PSG gewann CL-Partie gegen Istanbul klar, auch Real und Gladbach jubeln

Einen Tag nach dem Rassismus-bedingten Abbruch wird das Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir fortgesetzt. Der französische Meister setzt sich ganz klar durch. Auch Real Madrid und Borussia Mönchengladbach steigen auf.

Benzema schoss Real ins Achtelfinale.
© PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Paris, Madrid – Real Madrid hat die Schreckensvision des erstmaligen Aus in der Gruppenphase der Fußball-Champions-League abgewendet. Der spanische Rekordmeister schlug Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend klar mit 2:0 und schloss damit die Chaos-Gruppe B sogar als Erster vor den Deutschen, Schachtar Donezk und Inter Mailand ab. Alle drei Vertreter der deutschen Bundesliga – Bayern, Dortmund und Gladbach – schafften somit den Aufstieg ins Achtelfinale.

In der Salzburg-Gruppe A gewann Gruppensieger Bayern gegen Lok Moskau glanzlos 2:0. Niklas Süle (62.) nach einem Eckball per Kopf und Eric Maxim Choupo-Moting (80.) traten für den deutschen Serienmeister als Torschützen in Erscheinung. Für die Bayern, bei denen David Alaba eine Pause bekam, war es der fünfte Sieg im sechsten Spiel. Linksverteidiger Alphonso Davies gab nach mehrwöchiger Pause aufgrund eines Bänderrisses im Knöchel ein Comeback.

Benzema-Doppelpack

In Madrid traf Karim Benzema (9., 31.) doppelt für Real, das gegen die Borussen mit Stefan Lainer in der Starformation von Anfang an das Spiel bestimmte. Valentino Lazaro wurde mit Wiederbeginn nach der Pause eingewechselt. Aber auch mit dem ÖFB-Teamspieler bekamen die Deutschen, die insgesamt abgekämpft und ideenlos wirkten, keinen Zugriff. Hannes Wolf kam in der 85. Minute noch in die Partie.

Die Gladbacher konnten sich bei den Protagonisten im zweiten Match Inter und Schachtar bedanken, dass sie in der K.o.-Phase der Champions League weitermachen dürfen. Mit dem 0:0 im Giuseppe-Meazza-Stadion war nämlich keinem gedient außer den „Fohlen" vom Niederrhein. Die Ukrainer steigen allerdings in die Europa League um, während Inter sich ab nun ganz auf die italienischen Bewerbe konzentrieren darf.

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Piräus trotz Niederlage Teilnehmer in Europa League

In der Gruppe C waren Manchester City und der FC Porto als Aufsteiger bereits fix, Platz drei sicherte sich dank Schützenhilfe Olympiakos Piräus. Die Griechen unterlagen zwar zu Hause Porto 0:2, weil Gruppensieger ManCity einen 3:0-Erfolg gegen Olympique Marseille feierte, blieben sie aber vor den punktegleichen Franzosen. Manchester überstand die Gruppenphase wie Bayern mit fünf Siegen und nur einer Niederlage. Ferran Torres (48.), Sergio Aguero (77.) und Raheem Sterling (90.) trafen für das Team von Trainer Pep Guardiola.

PSG eine Klasse für sich

Paris St. Germain hat die Fortsetzung der am Dienstag nach etwas weniger als einer Viertelstunde abgebrochenen Fußball-Champions-League-Partie gegen Istanbul Basaksehir ohne Mühe mit 5:1 gewonnen. Der französische Serienmeister sicherte sich damit aufgrund des besseren direkten Vergleiches auch noch den Gruppe-H-Sieg vor dem punktgleichen deutschen Topteam RB Leipzig. Herausragend waren Dreifach-Torschütze Neymar (21., 38., 50.) und Kylian Mbappe (42./Elfmeter, 62.).

Neymar (re.) traf für Paris gleich drei Mal.
© FRANCK FIFE

Die Partie wurde aufgrund eines Rassismus-Vorfalles um den Vierten Offiziellen Sebastian Coltescu nicht schon am Dienstag zu Ende gespielt. Der frühere kamerunische Nationalspieler und jetzige Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo hatte vor dem Ende der ersten Viertelstunde die Rote Karte gesehen. Dabei soll es zu einer rassistischen Beleidigung durch Coltescu gekommen sein. Dem Referee wurde vorgeworfen, eine rassistische Formulierung für Schwarze benutzt zu haben, die im Deutschen inzwischen mit dem Begriff „N-Wort" umschrieben wird. Aus Protest hatten beide Mannschaften den Platz verlassen.

Am Mittwoch beim Aufwärmen trugen die Spieler beider Teams sowie die Schiedsrichter weiße T-Shirts mit den Logos von PSG und Basaksehir und der Aufschrift „No to Racism". Vor dem Wiederanpfiff knieten Neymar und Co. rund um den Mittelkreis nieder und hatten eine Faust erhoben. Die Geste gilt als Anti-Rassismus-Zeichen, das vom US-Football-Profi Colin Kaepernick initiiert wurde.

Auf dem Feld waren die Franzosen dann eine Klasse für sich. Neymar leitete den Torreigen in der 21. Minute nach Verratti-Vorarbeit ein und ließ 17 Minuten später nach einem mustergültigen Konter und Mbappe-Zuspiel seinen zweiten Treffer folgen. Auch beim dritten Tor hatte der Brasilianer seine Beine im Spiel, holte er doch einen erst vom Video-Schiedsrichter gegebenen Foul-Elfmeter heraus, den Mbappe sicher verwandelte.

Ehrentreffer von Mehmet Topal

Die Türken konnten auch nach Wiederbeginn nicht zusetzen. PSG hatte also leichtes Spiel. Nach tollem Zusammenspiel mit „Joker" Angel di Maria machte Neymar seinen Triplepack perfekt. Nach dem Ehrentreffer von Mehmet Topal (57.) war es Mbappe vorbehalten, für den Schlusspunkt zu sorgen. Der französische Teamstürmer war wie auch schon zuvor Neymar von Di Maria bedient worden. Neymar hatte die Aktion miteingeleitet.

In der Gruppe D holte sich Atalanta Bergamo hinter Liverpool das zweite Aufstiegsticket. Die Italiener setzten sich bei Ajax Amsterdam dank eines späten Treffers von Luis Muriel (85.) mit 1:0 durch und hielten die Niederländer vier Zähler auf Distanz. Die mussten die Partie nach einer Gelb-Roten Karte für Ryan Gravenberch (79.) in Unterzahl beenden. Liverpool hatte den Gruppensieg schon zuvor in der Tasche. Schlusslicht Midtjylland verabschiedete sich im Heimspiel gegen die „Reds" mit einem 1:1 und Achtungserfolg aus der „Königsklasse". Nach einem Blitztor von Mohamed Salah (1.) gelang für die Dänen Alexander Scholz (62./Elfmeter) der Ausgleich. (APA)


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