Fall Nawalny: Moskau bestellt hochrangige Diplomaten aus EU ein

Nach dem Giftanschlag hat Oppositionsführer Alexej Nawalny die Ermittlungen selbst in die Hand genommen: Mit einem Trick konnte er einem Geheimdienstmitarbeiter ein Geständnis entlocken. Russland reagiert empört.

Alexej Nawalny ist der russischen Regierung schon seit Jahren ein Dorn im Auge.
© Maxim ZMEYEV / AFP

Moskau – Russland hat am Dienstag hochrangige Diplomaten aus mehreren EU-Staaten ins Außenministerium zitiert, um sein Missfallen über den Umgang dieser Länder mit dem Giftanschlag auf den Oppositionsführer Alexej Nawalny zu bekunden. Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete, Diplomaten aus Deutschland, Frankreich und Schweden seien in der Früh im Außenministerium in Moskau eingetroffen.

Nawalny hatte am Montag mitgeteilt, ein von ihm unter falschem Namen kontaktierter Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB habe eine Beteiligung an dem Giftanschlag auf ihn eingestanden.

Moskau bestreitet weiter Beteiligung

Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zwei Tage später wurde der 44-Jährige, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. Nach Angaben von drei europäischen Laboren, deren Ergebnisse von der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) bestätigt wurden, wurde Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Moskau bestreitet jede Beteiligung.

Deutschland, Österreich und andere Länder hatten Russland wiederholt aufgerufen, das Verbrechen aufzuklären. (APA/AFP)

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