Team nimmt zunehmend Gestalt an: Biden setzt auf Erfahrung und Vielfalt

Der künftige US-Präsident Joseph R. Biden versammelt ein Team um sich, das ebenso erfahren wie vielfältig ist. Viele von ihnen waren schon unter Trumps Vorgänger Barack Obama in der Regierung tätig.

Am 20. Jänner wird Joe Biden das Amt von Donald Trump übernehmen.
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Von Fabian Erik Schlüter/AFP

Washington – Der gewählte US-Präsident Joe Biden stellt vor seinem Amtsantritt am 20. Jänner weiter sein künftiges Kabinett zusammen. Bei seiner Regierungsmannschaft setzt der US-Demokrat auf Vertraute, erfahrene Mitarbeiter aus seiner Zeit als Vizepräsident von Barack Obama – und auf Vielfalt. Alle Personalien müssen noch vom Senat bestätigt werden.

Ministerien

  • Außenministerium

Mit dem früheren stellvertretenden Außenminister Antony Blinken wird Biden einen langjährigen Vertrauten zum Chef des "State Department" machen. Der 58-Jährige gilt als pro-europäisch und ist ein entschiedener Befürworter des Multilateralismus. So war er einer der Architekten des internationalen Atomabkommens mit dem Iran, das Trump im Mai 2018 aufkündigte.

Anthony Blinken war bereits unter Präsident Barack Obama im Außenministerium tätig. Nun soll er an dessen Spitze rücken.
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  • Verteidigungsministerium

Der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin soll als erster Schwarzer in der US-Geschichte Verteidigungsminister werden. Allerdings gibt es Kritik an der Nominierung des 67-Jährigen: Der frühere Kommandant des US-Militärkommandos Centcom schied erst 2016 aus den Streitkräften aus. Eigentlich dürfen frühere Offiziere frühestens sieben Jahre nach ihrer Pensionierung die Pentagon-Spitze übernehmen können. Damit soll eine zivile Führung des Verteidigungsministeriums sichergestellt werden.

Der ehemalige General Lloyd Austin schied erst vor wenigen Jahren aus dem Militärdienst aus.
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  • Finanzministerium

Als erste Frau der US-Geschichte soll die frühere Notenbankchefin Janet Yellen die Spitze des mächtigen Finanzministeriums übernehmen. Die 74-Jährige hatte schon 2014 Geschichte geschrieben, als sie als erste Frau die Leitung der Notenbank Fed übernahm. Sie trat dort für eine lockere Geldpolitik ein, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu fördern. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wird sie alle Hände voll zu tun haben.

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Die frühere Notenbankchefin Janet Yellen.
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  • Heimatschutzministerium

Mit dem in Kuba geborenen Alejandro Mayorkas soll künftig erstmals ein Latino das Heimatschutzministerium leiten, das unter anderem für Einwanderung zuständig ist. Unter Obama war der 61-Jährige bereits Vize-Heimatschutzminister. Zuvor hatte er die Einwanderungsbehörde USCIS geleitet.

Alejandro Mayorkas soll das Heimatschutzministerium führen.
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  • Gesundheitsministerium

Auch der designierte Gesundheitsminister Xavier Becerra ist ein Latino. Der derzeitige Generalstaatsanwalt des bevölkerungsreichsten Bundesstaates Kalifornien wird als Gesundheitsminister eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie einnehmen. Der 62-Jährige war über die Jahre ein wichtiger Verteidiger von Obamas Gesundheitsreform.

Das Amt von Xavier Becerra bekommt in der Corona-Pandemie eine besondere Bedeutung.
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  • Verkehrsministerium

Im Vorwahlkampf der Demokraten sorgte der bis dahin weitgehend unbekannte Pete Buttigieg für Furore – und war ein Rivale Bidens. Jetzt soll der erst 38-Jährige das Verkehrsministerium leiten. Der frühere Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana, eine der großen Nachwuchshoffnungen der Demokratischen Partei, wäre der erste offen homosexuelle Minister der US-Geschichte.

Pete Buttigieg könnte nach dem Vorwahlkampf nun Minister werden.
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Weitere Spitzenposten

  • Stabschef im Weißen Haus

Schon Mitte November ernannte Biden seinen langjährigen Vertrauten Ron Klain zum Stabschef im Weißen Haus – vergleichbar etwa mit dem Kanzleramtschef in Deutschland. Der 59-jährige Jurist arbeitete bereits in den 1980er Jahren für den Demokraten und wurde 2009 Stabschef des damaligen Vizepräsidenten Biden.

Ron Klain wird Stabschef im Weißen Haus.
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  • Nationaler Sicherheitsberater

Der 44-jährige Jake Sullivan soll Bidens Nationaler Sicherheitsberater werden und damit einen der wichtigsten Posten im Weißen Haus übernehmen. Sullivan war bereits Bidens Sicherheitsberater in dessen Zeit als Vizepräsident. Später arbeitete er unter Außenministerin Hillary Clinton.

Jake Sullivan soll in der Außenpolitik eine tragende Rolle erhalten.
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  • Geheimdienstkoordinatorin

Die frühere Vizechefin des Auslandsgeheimdienstes CIA, Avril Haines, soll als erste Frau der US-Geschichte Geheimdienstdirektorin werden. Die 51-Jährige würde damit die Arbeit aller US-Geheimdienste koordinieren.

Avril Haines wäre die erste Frau auf dem Posten.
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  • Botschafterin bei den Vereinten Nationen

Mit Linda Thomas-Greenfield soll eine erfahrene Diplomatin Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen werden. Die 68-jährige Afroamerikanerin war in ihrer langen Karriere unter anderem unter Obama Staatssekretärin für Afrika-Angelegenheiten.

Linda Thomas-Greenfield ist als Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen vorgesehen.
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  • Klimaschutz-Beauftragter

Der frühere Außenminister John Kerry wird Sonderbeauftragter des Präsidenten für den Klimaschutz - und als solcher Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats. Der 77-Jährige war zwischen 2013 und 2017 Obamas Außenminister und damit auch US-Chefdiplomat bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens Ende 2015.

Der ehemalige Außenminister John Kerry ist auch im Biden-Team.
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  • Rat der Wirtschaftsberater

Die Ökonomin Cecilia Rouse soll das wichtige Beratergremium für den Präsidenten leiten – als erste Afroamerikanerin und erst vierte Frau in der US-Geschichte. Die 56-jährige Arbeitsmarktexpertin, derzeit Dekanin an der Elite-Hochschule Princeton, gehörte dem Rat schon während der Obama-Biden-Regierung an.

Cecilia Rouse wird Joe Biden in wirtschaftspolitischen Fragen beraten.
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  • Rat für Innenpolitik

Die frühere UN-Botschafterin und Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice soll die Leitung des Rats für Innenpolitik übernehmen und damit eine der wichtigsten innenpolitischen Beraterinnen werden. Die 56-Jährige hatte eigentlich als aussichtsreiche Kandidatin auf das Amt der Außenministerin gegolten.

Susan Rice ist ebenfalls eine alte Bekannte aus der Regierung Obama.
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