Als Geschenk oder für sich selbst: 30 Bücher von Tiroler Autorinnen & Autoren

Weihnachten steht vor der Tür und – wie seit Freitag bekannt – auch der nächste Lockdown. Brauchen Sie etwas, um die Laune zu heben? Um sich abzulenken? Um ein paar schöne, unterhaltsame, interessante, spannende Stunden zu verbringen? Dann sind unsere Buchtipps „made in Tirol“ genau das Richtige.

(Symbolbild)
© iStock

Von Tamara Stocker

Innsbruck – Der Konsum von Kultur war 2020 anders. Distanziert, schnelllebig, elektronisch, digital. Und man hatte Zeit. Viel Zeit, sich abseits von Bildschirmen gedanklich in die verschiedensten Welten zu flüchten. Am besten in Form eines guten Buches. Auch rund um die anstehenden Feiertage erwarten uns noch stillere Stunden als sonst – die Zeit der Pandemie-bedingten Entschleunigung wird uns wohl auch im neuen Jahr noch ein Stück weit begleiten. Warum also die Zeit nicht nutzen, um sich beim Lesen abzulenken?

Ganz nebenbei ist ein Buch ein (Weihnachts-)Geschenk, das immer geht. Es gibt kein Interesse, das nicht von einer passenden Lektüre abgedeckt werden kann. Bei der Fülle an Ratgebern, Romanen, Thrillern, Biografien und Sachbüchern fällt die Wahl oft schwer – darum gibt es hier eine kleine Auswahl; und vielleicht ja auch Entscheidungshilfe. Alle Werke stammen aus der Feder von Tiroler Autoren und Autorinnen und wurden zum Teil von den Experten der Wagner'schen und Tyrolia empfohlen:

📚 Aus dem Leben

Ich bin dann mal nicht weg – 320 Kilometer durch Innsbruck (Gernot Zimmermann): Vom Couch-Potato zum Weitwanderer – und zwar quer durch die Tiroler Landeshauptstadt, ohne auch nur eine einzige Straße oder Gasse zu verlassen. Gernot Zimmermann hat Innsbruck buchstäblich Schritt für Schritt erkundet und seinen Fußmarsch in zahlreichen Anekdoten dokumentiert. [360 Seiten, 14,95 Euro, Wagner'sche-Verlag]

Larissas Vermächtnis (Katrin Biber): Das Schicksal der ermordeten Larissa Biber aus Reutte bewegte 2013 ganz Tirol – ihre große Schwester Katrin hat diesen schweren Verlust und ihren langen Weg zurück ins Leben in Buchform aufgearbeitet. Sie zeigt die vielseitigen Facetten von Trauer auf und wie Betroffene – in diesem Fall ihre Familie – diese auf unterschiedliche Weise ausleben. [304 Seiten, 10 Euro, Piper-Verlag]

Ich habe die Wolken von oben und unten gesehen (Karl Gabl): Wetterguru und Sturmprophet – Karl „Charly" Gabl ist der Meteorologe, auf dessen Prognosen sich Extrembergsteiger weltweit verlassen. In seiner Biografie erzählt der über 70-Jährige unterhaltsam aus seinem spannenden Leben, das ihn als Bergsteiger auf fast 50 Gipfel über 5000 Meter geführt hat. [240 Seiten, 24,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

Diese Mutter ist voll Vater – Ein Streifzug durch meinen mexikanischen Alltagsdschungel (Dorothee Bliem): Mit 24 Jahren brach Dorothee Bliem 2017 kurzentschlossen für zwei Jahre nach Mexiko auf, wo sich ihr Blick auf das vermeintlich Selbstverständliche drastisch veränderte. Ein erheiternder Streifzug, der immer wieder überrascht – inmitten einer Alltagskultur, die mehr zu bieten hat als Drogen, Korruption und Tequila. [185 Seiten, 8,50 Euro, Selbstverlag]

Über die Jahre – 47 Tiroler AutorInnen erinnern sich in Geschichten und Gedichten: Man sagt, dass das Leben die besten Geschichten schreibt – 47 hiesige Autorinnen und Autoren haben ihren Fundus an Erinnerungen in dieser Anthologie gekoppelt und niedergeschrieben. Sie erzählen von Begegnungen und Begebenheiten, beobachten und reflektieren. Sie lassen uns lesen, was ihnen über die Jahre hinweg widerfahren ist: Schönes, Abenteuerliches, Todtrauriges. [172 Seiten, 16,50 Euro, Cognac und Biskotten]

© Wagner'sche/Piper/Tyrolia/Bliem/Cognac und Biscotten

📙 Belletristik

Das Spiel – Es geht um dein Leben (Jan Beck): Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Krimiautor Joe Fischler, der in seinem Thrillerdebüt in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Ein „Spiel“ im Darknet hat eine ganze Mordserie zur Folge. Düster, kaltblütig, blutrünstig – und spannend von der ersten Seite bis zur letzten. Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht der Opfer, Jäger und Polizeiermittler erzählt. [480 Seiten, 16,10 Euro, Penguin-Verlag München]

Die Vorbereitung der Tiere (Martin Fritz): Es begann mit dem Wunsch, eine Enzyklopädie der Tiere zu verfassen – entstanden ist ein Potpourri von Poetry-Slam-, Lesebühnen- und anderen Bühnentexten aus der bunten Feder von Martin Fritz sowie weitere Texte über nicht-menschliche und menschliche Tiere. Ein tierisches Leben voller Eselsohren, Fugenmasse, Pudding, Flirten mit der Kamera, Bier, Risikofaktoren oder Fiderallala. [224 Seiten, 21,90 Euro, edition laurin-Verlag]

Tiroler Teufelstanz – 16 düster-schaurige Sagen aus Nord-, Ost- und Südtirol (Christian Kössler): Unheimliches und Unerklärliches, gespenstisches Treiben, Hexenzauber und Teufelsspuk – der Innsbrucker Christian Kössler greift altüberlieferte Tiroler Sagen auf und lässt sie in der Gegenwart spielen. Eine schaurig-mysteriöse Rundwanderung gepaart mit einer Portion schwarzem Humor. [200 Seiten, 15 Euro, Cognac und Biskotten]

Aus Rot & Blau wird Lila (Julia Brandner): „Na, wann bringst du uns denn endlich einen Schwiegersohn nach Hause?“ – Ein Satz, den Lila, die chaotische Protagonistin dieses charmant-witzigen Liebesromans, nicht mehr hören kann. Eines Tages wird ihr dann die Antwort „Wer weiß, vielleicht habe ich ja längst einen Freund?“ zum Verhängnis – denn wo soll sie nun einen vorzeigbaren Typen herzaubern, der auch noch beim Familienessen ein paar Wochen später überzeugt? [324 Seiten, 11 Euro, Selbstverlag]

© Penguin/edition laurin/Cognac und Biskotten/Brandner

Hundestaffel (Stefan Abermann): Eine Männerclique, viele Partys: Thomas verbringt viel Zeit mit seinen Freunden Leo und Hannes. Doch Letzterer drängt sich stets in den Mittelpunkt, Thomas bezeichnet ihn als „König und Anführer, dessen Ausstrahlung alle anderen adeln würde“. Stefan Abermann rekonstruiert in seinem Debütroman die Geschehnisse einer Woche im fatalen Beziehungskonstrukt dreier junger Männer. [176 Seiten, 12,90 Euro, Haymon-Verlag]

Der Fund (Bernhard Aichner): Die Kernfrage des Thrillers lautet: Wer hat die Verkäuferin Rita Dalek getötet? Ein außergewöhnliches Psychopuzzle um ein Verbrechen und seine Täter sowie eine Flut an Emotionen – man leidet, hasst, liebt und hofft mit der Protagonistin. Der Erzählstil ist eine Klasse für sich. Lange Zeit bleibt der Leser im Ungewissen, wer hier tatsächlich gut und wer böse ist. [352 Seiten, 21,20 Euro, btb-Verlag]

Patagonien (Carolina Schutti): Ein zweites Leben soll begonnen werden, in dieser minimalistischen Touristenunterkunft in Patagonien. Dort, wo die Straße endet, muss ein Neuanfang gelingen. Letztlich findet alles jedoch zu seinem Ende. Carolina Schutti schreibt mit „Patagonien“ ein Kammerspiel, das viel über die menschliche Psyche verrät. [144 Seiten, 19,50 Euro, edition laurin-Verlag]

Blutballaden – Tirols vergessene Epoche (Tobias Pamer): Diesen historischen Roman hat Tobias Pamer im Alter von 19 Jahren veröffentlicht. Darin nimmt er seine Heimat Tarrenz, Starkenberg und Imst ins Visier: Er hat aus allerhand Quellen geschöpft und daraus eine Geschichte des Gurgltals an der Zeitenwende nach dem Niedergang des Rittertums im 15. Jh. komponiert. Die historisch belegten Ereignisse und die Fiktion im Innern des Protagonisten gehen nahtlos ineinander über. [268 Seiten, 16,40 Euro, novum pro-Verlag]

© Haymon/btb/edition laurin/novum pro

📕 Kulinarik

Mann backt Brot (Marian Moschen): Laut den Google-Trends mischte der Suchbegriff „Brot backen“ bei den Österreichern heuer ganz vorne mit. In diesem Buch führt Kultblogger Marian Moschen Schritt für Schritt in die Welt des Brotbackens ein – mit mehr als 50 gelingsicheren Rezepten und allerhand Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene. [216 Seiten, 24,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

So schmeckt Tirol (Eva Eder): Dieses Kochbuch soll inspirieren, Tirol kulinarisch (wieder) zu entdecken oder ganz neu kennenzulernen. Hinter den Rezepten steht Eva Eder, Mitarbeiterin der Agrarmarketing Tirol. Sie zeigt, dass sich mit regionalen Lebensmitteln nicht nur traditionelle Hausmannskost zaubern lässt. Nach Jahreszeiten gegliedert. [192 Seiten, 24,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

© Tyrolia

📘 Zum Schmunzeln

Verliebt – später nicht mehr (Diana Köhle): Fremde Tagebucheinträge lesen, aber sich selbst darin wiederfinden – die Wahl-Wienerin Diana Köhle hat für ihr zweites Buch 83 mutige Menschen gefunden, die ihre intimsten Geheimnisse mit der Welt teilen. Von der verpassten Mondlandung bis zu den typischen Pubertäts-Problemchen – die besten Zitate von den 1950er- bis in die 2010er-Jahre. [176 Seiten, 17,90 Euro, Holzbaum-Verlag]

Frau Holles wilde Bande – Eine Innsbrucker Adventgeschichte (Kurt Arbeiter): Eine kurzweilig-skurrile, frech-moderne Adventgeschichte mit Innsbrucker Lokal-Kolorit vom ORF-Redakteur Kurt Arbeiter – so hat man die beliebten Sagen- und Märchengestalten Frau Holle, Schneewittchen, Pechmarie, das Kasermandl oder die Wilde Jagd noch nie erlebt! [84 Seiten, 14,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

© Holzbaum/Tyrolia

📗 Sachbuch

Alpengletscher – Eine Hommage (Andrea Fischer/Bernd Ritschel): Warum in Zeiten wie diesen nicht mal in Bild und Text auf Reisen gehen und die Gletscher der Alpen erkunden – die Innsbrucker Glaziologin Andrea Fischer zeigt in diesem Bildband nicht nur den Status Quo des „ewigen Eises“, viele der herausragenden Aufnahmen sind mehr als fünfzehn Jahre alt. [256 Seiten, 39 Euro, Tyrolia-Verlag]

Codename Brooklyn – Jüdische Agenten im Feindesland (Peter Pirker): Das Buch behandelt ein normalerweise kaum beachtetes Thema: Widerstand während des Nazi-Regimes im Raum Tirol. Die „Operation Greenup 1945" ist eine der spannendsten Geheimdienst-Operationen des 2. Weltkrieges in Innsbruck. Der Historiker Peter Pirker hat hierfür deutschsprachige Quellen durchforstest. Das Vermächtnis der Geschichte, die Quentin Tarantino zu „Inglourious Basterds“ inspiriert hat. [368 Seiten, 29,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

52 kleine & große Eskapaden in Tirol (Lea Hajner): Corona hat den Reiseradius massiv eingeengt – bekanntlich gibt es aber auch „dahoam" schöne Ecken, die entdeckt werden wollen. Reisebloggerin Lea Hajner ist ein Jahr lang quer durch Tirol getourt – die 52 Routen fernab der Pfade des Massentourismus sind jeweils nach Zeitbedarf eingeteilt und werden mit allerhand Infos, Karten und Fotos ergänzt. [232 Seiten, 18,50 Euro, DuMont-Reiseverlag]

Ischgl (Lois Hechenblaikner): Der Tiroler Fotograf und Kultursoziologe Lois Hechenblaikner befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Massentourismus in den Alpen. Seinen neuen Fotoband widmet er dem jährlichen Party-Exzess in Ischgl – und befasst sich auch mit der Frage, wie der kleine Ort zu einer Drehscheibe der Ausbreitung von Covid-19 werden konnte. Dokumente des Wahnsinns einer enthemmten, zügellosen Welt. [240 Seiten, 35 Euro, Steidl-Verlag]

© Tyrolia/DuMont/Steidl

Das große Wörterbuch der Tiroler Dialekte (Hans Moser): Tirolerisch von A wie åplattln bis Z wie Zwiderwurzn, von Nord- über Ost- bis Südtirol – Mundart-Spezialist Hans Moser nimmt uns mit auf eine Dialekt-Reise und ermöglicht so manchen „Aha-Effekt". Der ein oder andere Zungenbrecher wird bestimmt die ganze Familie unterhalten. [528 Seiten, 24,90 Euro, Haymon-Verlag]

Vergessene Zeugen des Alpenraums – Frauen und Mädchen bei der Arbeit in den Alpen (Georg Jäger): Auf Grundlage historisch-volkskundlicher Quellenhinweise geht der Sellrainer Georg Jäger dem kargen Landleben nach. Im 2. Band der dreiteiligen Buchreihe steht das harte Los der arbeitenden Frauen und Mädchen im Mittelpunkt. Dabei kann die weibliche Mehrfachbelastung in Wort und Bild hautnah erlebt werden. [336 Seiten, 28,90 Euro, KRAL-Verlag]

In mir drin ist's bunt (Theresa Bodner): Wie sieht das aus, wenn man wütend ist? Gefühle in Worte zu fassen, ist die Königsdisziplin der Sprache. Der Innsbruckerin Theresa Bodner gelingt es, die Wichtigkeit von Emotionen ins Zentrum zu rücken und präsentiert eine Schatzkiste voller Ausdrucksmöglichkeiten. Einzelne Gefühle werden durch bunte Collagen visualisiert und durch Worte bzw. kurze Sätze verdeutlicht. [26 Seiten, 14,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

© Haymon/KRAL/Tyrolia

📔 Lyrik

Ganz schön frech! 52 Gedichte für die ganze Familie (Markus Köhle): Er nennt sich selbst „Sprachinstallateur“ und wird dieser Berufsbezeichnung einmal mehr gerecht – Markus Köhle reimt sich respektlos durch einen bunt erweiterten Alltag, nichts ist vor seinem Sprachfuror sicher. Sein „Mischtierzoo“ wird um ähnlich abstruse Zeichnungen vom Südtiroler Robert Göschl erweitert, die in einen ausgelassenen Dialog mit den Gedichten treten. [88 Seiten, 15 Euro, Luftschacht-Verlag]

Nackte Gedichte (Rebecca Heinrich): In ihrem zweiten Lyrikband widmet sich die junge Literaturwissenschafterin, Autorin und Slam-Poetin Rebecca Heinrich voll und ganz der Liebe. Die einfühlsamen Gedichte sind mit dezenten Bildern untermalt – die Illustrationen stammen von Julia Kössler und Martina Frötscher. [68 Seiten, 19,50 Euro, edition baes-Verlag]

Das Beste-Hexe-Test-Turnier (Monika Maslowska/Sabi Kaspers): Griselda Grauenstein, Tumina Tümpelschreck, Tilli Tupfen und all die anderen heiteren Hexen treten zum Beste-Hexe-Test-Turnier an. Die Frage danach, wer in etwas der oder die Beste ist enthält auch eine pädagogische Botschaft – Sabi Kaspers witzige Reime und die zauberhaften Acryl-Tusche- Illustrationen der Tirolerin Monika Maslowska erschaffen ein fabelhaftes Durcheinander. [32 Seiten, 23,30 Euro, Kunstanstifter-Verlag]

© Luftschacht/edition baes/Kunstanstifter

📓 Ratgeber

Mich in meinem Leben finden (Inge Patsch): Es gibt unzählige Modelle, wie man angeblich glücklich wird. Trotzdem fehlt vielen Menschen etwas, um schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Die Leiterin des Tiroler Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse Inge Patsch holt sich bei zwei Größen des geistigen Lebens Denkanstöße und Anregungen: Ignatius von Loyola und Viktor Frankl weisen ihr den Weg für ihr Ziel – sich im Leben zu finden. [144 Seiten, 17,95 Euro, Tyrolia-Verlag]

Trost – Wege aus der Verlorenheit (Hermann Glettler/Michael Lehofer): Trost statt Vertröstung ist gefragt: Der Blick auf unsere Welt, die sich in einer ökonomischen und sozialen Schieflage befindet, lässt da keinen Zweifel. Bischof Hermann Glettler zeigt auf, wie und wo das Trösten stattfindet. Er und der Psychiater/Psychologe Michael Lehofer schreiben abwechselnd Texte zu verschiedenen Situationen. [160 Seiten, 22 Euro, Styria-Verlag]

Die 12 Tiroler (Toni Innauer): Skisprung-Olympiasieger Toni Innauer hat in diesem Buch ein Rezept gegen die aktuelle Bewegungsarmut gezaubert – abgeschaut bei unseren nächsten Nachbarn: den Tieren. Was wir von Steinadler, Alpensalamander oder Ringelnatter lernen können – zwölf Übungen für Körper und Seele. [160 Seiten, 19,80 Euro, CSV-Verlag]

© Tyrolia/Styria/CSV

Kommentieren


Schlagworte