Corona hat den Österreichern die Zuversicht genommen

Noch nie hat das Meinungsforschungsinstitut IMAS bei seiner traditionellen Neujahrsumfrage eine so schlechte Grundstimmung in der Bevölkerung registriert. Nur mehr ein Drittel sieht positiv ins neue Jahr.

Die Corona-Krise hat vielen Menschen die Zuversicht genommen.
© iStock/Getty Images

Linz – Die Zuversicht der Österreicher hat sich 2020 verflogen. Noch nie hat das Meinungsforschungsinstitut IMAS seit Einführung seiner Neujahrsumfrage 1972 eine so schlechte Grundstimmung registriert. Ein Jahr mit Corona hat offenbar bewirkt, dass nur mehr ein Drittel der Bevölkerung positiv gestimmt ins neue Jahr geht. Auch der Blick zurück ist ernüchternd: Gerade einmal 22 Prozent meinten, dass 2020 ein gutes Jahr gewesen sei, geht aus der aktuellen Studie hervor.

Für drei Viertel der Befragten war das zu Ende gehende Jahr sogar "schlecht" (29 Prozent) oder "nicht besonders gut" (46 Prozent), ergab die am Montag veröffentlichte Studie. Dabei starteten 60 Prozent mit Zuversicht, wenn man das Ergebnis der Neujahrsumfrage von 2019 heranzieht. Der im Laufe dieses Jahres erfolgte Stimmungswandel spiegelte sich auch in der Einschätzung für 2021 wider. Nur mehr 28 Prozent gaben sich zuversichtlich. Dagegen blickten 28 Prozent skeptisch und 38 Prozent sogar mit Sorge voraus, sechs Prozent machten keine Angaben. Vor allem Frauen (43 Prozent) und die Altersgruppe 60-plus (48 Prozent) äußerten Ängste.

Krise bereitet Österreichern weiter Sorge

Die Meinungsforscher wollten auch wissen, warum die Österreicher so negativ gestimmt sind. Und da zeigte sich wenig überraschend, dass das alles dominierende Thema Corona die Ursache ist. Jene, die sorgenvoll in die Zukunft schauen, tun dies vor allem wegen der herrschenden Krise (27 Prozent), der wirtschaftlichen Entwicklung (22 Prozent) sowie der Furcht um den eigenen Arbeitsplatz (17 Prozent). Ähnlich die Situation bei den Skeptikern, die aber an erster Stelle die Ungewissheit (28 Prozent) quält. Auch bei den Optimisten bestimmt Corona die Grundhaltung. Allerdings überwiegt bei ihnen die Hoffnung auf den Impfstoff (33 Prozent) sowie die Auffassung, es könne nur besser werden (24 Prozent).

Die Pandemie hat laut Studie auch Einfluss auf die persönlichen Vorsätze für das kommende Jahr: Jene beiden Ziele – "sich mehr bewegen" und "bewusster leben" –, die auch schon die vergangenen Jahre an erster Stelle standen, haben für 2021 noch mehr an Bedeutung gewonnen. Von den 35 Prozent veränderungswilligen Österreichern wollen 44 Prozent künftig mehr sporteln – im Vorjahr sagten dies 35 Prozent – und 40 Prozent möchten einen bewussteren Lebensstil führen, was einer Zunahme von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Ganz unten auf der persönlichen To-Do-Liste stehen etwa "weniger Alkohol trinken" (elf Prozent) oder "sich mehr politisch engagieren" (9 Prozent).

Im Durchschnitt nahm sich die Gruppe mit guten Vorsätzen rund vier davon vor. Immerhin schafften es 21 Prozent der Befragten in diesem Jahr ihre noch 2019 gefassten Ziele auch großteils umzusetzen. Gut die Hälfte meinte, dies sei wenigstens teilweise gelungen. 28 Prozent hingegen gaben an, es habe nicht geklappt. Für 2021 haben sich zwei Drittel der Bevölkerung gar nichts Spezielles vorgenommen. IMAS hat im November und Dezember 1017 Österreicher ab 16 Jahre befragt. (APA)


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