Bayern führt Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein

Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen alle Reiserückkehrer in Bayern ein Corona-Testergebnis beim Gesundheitsamt vorlegen. Der Test darf auch im Ausland gemacht werden – allerdings darf er nicht älter als 48 Stunden sein.

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Symbolfoto.
© Sven Hoppe

München – In Bayern unterliegen ab Mittwoch alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten einer Corona-Testpflicht. Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen sie beim zuständigen Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegen, dies hat das bayerische Kabinett in München am Dienstag beschlossen. Die Urlaubs- und Familienrückkehrer können aber auch Corona-Tests vorlegen, die im Ausland vorgenommen wurden. Der Test darf maximal 48 Stunden alt sein.

"Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden. Die Sicherheit steht an erster Stelle. Dazu führt Bayern eine Testpflicht für Reiserückkehrer ein", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) laut Mitteilung. Söder befindet sich seit Montag wegen eines nachgewiesenen Corona-Falls in seinem Kabinett selbst in Quarantäne. "Reisen in Risikogebiete sollten am besten überhaupt nicht stattfinden. So bleiben alle besser geschützt."

Weiterhin zehntägige Quarantänepflicht

Darüber hinaus gilt für Einreisende aus Risikogebieten weiterhin eine strenge Quarantänepflicht. Sie müssen sich unmittelbar nach der Einreise in die eigene Wohnung oder eine geeignete Unterkunft begeben und sich dort für zehn Tage isolieren. Wie in Österreich kann die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden.

Ausnahmeregeln bestehen nach Angaben der Staatskanzlei nur für systemkritische Tätigkeiten bestimmter Berufsgruppen etwa in den Bereichen Pflege und öffentliche Sicherheit. Unabhängig davon sind alle, also auch ausländische Pflegekräfte verpflichtet, sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Auf dem europäischen Festland gibt es aktuell nur noch in Österreich (Gemeinde Jungholz in Tirol und Kleinwalsertal Mittelberg in Vorarlberg - beide Gebiete sind auf der Straße nur von Deutschland aus erreichbar), Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland und Norwegen Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Ganz Deutschland und die meisten anderen europäischen Länder sind demnach Risikogebiete. (APA/dpa)


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