Anreize für Massentests und Impfung als heiße Eisen

Wegen der geringen Bereitschaft, sich testen bzw. gegen das Coronavirus impfen zu lassen, wird über Anreizsystem und Impfpflicht diskutiert.

Die Beteiligung an den Massentests war geringer als erwartet.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – Der erste Massentest ist vorbei, die Beteiligung blieb mit 22,6 Prozent deutlich unter den Erwartungen der Bundesregierung. Zugleich wurden die Maßnahmen nach dem harten Lockdown gelockert, doch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen befallen die Politik wieder Zweifel. Weil die Tests nur unterdurchschnittlich angenommen werden und während der Feiertage ein größeres Infektionsgeschehen befürchtet wird. Deutschland fährt bekanntlich ab morgen das Land bis 10. Jänner runter.

In Tirol werden die Antigen-Tests ab Samstag kostenlos und dauerhaft angeboten, von 8. bis 10. Jänner soll österreichweit eine weitere Massentestung durchgeführt werden. Damit die Beteiligung gesteigert wird, prüft das Gesundheitsministerium jetzt sogar ein Bonus- oder Anreizsystem. 50 Euro könnte jeder bekommen, der sich testen lässt. Aus einigen Bundesländern gibt es bereits positive Stimmen dazu, in Tirol werden finanzielle Anreize jedoch klar abgelehnt.

„Die Corona-Pandemie stellt uns als Gesellschaft auf die Probe. Ohne Eigenverantwortung werden wir diese Krise nicht bewältigen können. Sich selbst und die Menschen, die einem wichtig sind, zu schützen, muss Anreiz genug sein“, erteilt LH Günther Platter (ÖVP) einem Prämienmodell eine klare Absage.

Doch nicht nur die Massentests beschäftigen die Politik. Heftig diskutiert wird die ab Jänner bevorstehende Impfung gegen das Coronavirus. Nur knapp jeder fünfte Österreicher will sich jedenfalls impfen lasse, wie der „Österreich Trend“ von Meinungsforscher Peter Hajek zeigt. Deshalb wird schon intensiv über eine Impfpflicht diskutiert, angestoßen vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (VP) und seinem Kollegen aus Oberösterreich, Thomas Stelzer. Sollten sich nicht genügend Impfwillige finden, würde Stelzer eine Impfpflicht diskutieren.

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Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) und die anderen Landeschefs können damit nichts anfangen. „Tirol hat beim Thema Impfen schon immer auf Aufklärung, Prävention und Vorsorge gesetzt. Es geht darum, die Menschen zu sensibilisieren und sie über die Vor- und Nachteile von Impfungen aufzuklären“, betont LH Günther Platter. In der Tiroler Wirtschaft ist eine Impfpflicht auch noch kein Thema. „Eher höre ich Skepsis heraus, weil es noch zu wenige Informationen darüber gibt“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser. (pn)


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