Mayer und Kriechmayr erlösten ÖSV: „Jetzt wird nicht mehr so viel blöd geredet"

Hundertstelkrimi in Bormio: Matthias Mayer hatte bei der Abfahrt hauchdünn die Nase vorne. Der Doppel-Olympiasieger verwies ÖSV-Teamkollege Vincent Kriechmayr um 0,04 Sekunden auf Rang zwei. Der drittplatzierte Schweizer Urs Kryenbühl hatte lediglich 0,06 Sekunden Rückstand. Es war der erste ÖSV-Erfolg bei den Alpinen in dieser Saison.

Doppelt jubelt besser: Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer sorgten für Feierlaune beim ÖSV-Team.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Bormio – Matthias Mayer hat dem ÖSV vor dem Jahresausklang doch noch einen Alpin-Sieg beschert. Der Kärntner gewann am Mittwoch eine sich zum Hundertstelkrimi entwickelnde Bormio-Abfahrt vor seinem Teamkollegen Vincent Kriechmayr, damit bejubelte der rot-weiß-rote Skiverband sogar einen Doppelerfolg im letzten Rennen des Jahres. 0,04 Sekunden lag Mayer am Ende vor Kriechmayr, der Schweizer Urs Kryenbühl war 0,06 zurück. Für den ÖSV war es der erste Saisonsieg bei Damen und Herren.

Mayer feierte im italienischen Valtellina seinen zehnten Weltcup-Sieg, zuletzt hatte der mittlerweile 30-jährige Routinier im März die Abfahrt in Kvitfjell gewonnen. "Ich habe mich voll reingehaut, von oben bis unten. Vier Hundertstel - ein extrem enges Rennen", sagte Mayer im ORF. "Es war anders als im Training auf jeden Fall. Ein paar Stellen waren ein bisschen gemütlicher zum Fahren, ein paar Stellen waren wieder schwieriger, weil mehr Schläge waren."

"Es war heute - so blöd es klingt - wesentlich einfacher zu fahren"

Kriechmayr stimmte dem zu. "Es war heute - so blöd es klingt - wesentlich einfacher zu fahren. Das Licht war auch sehr gut, deswegen war es ein enges Rennen", sagte der Oberösterreicher und freute sich "für unser Team, dass wir zumindest das Rennen gewonnen haben. Jetzt haben wir wenigstens in der Öffentlichkeit nicht mehr so viel Druck und es wird nicht mehr so viel blöd geredet."

🎥 Die Siegesfahrt von Matthias Mayer im Video:

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Im geschlagenen Feld landeten die weiteren Österreicher. Nur Max Franz (+0,96) kam als 13. in die Top 20, Daniel Hemetsberger (22./+1,59), Otmar Striedinger (24./+1,81), Christopher Neumayer (28./+2,15), Christian Walder (31./+2,35) und Stefan Babinsky (41./+3,87) waren weiter hinten. Hannes Reichelt schied aus.

Kilde als Gesamtweltcup-Leader ins neue Jahr

Auf einer unverzeihlichen Stelvio gaben im Kampf um die vorderen Plätze schon kleinste Verschneider und wackelige Momente den Ausschlag. Der Südtiroler Dominik Paris, der Schweizer Mauro Caviezel, der Norweger Aleksander Aamodt Kilde und Ryan Cochran-Siegle aus den USA, der am Vortag den Super-G gewonnen hatte, blieben nicht ohne Lapsus, während Mayer und Kriechmayr die beste Linie trafen.

Titelverteidiger Kilde geht mit einem sechsten Platz als Führender im Gesamtweltcup und drei Punkten Vorsprung auf Alexis Pinturault ins neue Jahr. Weiter geht es im Herren-Weltcup am 6. Jänner mit dem Slalom in Zagreb. Die Damen sind in der von einem Erdbeben erschütterten kroatischen Hauptstadt schon am Sonntag, 3. Jänner, an der Reihe. (APA)

Abfahrt der Herren in Bormio – Endstand:


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