Berlin will Zulassung von Corona-Impfstoff noch vor Weihnachten

Deutschland drängt auch eine Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs noch vor Weihnachten. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat eine Entscheidung für den 29. Dezember angekündigt, was den Deutschen offenbar zu spät ist.

Deutschland drängt auf eine Freigabe des Pfizer/Biontech-Impfstoffs durch die EMA.
© AFP/Martin

Berlin – Die deutsche Bundesregierung drängt bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) auf eine Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs noch vor Weihnachten. Berlin verlange, das Vakzin bis zu 23. Dezember auf EU-Ebene und damit auch in Deutschland freizugeben, berichtet die Boulevard-Zeitung Bild unter Berufung auf Regierungs- und EU-Kreise. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte unterdessen, eine Mehrheit der Deutschen könnte bis Sommerende 2021 geimpft werden.

Sowohl das Kanzleramt als auch das Gesundheitsministerium würden intern dieser Forderung erheben, berichtete Bild. Die EMA hat bisher eine Entscheidung für den 29. Dezember angekündigt. Dies gelte in Kreisen der Bundesregierung als zu spät, berichtet Bild. In Großbritannien, den USA und Kanada ist das Vakzin von Biontech und Pfizer bereits zugelassen. Dort liefen die Impfaktionen auch schon an.

Bis Sommer Durchimpfungsrate von 60 Prozent erwünscht

Während in den USA, Kanada und Großbritannien schon geimpft wird, müssen sich die Europäer noch gedulden: Der Impfstoff wurde noch nicht zugelassen.
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Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bis Ende Sommer 2021 rund 60 Prozent der Bürger in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Stand heute könne im Sommer mit einer solch großen Zahl an Impfdosen gerechnet werden, dass dann im Sommer weite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-"heute-journal" auf die Frage, wann 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein könnten.

Jedem, der wolle, solle bis dahin ein Impfangebot gemacht werden können. Laut Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig.

Deutschland will noch in diesem Jahr mit Impfung starten

Spahn sagte weiter: "Unser Ziel ist, dass es noch vor Weihnachten eine Zulassung gibt und dass wir dann auch noch in diesem Jahr beginnen können zu impfen, auch hier in Deutschland - entscheiden muss am Ende die (Europäische Arzneimittel-Agentur) Ema." Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt. Spätestens am 29. Dezember soll das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen.

Deutschland möchte noch vor Weihnachten mit dem Impfen starten.
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Spahn fügte hinzu, eine ordentliche Zulassung mache Sinn, damit sich viele Bürger impfen ließen. "Aber ja, sie (die Impfung) sollte zügig kommen." Stand heute sei für das erste Quartal mit 12 bis 13 Millionen Impfdosen zu rechnen. Wenn es eine zusätzliche Zulassung von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson in diesem ersten Quartal gäbe, "hätten wir auch zusätzliche Impfdosen verfügbar". "Das ist durchaus realistisch, aber eben auch noch nicht sicher."

Er könne jedenfalls versichern, dass Deutschland durch die Notfallzulassung des Impfstoffes in den USA keine Nachteile haben werde. "Wir haben Verträge als Europäische Union, Großbritannien hat Verträge, die Vereinigten Staaten haben Verträge - und jeder hat sich eben fürs erste Quartal in diesen Verträgen auch entsprechende Mengen gesichert." Von den EU-Verträgen werde nichts weggenommen oder früher woanders hin ausgeliefert, "das ist nicht der Fall". (APA/Reuters/dpa)


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