Disney plant je zehn neue „Star Wars"- & Marvel-Serien, „Indiana Jones" ist zurück

Die Corona-Krise hat gravierende Folgen für die Kinobranche. Etliche Filme werden nur noch auf Streamingseiten angeboten. Auch Disney baut seine Internetpräsenz weiter aus. Mit „Indiana Jones" und je zehn neuen „Star Wars"- und Marvel-Serien will der Unterhaltungsriese Kunden anlocken.

Disney sagt Netflix den Kampf an.
© dpa

Los Angeles – Der US-Unterhaltungsriese Disney hat Dutzende neue Serien und Kinofilme angekündigt, mit Schwerpunkt auf dem „Star Wars"-Universum und dem Ausbau seines Streamingdienstes Disney+. Auch Fans von Marvel- und Pixar-Produktionen und Reihen wie „Sister Act" und "Indiana Jones" können sich freuen.

Im Rahmen der mehrstündigen Vorstellung beim Investors Day wurden am Donnerstag (Ortszeit) unter anderem zehn neue „Star Wars"-Serien angekündigt, darunter „Obi-Wan Kenobi", in der Ewan McGregor als der ikonische Jedi-Meister und Hayden Christensen als Darth Vader aufeinandertreffen.

Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy stellte zwei neue Kino-Projekte aus dem „Star Wars"-Universum vor. „Wonder Woman"-Regisseurin Patty Jenkins soll „Star Wars: Rogue Squadron" für einen Kinostart im Dezember 2023 inszenieren. Sie ist damit die erste Frau, die bei einer Sternenkrieger-Kino-Saga den Ton angibt. Zudem ist ein noch titelloser „Star Wars"-Spielfilm unter der Regie des Neuseeländers Taika Waititi ("Thor: Tag der Entscheidung") geplant.

Marvel-Superhelden-Overkill

Außerdem wird es in den kommenden Jahren zehn neue Marvel-Serien geben. Zu den frischen Serien zählen unter anderem „Secret Invasion" mit Samuel L. Jackson, „Ironheart" mit Dominique Thorne und „Armor Wars" mit Don Cheadle als War Machine, die auf dem Streamingdienst Disney+ zu sehen sein werden. Weitere Titel sind unter anderem „Moon Knight", „She-Hulk" mit Tatiana Maslany und „Hawkeye" mit Jeremy Renner und Hailee Steinfeld.

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Auch auf der Film-Seite gibt es einige Neuigkeiten. Christian Bale wird in „Thor: Love and Thunder" ab dem 6. Mai 2022 als Bösewicht Gorr the God Butcher zu sehen sein. Groot aus „Guardians of the Galaxy" soll mit „I am Groot" seine eigene Serie an Kurzfilmen bekommen und 2022 soll es auch ein „The Guardians of the Galaxy Holiday Special" bei Disney+ geben.

Brie Larson wird unterdessen in „Captain Marvel 2" im November 2022 als Carol Danvers zurückkehren. Oscarpreisträger Mahershala Ali wird im neuen Film „Blade" auftreten, und der dritte „Ant-Man"-Film wird den Titel „Ant-Man and the Wasp: Quantumania" tragen.

Marvel-Chef Kevin Feige kündigte einen neuen „Fantastic Four"-Film unter der Regie von Jon Watts („Spider-Man: Far From Home") an. Er bestätigte auch den geplanten Dreh von „Black Panther II" unter der Regie von Ryan Coogler und zollte dabei dem im August an Krebs gestorbenen „Black Panther"-Star Chadwick Boseman Tribut. Seine ikonische Rolle als Königssohn T'Challa in der Comic-Verfilmung werde in der Fortsetzung nicht vorkommen. Stattdessen werde man „die Welt von Wakanda und der gehaltvollen Charaktere erkunden, die im ersten Film vorgestellt wurden", um damit das Vermächtnis des Schauspielers zu ehren.

„Indiana Jones" kehrt zurück

Kennedy kündigte auch die Rückkehr von Harrison Ford in seiner Rolle als Archäologie-Professor „Indiana Jones" an. Die Dreharbeiten für den Abenteuerfilm unter der Regie von James Mangold sind für das kommende Frühjahr geplant, der Kinostart dann für Juli 2022. Seit 1981 spielte Ford die Rolle des draufgängerischen Professors viermal, zuletzt 2008 in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels".

Die zu Disney gehörende Animationsschmiede Pixar plant neben einem Spielfilm um die „Toy Story"-Figur Buzz Lightyear erstmals auch animierte Serien. Eine Serie basierend auf dem Kinohit „Cars" soll im Herbst 2022 auf den Bildschirm kommen.

Gute Nachrichten auch für Fans von „Sister Act" und der Fortsetzung "Sister Act 2 - In göttlicher Mission": Fast 30 Jahre nach dem Originalfilm soll Whoopi Goldberg in „Sister Act 3" wieder als singende Nonne Deloris Wilson auftreten. Die Komödie ist für Disney+ vorgesehen.

137 Millionen Menschen nutzen Disney+

Die Corona-Pandemie hat die Filmindustrie schwer getroffen. Kinos mussten lange geschlossen bleiben. Das zwang wiederum die Studios, ihre Filme später als geplant zu veröffentlichen. Manche Streifen wurden aber auch gleich lediglich auf DVD oder als Stream angeboten, was viele Kinobesitzer wiederum vor finanzielle Herausforderungen stellt.

Das Streaming-Geschäft rund um den Online-Videodienst Disney+ hat nach Angaben am Donnerstag nun schon gut 137 Millionen Nutzer. Die Abonnentenzahlen sollen auf 350 Millionen zahlende Kunden ansteigen. Disney+ war vor einem Jahr gestartet, um dem Marktführer Netflix Konkurrenz zu machen. Erst Ende November hatte der Konzern angekündigt, in der ersten Hälfte des kommenden Geschäftsjahres 32.000 Mitarbeiter zu entlassen: Vor allem die Vergnügungsparks und Kreuzfahrten leiden außerordentlich unter der Corona-Krise.

Eine Ankündigung des Filmriesen, sein Live-Action-Remake des Animationsfilms „Mulan" doch nicht in die Kinos bringen, sondern bei Disney+ zu veröffentlichten, sorgte kürzlich für besonders großen Ärger. In einem Twitter-Video, das umgehend viral ging, war im August zu sehen, wie ein französischer Kinobetreiber einen „Mulan"-Aufsteller mit einem Baseballschläger zerstört. Seine Reaktion war zwar extrem, aber auch verständlich: Denn „Mulan" wäre ein garantierter Kassenschlager gewesen, der die miserablen Vormonate zumindest teilweise hätte ausgleichen können. Gegenüber Deadline nannten einige britische Kinobesitzer den Entschluss „ein Fick dich an die Betreiber". (dpa, spot)


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