Lkw-Staus vor Dover am Ärmelkanal lösen sich allmählich auf

Auch am ersten Weihnachtsfeiertag sitzen viele Lastwagenfahrer in England fest. Weil darunter viele Polen sind, schickt Warschau medizinisches Personal und Corona-Tests.

Tausende Fernfahrer waren seit vergangenem Sonntag in England steckengeblieben, nachdem Frankreich wegen einer neuen Coronavirus-Variante seine Grenze komplett geschlossen hatte.
© NIKLAS HALLE'N

Dover, Calais – Die britische Regierung hat ihre Bemühungen verstärkt, den riesigen Lkw-Stau in der Grafschaft Kent rasch aufzulösen. Zu den bereits 300 Soldaten, die im Einsatz seien, um die Fahrer schnellstmöglich auf das Coronavirus zu testen, seien nun 800 weitere hinzugekommen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Freitag mit. Auch Polen schickte Helfer und Coronatests, um die Wartezeit für die Fahrer zu verkürzen. Die Auflösung des Rückstaus dürfte noch Tage dauern.

Tausende Fernfahrer waren seit vergangenem Sonntag in England steckengeblieben, nachdem Frankreich wegen einer neuen, womöglich noch ansteckenderen Coronavirus-Variante seine Grenze komplett geschlossen hatte. Am Mittwoch wurde eine Einigung zwischen London und Paris erreicht. Die Fernfahrer müssen sich demnach einem Corona-Schnelltest unterziehen, bevor sie den Ärmelkanal per Schiff oder durch den Eurotunnel überqueren dürfen - eine erhebliche logistische Aufgabe.

Polen schickte medizinisches Team der Armee

Wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag mitteilte, wurden bis zum Nachmittag 10.000 Tests durchgeführt. Mehr als 4.500 Lastwagen hätten bereits die Reise zum Kontinent angetreten, so Shapps. Mehr als 5.000 Lkw hingen PA zufolge am Freitag weiterhin auf dem stillgelegten Flugplatz Manston und einem abgesperrten Teil der Autobahn M20 fest. Viele der Fahrer hatten sich beschwert, dass ihnen Wasser und Lebensmittel ausgingen. Auch Toiletten gibt es für viele nicht.

Polen schickte am Freitag ein 60-köpfiges medizinisches Team der Armee Richtung Dover, die beim Test der polnischen Lastwagenfahrer helfen sollten. Eine erste Delegation von Ärzten und Krankenschwestern aus Polen hätten bis Freitag in der Früh bereits 1.260 Lkw-Fahrer getestet, teilte Michal Dworczyk, Chef der Regierungskanzlei, per Twitter mit. Außerdem habe das Land 15.000 Corona-Tests zur Verfügung gestellt.

Soldaten der polnischen Armee verteilten zudem Lebensmittel. Nach Angaben der Regierung in Warschau steckten bis Freitag mehrere Tausend polnische Fahrer in England fest. "Wir sind fest entschlossen, dass alle polnischen Lkw-Fahrer nach Hause kommen sollen", so Dworczyk.

Laut der britischen Nachrichtenagentur PA hatten bis Freitag mehrere Tausend Lkw die Reise per Fähre oder durch den Eurotunnel angetreten. Mehr als 5000 Lkw hingen PA zufolge aber weiterhin auf dem stillgelegten Flugplatz Manston und einem abgesperrten Teil der Autobahn M20 fest. Viele der Fahrer hatten sich beschwert, dass ihnen Wasser und Lebensmittel ausgingen. Auch Toiletten gibt es für viele nicht. (APA/dpa/AFP/Reuters)


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