Union Radteam Tirol leitet trotz aller Risiken den Umbruch ein

Das Union Radteam Tirol wagt in ungewissen Zeiten den Aufstieg zum Continental-Team. Der finanzielle Mehraufwand soll gering bleiben, weil die Fahrer nur Kost und Logis erhalten.

Berühmtester Abgang im Union Radteam ist EM-Teilnehmer Johannes Hirschbichler, der nun beim Team Hrinkow in die Pedale tritt.
© ÖRV/Eisenbauer

Von Roman Stelzl

Schwaz – Es ist ein großer Umbruch, der derzeit im Union Raiffeisen Radteam Tirol stattfindet: Aufstieg vom Elite-Team zum UCI-Continental-Team (dritthöchste Kategorie), Gründung eines eigenen Damen-Elite-Teams und der Einstieg samt Rad-Lizenz der beiden Tiroler Behindertensportler Martin Falch und Simon Wallner. Und das alles trotz des ungewissen Ausblicks auf das Rad-Jahr 2021.„Wir wussten, dass wir ein Risiko eingehen. Aber wir haben beschlossen, dass wir es dennoch tun. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt Obmann Roland Baumann.

Die Idee sollte schon im vergangenen Jahr verwirklicht werden, nun war aber ausgerechnet das Corona-Jahr 2020 der letzte Antrieb. Denn die Equipe von Sport.Land.Niederösterreich verzichtete auf die Lizenz, damit waren Fahrer auf Team-Suche. Und als der Münsterer Mario Gamper vom Tirol Cycling Team aus Innsbruck zurückkehrte, war der Entschluss gefasst.

Und wo Tirol draufsteht, soll auch viel Tirol drinstecken: Von den 16 Fahrern im Kader stammen zwölf aus Österreich, darunter einige Talente aus dem eigenen Bundesland. „Wir wollen jungen Tirolern eine Plattform bieten. Das ist eines unserer Hauptziele“, sagt Baumann.

Der finanzielle Mehraufwand soll gering bleiben, weil die Fahrer, die ihre Räder zu Sonderkonditionen (50 Prozent Rabatt) weiterhin selbst kaufen müssen, nur Kost und Logis erhalten. Baumann: „Bei uns geht es ums Rennfahren, sonst müssten wir 300.000 Euro im Jahr zur Verfügung haben. Eine goldene Nase verdient sich bei uns keiner.“ Ob das Union Radteam, das bereits 2011 ein „Conti-Team“ war, nun mehr Geld vom Land bekommt, das bisher vorrangig beim Tirol Team (ebenfalls Continental-Team) gelandet war, wird im Landesverband im Jänner diskutiert.

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Fix ist aber: Sollten 2021 wie geplant Rennen stattfinden, dann gibt es nun mehr Chancen auf Einladungen und Einsätze. Der große Höhepunkt ist die Österreich-Radrundfahrt. Es wäre der Lohn für die Mühen. Tirol stellt damit zwei der sechs österreichischen Continental-Teams – so bietet das WM-Gastgeberland von 2018 der Jugend auch wieder mehr Anreiz zum Radsport.


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