Acht Jugendliche bei Silvesterfeier gestorben, 13-Jähriger von Böller getötet

Bei einer Silvesterfeier in Bosnien sind acht Jugendliche wegen Rauchgas gestorben. In Asti im Piemont wurde ein 13-Jähriger durch Knallkörper in der Bauchgegend so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb. Auch in Frankreich und Deutschland kam es zu tödlichen Unfällen.

(Symobolfoto)
© Christophe Gateau

Rom/Brandenburg – Silvesterfeiern im In- und Ausland haben in der Nacht auf Freitag zahlreiche Verletzte und auch Tote gefordert.

In Bosnien-Herzegowina sind bei einer Party in einem Wochenendhaus acht junge Menschen ums Leben gekommen. Die vier Männer und Frauen im Alter von rund 20 Jahren erlagen einer Rauchgasvergiftung, wie die kroatische Nachrichtenagentur Hina unter Berufung auf die Polizei im bosnischen Kanton Westliche Herzegowina berichtete.

Die acht jungen Leute hatten sich den Berichten zufolge in das Wochenendhaus in einem Naherholungsgebiet bei Posusje in der westlichen Herzegowina zurückgezogen, um den Jahreswechsel zu feiern. Die Ursache für die Tragödie in der Gemeinde Posusje im südwestlichen Landesteil wird noch untersucht. Vergiftungen mit Kohlenmonoxid sind in der Balkanregion nicht selten. Dazu kann es kommen, wenn das hochgiftige, aber vom Menschen schwer wahrnehmbare Gas aus schadhaften Öfen oder Kaminen strömt.

Derartige Partys im privaten Rahmen wurden diesmal in Bosnien in großer Zahl organisiert. Die Menschen umgingen damit den Lockdown, den die Behörden wegen der Corona-Pandemie verhängt hatten. Die Maßnahmen beinhalten unter anderen das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 30 Teilnehmern, die Schließung aller Gastronomiebetriebe um 23 Uhr sowie eine nächtliche Ausgangssperre von 23.00 bis 05 Uhr.

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13-Jähriger starb in Italien durch Böller

In Asti in der norditalienischen Region Piemont ist ein 13-Jähriger ums Leben gekommen. Der Bub erlag schweren Bauchverletzungen, verursacht von einem Knallkörper, berichtete die Polizei nach Medienangaben. Das Kind wurde ins Spital eingeliefert, konnte aber nicht gerettet werden.

Dutzende Personen wurden in Italien durch Knallkörper verletzt. Die Zahl war jedoch wesentlich niedriger als zu Silvester in den vergangenen Jahren, teilten die Behörden mit. Acht Menschen erlitten im Raum Neapel Medienberichten zufolge Verletzungen durch Böller. Eine Frau, die auf ihrem Balkon stand, wurde in der Augengegend von einer Pistolenkugel getroffen. Die Frau schwebte nicht in Lebensgefahr.

50 Prozent weniger Verletzte in Mailand

In Mailand verlor ein Mann zwei Finger, nachdem ihm ein Knallkörper in der Hand explodierte. In der lombardischen Metropole gab es 50 Prozent weniger Verletzte als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, teilte die Polizei mit.

Italien hat das Corona-Jahr in kleinem Rahmen mit nächtlicher Ausgangssperre verabschiedet. Musik-Feste liefen hauptsächlich im Fernsehen und Internet. Rom erließ kurzfristig ein Feuerwerksverbot, das bis zum 6. Jänner gilt. Es wurde jedoch nicht überall eingehalten.

Franzose starb durch Feuerwerksmörser

Im Elsass in Frankreich ist in der Silvesternacht ein 25-jähriger Mann beim Abfeuern eines Feuerwerkskörpers gestorben. Der Feuerwerksmörser habe dem jungen Mann in der Gemeinde Boofzheim "den Kopf abgerissen", teilte die Präfektur Bas-Rhin, nahe der Grenze zu Deutschland, mit. Ein 24-jähriger Mann sei im Gesicht verletzt worden und liege im Krankenhaus.

Die beiden Männer seien mit dem Feuerwerksmörser auf der Straße zugange gewesen, gab die Polizei bekannt. Die Präfektur Bas-Rhin hatte den Verkauf und Kauf von Feuerwerkskörpern für den gesamten Monat Dezember verboten.

"Keine typische Silvesternacht" für Krankenhäuser in Berlin

In Brandenburg ist nach einem Bericht der dpa ein 24-Jähriger bei einem Unfall mit Pyrotechnik gestorben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde kurz nach Mitternacht selbst gebaute Pyrotechnik gezündet. Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben, sagte der Sprecher. Ein Entschärfer-Team der Polizei habe auch nicht gezündete Pyrotechnik sichergestellt.

Handchirurgen des Unfallkrankenhauses Berlin haben während des Jahreswechsels zehn von Sprengkörpern verletzte Menschen notoperiert. Bei zwei Patienten hätten Teile der Hände amputiert werden müssen, sagte eine Sprecherin der Klinik am Freitagmorgen. Bei den anderen Fällen handele es sich unter anderem um Brandverletzungen, Fleischwunden oder Knochenbrüche an der Hand. Insgesamt sei die Silvesternacht im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich ruhiger verlaufen, was Sprengkörperverletzungen angehe, sagte die Sprecherin: „Es war keine typische Silvesternacht.“

Wiener und Steirer durch Böller schwer verletzt

Teile seiner Hand hat ein 25-Jähriger in Wien-Simmering in der Silvesternacht durch das Hantieren mit einem pyrotechnischen Gegenstand verloren. Insgesamt verzeichnete man aber deutlich weniger Einsätze als in den vergangenen Jahren, berichtete die Berufsrettung.

Die Rettung wurde am Donnerstag gegen 21.40 Uhr von Passanten per Notruf in die Rappachgasse gerufen. Sanitäter versorgte den durch einen Böller Schwerverletzten und brachte ihn in einen Schockraum.

Ein 45-jähriger Mann ist in der Silvesternacht in Weitendorf bei Wildon (Bezirk Leibnitz) durch einen Knallkörper schwer verletzt worden. Wie das Rote Kreuz Leibnitz auf Facebook mitteilte, explodierte der Knallkörper kurz nach Mitternacht im Gesicht des Mannes. Er wurde mit thermischen Verletzungen und einem totalen Sehverlust in die Augenklinik im Landeskrankenhaus Graz eingeliefert. (APA)


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