Erste 9750 Corona-Impfdosen bei Großhändler in Wien eingekühlt

Die BionTech/Pfizer-Vakzine hat erstmals Österreich erreicht. Tirol wird – wie auch die meisten anderen Bundesländer – per Heerestransport mit den Dosen für die ersten Impfungen am Sonntag versorgt.

Eine Absperrung vor den Kühlschränken mit der BioNTech/Pfizer-Vakzine bei der Vertriebsniederlassung der Herba Chemosan Apotheker AG am Samstag.
© HANS PUNZ

Wien – Der Impfstoff, auf den alle gewartet haben, hat Österreich erreicht. Die erste Tranche der Vakzine des Herstellers BioNTech/Pfizer ruht vorerst in einigen wenigen Kühlschränken in der riesigen Lager- und Logistikhalle des Pharmagroßhändlers Herba Chemosan Apotheker AG in Wien-Simmering. Wobei die Bezeichnung "Ultrafreezer" die Situation besser beschreibt. Denn die vorerst exakt 9750 Impfdosen werden bei minus 74 Grad Celsius aufbewahrt. Angeliefert aus dem Produktionsstandort im belgischen Puurs wurden sie in zwei Behältern. Sprich: Die Menge allein ist eher nicht außergewöhnlich. Man verteile alljährlich Millionen Impfstoffe, betonte man im Unternehmen.

📽 Video | Impfstoff bei Großhändler in Wien eingelagert:

Wie Vorstandschef Andreas Windischbauer ausführte, wird auch nur die erste Tranche zur Gänze in Simmering deponiert. Alle weiteren Lieferungen werden auf insgesamt 17 Niederlassungen in ganz Österreich aufgeteilt. Eine Phiole reicht laut Windischbauer für fünf Impfungen. Ärzte erhalten zu den Vakzinen auch Sets mit Spritzen. Wenn der Impfstoff beim Endverbraucher ankommt, ist er jedoch nicht mehr so kalt wie im Lager. Zwischen plus zwei und acht Grad Celsius soll er dann haben.

Bundesheer übernimmt auch Lieferung nach Tirol

Die erste Lieferung ist für die am morgigen Sonntag startenden Impfungen gedacht, wobei in Wien und Niederösterreich Herba Chemosan selbst ausliefert. Die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark und möglicherweise auch Kärnten werden vom Bundesheer versorgt, wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) erläuterte. Statt Hubschrauber kommen aus Kostengründen Fahrzeuge zum Einsatz. Laut Windischbauer ist jedenfalls die Zuteilung von 4000 Dosen bereits genau fixiert. Wien wird 2000 erhalten, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ausführte.

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Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Andreas Windischbauer, Herba-Chemosan-Chef und Präsident der Branchenvertretung Phago, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Pfizer-Austria-Chef Robin Rumler posieren vor den Impfstoff-Kühlgeräten.
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Der Geschäftsführer von Pfizer-Österreich, Robin Rumler, skizzierte beim Besuch der Politik am Stefanitag noch einmal den Weg bis zur Zulassung des Wirkstoffes und versicherte, dass kein Grund für Skepsis bestehe. Die parallel durchgeführten Studien seien aufwendig gewesen. Es habe sich gezeigt, dass die Impfung zu 97 Prozent vor der Erkrankung schütze. Im ersten Quartal würden noch 900.000 Dosen nach Österreich gebracht werden. Insgesamt sollen es in den kommenden Monaten 3,5 Millionen sein, sagte Rumler.

Tanner: "Geschichtsträchtiger Tag"

"Es ist heute ein geschichtsträchtiger Tag", freute sich Verteidigungsministerin Tanner. Heute und morgen, Sonntag, werde Geschichte geschrieben. Das Bundesheer sei dabei im Einsatz – wie schon seit Monaten, da man etwa auch schon beim Contact Tracing oder bei den Massentests Unterstützung geleistet habe. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem "schönen Weihnachtsgeschenk" und versprach, sich – sobald ihre Zielgruppe an die Reihe komme – impfen zu lassen.

Der erste Transport mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus des Herstellers Biontech/Pfizer hat laut Innenministerium in der Nacht auf Samstag gegen 2.00 Uhr die österreichische Grenze am österreichischen Grenzübergang Suben passiert.
© MAX MAYRHOFER

Zunächst wird der Impfstoff aber vor allem an Pflegeheime und zu Gesundheitseinrichtungen geliefert. Den Auftakt macht am Sonntag die MedUni Wien, wo um 9.00 Uhr fünf Risikopatienten über 80 Jahre geimpft werden. Die Covid-Station in der Klinik Favoriten wird in Wien dann in den Mittagsstunden die nächste Station sein. Laut Bürgermeister Ludwig wird Christoph Wenisch, der Leiter der Infektionsabteilung, dort als erster das Mittel verabreicht bekommen.

Kurz will sich "ganz bestimmt" impfen lassen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appellierte unterdessen einmal mehr, die Impfung in Anspruch zu nehmen. Es müsse zwar jeder für sich entscheiden, er wolle sich aber ganz bestimmt impfen lassen, sagte er im Interview mit dem ORF. Hier werden auch die Statistiken helfen, zeigte sich der Kanzler überzeugt. Denn gerade ältere Menschen könnten sich "ganz genau anschauen", wie hoch die Gefahr im Fall einer Ansteckung sei, ins Spital oder gar auf eine Intensivstation zu kommen.

Auch die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner sieht nach den vergangenen Monaten, die "für alle sehr herausfordernd waren" die Impfungen als "große Chance, uns das normale Leben zurückzuholen". Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto besser werde das gelingen, sagt die SPÖ-Chefin in einem Video auf ihrer Facebook-Seite.

Der Impfstoff des Herstellers BioNTech/Pfizer stammt vom Produktionsstandort im belgischen Puurs. Der Spezialtransport hatte in der Nacht auf Samstag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die Grenze bei Suben (OÖ) überquert. (TT.com, APA)


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