Gut zu wissen: So wird der Corona-Impfstoff in Österreich sicher verteilt

Am 27. Dezember beginnt auch in Österreich die großangelegte Impfaktion gegen das Coronavirus – zunächst jedoch nur im Osten des Landes. Damit der Impfstoff sicher in Arztpraxen und Pflegeheime gelangt, bedarf es einiger Vorkehrungen.

Der Pfizer-BioNTech-Impfstoff muss in speziellen Transportbehältern mit Trockeneis durchgehend bei einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius gehalten werden. Hier zu sehen bei einer Verteilungsaktion in den USA.
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Wien – Während in Wien und Niederösterreich nach den Weihnachtsfeiertagen bereits mit den Corona-Impfungen in Heimen begonnen werden soll, wird Tirol aufs nächste Jahr warten müssen. Die erste Tranche umfasst 10.000 Impfdosen und die können aus logistischen Gründen nur nach Wien geliefert werden.

In Tirol steckt man ohnehin noch mitten in den Vorbereitungen. Die Impf-Logistik sei in der Umsetzungsphase, die Vorbereitungen für die Impfungen in den Wohn- und Pflegeheimen seien angelaufen, heißt es im Land. Gestartet werden soll dann im Jänner.

🏢 17 Impfstoff-Zwischenlager in Österreich. Der Verband der heimischen Arzneimittelvollgroßhändler (PHAGO) sieht sich für die Verteilung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech gut gerüstet. Die Mitgliedsunternehmen hätten ihre Kühlkapazitäten entsprechend aufgestockt, erklärte PHAGO-Generalsekretärin Monika Vögele am Donnerstag.

Die in Belgien produzierten Impfdosen werden in Österreich nicht zentral zwischengelagert, sondern nach ihrer Ankunft direkt zu 17 Standorten im ganzen Land gebracht.

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❗️ Kritische Infrastruktur. Wo die Großlager genau liegen, wird nicht verraten. "Die Standorte sind laut Innenministerium als kritische Infrastruktur klassifiziert. Wir wollen das darum nicht explizit kommunizieren. Aber es gibt in jedem Bundesland mindestens zwei davon", so Vögele.

❄️ Trockeneis und "Ultra Freezers" für Kühlung. Das Präparat werde bei der Anlieferung und Verteilung in speziellen Transportbehältern mit Trockeneis durchgehend bei einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius gehalten.

An den Zielorten werden die Dosen in spezielle Kühlschränke ("Ultra-Freezers") umgelagert. Diese garantieren ebenfalls eine Lagerung bei minus 80 Grad – und hätten eine Kapazität von jeweils 160.000 bis 170.000 Dosen. Es gehe aber nicht nur um die Lieferungen im Jänner, die Menge der gelieferten Impfdosen werde jeden Monat steigen.

Vor der eigentlichen Impfung selbst gilt übrigens noch ein sechsstündiges Zeitfenster, in der das Präparat mit einer Kochsalzlösung für die Spritze verdünnt wird.
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Spezielle Kühl-Lkw sind für die Weiterverteilung übrigens nicht notwendig. "Die Boxen müssen von außen nicht noch einmal extra gekühlt werden und können ganz normal transportiert werden. Das Trockeneis muss aber alle fünf Tagen erneuert werden." Zusätzlich sei jede Kühlbox des Herstellers mit einem Temperatursensor versehen. "Hier wird sofort Alarm geschlagen, wenn sich die Temperatur im Inneren verändern sollte."

Zeitfenster für die Impfung. Wenn dann eine Impfstelle – ein Seniorenheim etwa, oder eine Arztpraxis – Impfstoff anfordert, wird das Präparat aus dem "Ultra Freezer" genommen und nicht mehr bei minus 80 Grad Celsius gekühlt. "Es gibt dann ein Zeitfenster von drei Minuten, in der die benötigte Anzahl der Phiolen mit spezieller Schutzausrüstung und Handschuhen herausgenommen und in einen anderen Kühlbehälter umgelagert werden kann", erklärte Vögele.

Ab diesem Zeitpunkt beginne auch die Uhr zu ticken: Der Impfstoff kann dann noch 120 Stunden, also fünf Tage, bei einer Temperatur zwischen zwei bis acht Grad gelagert werden. Er muss aber spätestens nach Ende dieser Frist verimpft worden sein.

Vor der eigentlichen Impfung selbst gilt übrigens noch ein sechsstündiges Zeitfenster, in der das Präparat mit einer Kochsalzlösung für die Spritze verdünnt wird.

💉 Knapp eine Million Impfdosen bis März. Laut Bundesregierung sollen die ersten 10.000 Impfdosen noch in diesem Jahr geliefert werden. Der Impfstart ist für 27. Dezember geplant. Im Jänner sollen dann 240.825 Dosen, im Februar 331.500 Dosen und im März 375.375 Dosen folgen. (TT.com, APA)


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