow und ihrer Mutter Adrienne Banfield-Jones.

„Ich verdiene kein Mitleid, aber eine zweite Chance"

Sie versuche, sich nicht selbst als Opfer darzustellen, sagte Giannulli weiter. „Ich will kein Mitleid – ich verdiene kein Mitleid. Wir haben versagt. Ich möchte nur eine zweite Chance, die lautet: ,Ich erkenne, dass ich es vermasselt habe.'" Da sie 21 sei, denke sie, „dass ich eine zweite Chance verdient habe, mich selbst zu erlösen und zu zeigen, dass ich gewachsen bin." In der Uni habe sie sich nach Bekanntwerden des Skandals vor lauter Scham nicht mehr blicken lassen. „Aber ich hätte ja überhaupt nicht dort sein sollen, also war es sinnlos, zurückzugehen."

📽️ Video | Olivias Auftritt beim „Red Table Talk"

Zu ihren Eltern habe sie aufgrund strenger Covid-19-Bestimmungen derzeit keinen Kontakt. Gerade zu ihrer Mutter, die sie als ihre „beste Freundin" bezeichnet, fehle ihr der Kontakt sehr, sagte Giannulli. „Ich weiß, dass sie stark ist und dass es auch positiv ist, dass sie gerade da drin ist." Loughlin könne so alles überdenken, was passiert sei, und herausfinden, was sie dadurch gelernt habe. „Ich denke, das wird hoffentlich somit am Ende ein Segen sein."

„Du wirst dein Leben leben"

Gegenüber ihren Eltern habe sie nie Wut verspürt, da sie besonders am Anfang gar nicht verstanden habe, was sie falsch gemacht hätten. Erst durch den Skandal habe sie gelernt, wie privilegiert sie ihr gesamtes Leben gewesen sei. Sie habe in ihrer eigenen Blase gelebt und erst später verstanden, warum die Leute so verärgert gewesen seien. Heute sei ihr das „peinlich". „Ich weiß, dass die beiden gute Menschen sind und ich werde sie nicht für den Fehler verurteilen, für den sie derzeit den Preis zahlen." Auch sie wolle ihr neues Bewusstsein nutzen, um künftig Gutes zu tun.

Adrienne Banfield-Jones konnte dem neuen Bewusstsein der 21-Jährigen allerdings nur wenig abgewinnen. Es gebe so viel Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen, merkte die Afroamerikanerin an. „Wenn du mit sowas an unseren Tisch kommst, denke ich nur ,Kind, bitte ...'. Ich bin erschöpft von allem, was wir als Gemeinschaft aushalten müssen." Sie habe einfach nicht die Energie, um Mitleid mit Giannulli zu haben, nur weil sie ihre Werbepartner verloren habe oder zurzeit nicht mehr studieren könne. „Denn am Ende des Tages wird für dich alles wieder in Ordnung sein. Du wirst dein Leben leben." Obwohl sie es versuche, falle es ihr sehr schwer, Mitgefühl für Giannulli zu verspüren.

Sozialstunden, Haft- und Geldstrafe

Lori Loughlin trat Ende Oktober ihre zweimonatige Haftstrafe an. Dazu muss sie noch 150 Sozialstunden ableisten und 150.000 US-Dollar zahlen. Auch ihr Ehemann Mossimo Giannulli wurde in dem Fall schuldig gesprochen. Ihm wurden fünf Monate im Gefängnis aufgebrummt, zudem sind bei ihm 250 Sozialstunden und 250.000 US-Dollar Geldstrafe fällig. Seine Haftstrafe trat er Mitte November an.

Das Ehepaar, das seit 1997 verheiratet ist, bekannte sich des Betrugs schuldig, 500.000 Dollar gezahlt zu haben, um seine Töchter Kinder Olivia Jade und die 22-jährige Isabella Rose an die University of Southern California zu bringen. (spot)


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