2021 ist da: Jahreswechsel im Zeichen der Corona-Pandemie

2021 ist da. Innsbruck ist als einzige Landeshauptstadt Österreichs mit einem öffentlichen Feuerwerk ins neue Jahr gerutscht. Coronabedingt verliefen die Feiern heuer aber überall anders, als gewohnt.

Silvester-Feuerwerk 2020/2021 auf der Seegrube, Nordkette.
© TT/Michael Kristen

Innsbruck – Trotz Corona-Lockdowns ist die Innsbruck mit einem öffentlichen Feuerwerk in das Jahr 2021 gerutscht – als einzige Landeshauptstadt Österreichs. Das Feuerwerk ging auf der Seegrube hoch über der Stadt in Szene und dauerte vier Minuten. Jenen, die das Feuerwerk nicht von zu Hause aus mitverfolgen konnten, wurde auf anderem – im Corona-Jahr bekannten Wege – nachgeholfen: Sie konnten es online via Livestream auf der Facebook-Seite des Stadtmarketings mitverfolgen.

Die Durchführung des Feuerwerks hatte mitunter auch zu Kritik geführt. Einerseits aufgrund der Kosten von rund 40.000 Euro und andererseits wegen der Corona-Situation und der möglichen Gefahr, dass Menschen – entgegen der Ausgangsbeschränkungen – dazu animiert werden könnten, sich auf der Straße zu versammeln. Die Stadt-Verantwortlichen sprachen hingegen von einem "Signal der Hoffnung" für das neue Jahr und dem Einkehren von ein wenig Normalität.

Entsprechend bilanzierte der für Sicherheit zuständige Innsbrucker Vizebürgermeister Johannes Anzengruber am Neujahrstag: „Der Wettergott meinte es mit den Organisatoren gut, es herrschte klare Sicht und somit war das Riesen-Feuerwerk vor den Berggipfeln der Nordkette in der Landeshauptstadt und weit im Umland bestens zu sehen. Vielen hat es sehr gefallen, was ich den bisher bei mir eingetroffenen SMS- und WhatsApp-Nachrichten entnehmen konnte. Auf der „Mein Innsbruck“-Facebook-Seite gab es bis heute Früh schon über 15.000 Aufrufe", so der Stadt-Vize. Er rechnet mit einer medialen Nachberichterstattung über die Landesgrenzen hinaus. "Es war definitiv die richtige Entscheidung dieses Feuerwerk als Zeichen und als leuchtendes Signal der Hoffnung und des Optimismus für das neue Jahr zu veranstalten“, so Anzengruber in einer Aussendung.

Zugleich wurde an die Bevölkerung appelliert, auf private Feuerwerke zu verzichten, ein Appell, der bei vielen aber ungehört verhallte. Nicht nur in der Landeshauptstadt waren aus allen Ecken und Enden private Feuerwerke und Böller zu hören und zu sehen. Auch im Rest des Landes hatten viele sich Privat mit Raketen eingedeckt.

📽️ Video | Freude, Feuerwerk, Light Shows rund um die Welt

Deutschland startete ruhiger ins Jahr 2021

Wegen der Corona-Pandemie war der Jahreswechsel in Deutschland deutlich ruhiger als sonst. In Berlin waren Böller deutlich zu hören, obwohl der Verkauf von Feuerwerk verboten war. Laut Polizei verlief der Abend bisher ungewohnt ruhig. Die größte Silvesterfeier Deutschlands und das Feuerwerk am Brandenburger Tor waren abgesagt worden. Private Feiern waren in Deutschland wegen des Virus nur in kleinem Rahmen erlaubt.

Das ZDF strahlte seine traditionelle Silvestershow vom Brandenburger Tor live, aber ohne Publikum vor Ort aus. Fernsehzuschauer konnten sich bewerben, um über Video in der Sendung eingeblendet zu werden. Im Showprogramm traten Álvaro Soler, Vicky Leandros und Jürgen Drews mit Tochter Joelina auf. Um Mitternacht erklang Beethovens Neunte.

Am Berliner Brandenburger Tor gab es dieses Mal ein Konzert, aber ohne Publikum.
© John MACDOUGALL / various sources / AFP

Musik statt Geböller in Frankreich, traurige Rückblicke in Italien

Während das berühmte Pariser Feuerwerk in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie entfallen musste, sind Frankreichs Elektro-Liebhaber an diesem Silvester auf ihre Kosten gekommen. Gleich zwei Größen inszenierten Online-Shows vor der Kulisse von Pariser Wahrzeichen. Elektropop-Pionier Jean Michel Jarre (72) läutete das neue Jahr in einem virtuellen Notre-Dame ein. Star-DJ David Guetta (53) beglückte seine Fans mit einer aufgezeichneten Musikshow vor dem Louvre.

An diesem Jahreswechsel gilt in Frankreich eine Ausgangssperre zwischen 200 und 6 Uhr. Mehr als 100.000 Einsatzkräfte kontrollierten unter anderem die Einhaltung der Hygieneregeln. Im privaten Raum durften sich nur wenige Menschen treffen - laut Regierungsempfehlung maximal sechs Erwachsene. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, brannten am Silvesterabend in Straßburg erneut einige Autos. Es kam demnach zu einzelnen Festnahmen.

Die berühmte Champs Elysees war in der Silvesternacht wie ausgestorben.
© Stefano RELLANDINI / AFP

Italien hat das Corona-Jahr in kleinem Rahmen mit nächtlicher Ausgangssperre verabschiedet. Musik-Feste liefen hauptsächlich im Fernsehen und Internet. Rom erließ kurzfristig ein Feuerwerksverbot, das bis zum 6. Jänner gilt. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 500 Euro. Weil die Regierung Silvesterpartys zum Gesundheitsschutz verboten hatte, organisierten viele Städte Internet-Events mit italienischen Musikstars. In Rom war etwa Rockröhre Gianna Nannini angesagt.

Das ganze Land von Bozen und Venedig im Norden bis nach Palermo auf Sizilien war seit Donnerstag für mehrere Tage wieder zu einer Roten Zone mit starken Corona-Beschränkungen erklärt worden. Zwischen 22.00 Uhr am Silvesterabend und 7.00 Uhr am Neujahrsmorgen herrschte für die 60 Millionen Bürger und Bürgerinnen sogar Ausgangsverbot – mit nur wenigen Ausnahmen. Zum Silvester-Essen durften die Menschen höchstens zwei erwachsene Gäste aus einem anderen Haushalt einladen.

In der Stadt Bergamo, die bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr besonders viele Tote zu verzeichnen hatte, war manchen gar nicht zum Feiern zumute. Die Verantwortlichen dort organisierten dann aber doch ein spezielles Event mit TV-Aufzeichnung, um das Coronavirus - oder besser das ganze Jahr 2020 - symbolisch zu verbrennen, wie es hieß.

Griechen feierten mit mehr Feuerwerk denn je

In Griechenland wurde der Jahreswechsel landesweit mit riesigen Feuerwerken gefeiert – es wurde weitaus mehr geböllert als zuvor. Griechische Medien berichteten von "einer der spektakulärsten pyrotechnischen Shows aller Zeiten". Feuerwerk zu Silvester ist in Griechenland längst nicht so üblich wie in Österreich. Traditionell spielen die Griechen in der Neujahrsnacht Karten.

Weil dieses Jahr aber Corona-Ausgangsverbot herrschte, überboten sich Städte, Gemeinden und Stadtteile in Sachen Pyrotechnik. Vor allem im Großraum Athen und in Piräus stiegen gewaltige Feuerwerke in den Himmel, die die Menschen von Balkonen und Dachterrassen aus verfolgten.

Das Staatsfernsehen (ERT) stimmte die Menschen mit der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie auf das neue Jahr ein: Es zeigte einen emotional geladenen Kurzfilm über einen jungen Mann und eine junge Frau, die gemeinsam die Straßen ihrer menschenleeren Stadt zurück erobern. Dazu ertönte die Musik des weltweit bekannten griechischen Musikers und Komponisten Mikis Theodorakis zum Film "Schöne Stadt" (griechisch: Omorfi Poli). "Zusammen werden wir es schaffen", sagte der Athener Bürgermeister Kostas Bakogiannis im Staatsfernsehen.

Feuerwerk über der berühmten Akropolis in Athen.
© LOUISA GOULIAMAKI / AFP

Auch Skandinavien begrüßt das neue Jahr

Parallel mit den Österreichern haben auch die etwa 21 Millionen Skandinavier in Dänemark, Norwegen und Schweden das neue Jahr willkommen geheißen. Es galten auch dort Corona-Beschränkungen für den Silvesterabend, darunter eine Teilnehmerbegrenzung für Zusammenkünfte. Feuerwerk war grundsätzlich nicht untersagt, wie sich etwa am Himmel über der dänischen Hauptstadt Kopenhagen zeigte.

Dort und anderswo beim nördlichsten deutschen Nachbarn stellten sich viele Dänen wenige Momente vor Mitternacht auf einen Stuhl, den Tisch oder das Sofa, um pünktlich zum Jahreswechsel wieder hinabzuspringen – das soll laut altem dänischen Aberglauben Glück im neuen Jahr bringen. Die Regierung hatte im Voraus jedoch eindringlich darum gebeten, mit möglichst wenigen Menschen ins neue Jahr zu feiern. Der Verkauf von Alkohol war in Dänemark in der Neujahrsnacht ebenso wie in anderen Teilen Skandinaviens verboten.

Der Kopenhagener Rathausplatz – eigentlich einer der zentralen Versammlungsorte für viele dänische Hauptstädter zu Silvester – war coronabedingt abgesperrt worden. Auch anderswo in Nordeuropa prägte die Pandemie den Abschied aus dem Corona-Jahr 2020: In der norwegischen Hauptstadt Oslo fiel das große Feuerwerk ebenso aus wie in Helsinki und weiteren Städten in Finnland, wo die Menschen bereits eine Stunde zuvor das neue Jahr begrüßen konnten.

In Schweden hat Stockholm seine offizielle Neujahrsfeier abgesagt. Das im Fernsehen übertragene Feuerwerk im Freilichtmuseum Skansen sollte gezündet werden, allerdings diesmal ohne Publikum vor Ort. Schon am frühen Abend hatten die 13 Kathedralen des Landes zehn Minuten lang geläutet – in erster Linie nicht, um das neue Jahr zu begrüßen, sondern um den mehr als 8700 Menschen zu gedenken, die 2020 in Schweden in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben sind.

Etwas deplatziert wirkd das Feuerwerk über Ask in Norwegen, wo bei einem Erdrutsch vor wenigen Tagen mehrere Menschen verletzt worden waren.
© Jil Yngland / NTB / AFP

Die Schweiz rutschte mit Glockengeläut ins neue Jahr

Die Schweiz hat den Jahreswechsel aufgrund der Coronavirus-Pandemie ruhig und vielerorts im kleinen Kreis begangen. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gab es in der Nacht auf Freitag kaum Feuerwerke. In Bern läuteten aber auch in diesem Jahr die Glocken des Münsters das alte Jahr aus und das neue Jahr ein.

Weil es wegen der Coronavirus-Restriktionen keine größeren Menschenansammlungen im öffentlichen Raum geben darf, konnten diesmal sogar alle zwölf Glockenschläge des Münsters gehört werden und die Töne gingen nicht im Gekreische der Feiernden unter. Die offiziellen Großfeuerwerke waren im Vorfeld abgesagt worden. Allerdings stiegen dennoch mancherorts Böller über Schweizer Städten auf.

New York begrüßte 2021 mit Konfetti und "ball drop"

Die US-Millionenmetropole New York hat das neue Jahr traditionell auf dem Times Square begrüßt – doch wegen der Corona-Pandemie blieb der berühmte Platz in Manhattan erstmals seit Jahrzehnten an Silvester für die Öffentlichkeit gesperrt. Als um Mitternacht wie jedes Jahr ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast zum sogenannten Ball Drop herabgesenkt wurde, zählten dort nur wenige Dutzend geladene Gäste die letzten Sekunden herunter.

Unter ihnen waren medizinisches Personal und Lieferboten, die stillen Helden der Pandemie. Trotz der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen dürften auch dieses Mal wieder Millionen Amerikaner die große Show am Fernseher verfolgt haben.

Bilder vom verlassenen Times Square im Herzen der Ostküstenmetropole waren im Frühling um die Welt gegangen und zu einem Symbol der Corona-Krise in den USA geworden. New York wurde von dem Virus besonders hart getroffen, über Wochen hinweg starben jeden Tag Hunderte Menschen. Die Stadt erließ strikte Regeln zur Eindämmung des Virus – nach einem deutlichen Rückgang steigen die Infektionszahlen mittlerweile aber wieder.

Der Times Square in New York City ist normalerweise der bestbesuchte Platz in der Silvesternacht. Heuer waren nur einige ausgewählte Menschen vor Ort.
© COREY SIPKIN / AFP

Sydney begrüßte neues Jahr mit kürzerem Feuerwerk

Mit einem farbenprächtigen Feuerwerk an der berühmten Harbour Bridge und dem Opernhaus hat Sydney das neue Jahr begrüßt. Zuschauer waren diesmal wegen der Corona-Pandemie am Hafen nicht erlaubt. Die Behörden hatten zuvor verkündet, jede und jeden mit einer Geldstrafe von 1000 Australischen Dollar (etwa 626 Euro) zu ahnden, der die Absperrungen zum Hafengebiet zu überwinden versuche.

Das wirkte offenbar: Sydney habe einer Geisterstadt geglichen, je näher der Jahreswechsel rückte, sagten Beobachter. Das weltbekannte Feuerwerk – eines der ersten jedes Neujahr weltweit – wurde im Fernsehen live übertragen. Es fiel aber kleiner und mit einer Dauer von sieben Minuten deutlich kürzer aus als sonst. Normalerweise zieht das Spektakel im Hafen der australischen Metropole jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an.

Polizeibeamte in Sydney.
© DAVID GRAY

Neuseeland feiert ohne Beschränkungen

Als Erste starteten aber die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11 Uhr MEZ ins neue Jahr. Eine Stunde später folgte Neuseeland, wo man mit einer Reihe großer Musikfestivals und Feuerwerksshows das Jahr 2021 begrüßte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Corona-Einschränkungen stattfinden.

Seouls Glocken-Zeremonie nur in TV und Internet

In den folgenden Stunden folgten nach und nach die Länder in Asien: Um 16.00 Uhr waren etwa Japan und Südkorea dran. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul war erstmals seit fast sieben Jahrzehnten die traditionelle Glockenschlag-Zeremonie im Bosin-Pavillon (Bosingak) nur im Fernsehen und in sozialen Medien zu erleben.

Um 17.00 Uhr folgte der Jahreswechsel auf den Philippinen und in Malaysia, ebenso wie in Taiwan und in China. In China gibt es keine großen Corona-Einschränkungen mehr. Allerdings ist Silvester für die Chinesen auch nicht besonders wichtig. Nach ihrem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr erst im Februar. Erst dann gibt es eine große Reisewelle. Dennoch wurden Freitagfrüh in einigen Städten Feuerwerke gezündet. Auch in Wuhan, der Stadt des Corona-Ausbruchs, war etwas geplant. Um 18 Uhr gingen Thailand und Vietnam ins Jahr 2021.

Zuschauer waren diesmal wegen der Corona-Pandemie am Hafen von Sydney nicht erlaubt.
© SAEED KHAN

Großes Feuerwerk in Moskau

Um 21 Uhr MEZ stand unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten das neue Jahr an. Dort war in Dubai am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdj Khalifa, wieder ein spektakuläres Feuerwerk geplant. In Moskau sollte es trotz Corona-Sperrstunde ein großes Feuerwerk am Kreml geben – um 22 Uhr MEZ.

Bis 13 Uhr MEZ am 1. Jänner dauert es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Als letztes sind die unbewohnten Eilande Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik dran. (APA/dpa/Reuters/TT.com)

🔎 Wie die Welt unter Corona-Bedingungen Silvester feiert

Weltweit sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, Sao Paulo, Amsterdam und London. Mehr dazu HIER.


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