Lidl als erster großer Händler für Plastik-Pfand in Österreich

Die Wirtschaftskammer spricht sich gegen ein Umstellen der Sammelinfrastruktur aus, Unterstützung für Plastik-Pfand kommt aus dem Umweltministerium. Ein Einwegpfandmodell war im Herbst bis Jahresende angekündigt.

Der Diskonter Lidl befürwortet als erste große Lebensmittelkette den Umstieg auf ein Pfandsystem.
© INA FASSBENDER

Wien, Salzburg – Der Diskonter Lidl befürwortet als erste große Lebensmittelkette in Österreich die Einführung eines Einwegpfands für PET-Flaschen. Gegner des Plastik-Pfands, wie etwa die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), argumentieren, dass es preiswerter und alltagstauglicher wäre die bestehende Sammelinfrastruktur auszubauen.

Lidl bekannte sich am Mittwoch in einer Aussendung zu den Zielen des Kreislaufwirtschaftspaketes der EU. „Durch Einwegpfand können Kreisläufe geschlossen, die Qualität des hochwertigen Rohstoffes erhalten und Littering minimiert werden", so Lidl-Österreich-Chef Alessandro Wolf. „Um die gemeinsamen Ziele der Kreislaufwirtschaftspaketes in Österreich erreichen zu können, muss das gesamte Sammel- und Recyclingsystem weiter optimiert, vereinheitlich und vereinfacht werden."

Unterstützung kommt aus der Umweltministerium

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) begrüßten des Bekenntnis von Lidl zum Plastik-Pfand. „Wir sind in den vergangenen Monaten in guten Gesprächen mit dem Handel Schritt für Schritt weitergekommen und ich bin zuversichtlich, dass auch hier die Unterstützung noch größer wird", so Gewessler in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Gewessler hatte im Herbst ein Einwegpfandmodell bis Jahresende angekündigt. Langfristig soll die Mehrwegquote bei Getränkeverpackungen bis 2030 auf 55 Prozent steigen. Auch die Umweltschutzorganisationen Global 2000 und Greenpeace zeigten sich über die Ankündigung von Lidl erfreut. (APA)


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