Wegen der Knallerei: Massensterben von Vögeln in der Silvesternacht in Rom

Tierschutzorganisationen warnen jedes Jahr vor Silvester – zum Schutz der Tiere. Obwohl es in der italienischen Hauptstadt ein Böllerverbot gab, hielten sich nicht alle dran. Mit schlimmen Folgen für hunderte Vögel.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren Straßen und Bürgersteige zu sehen, die mit zahlreichen toten Vögeln gesäumt sind.
© Twitter/WantedinRome

Rom – In Rom ist es in der Silvesternacht zu einem Massensterben von Singvögeln gekommen. Terrorisiert durch die laute Knallerei und die Feuerwerke auf den Terrassen und Balkonen der Häuser prallten Stare in Massen gegen die Fensterscheiben von Geschäften und Wohnungen sowie gegen Stromleitungen und stürzten auf die Straßen. Vor allem im Gebiet um den Bahnhof Termini, wo viele Stare überwintern, wurden hunderte tote Vögel aufgesammelt.

Durch die immer milderen Winter in Italien ziehen viele Zugvogelarten nicht mehr gen Süden, sondern bleiben im warmen Rom. Die Tiere überwintern in den Bäumen der italienischen Hauptstadt, weil sie in Rom weiterhin Mücken, Fliegen und andere Insekten als Nahrung finden.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren Straßen und Bürgersteige zu sehen, die mit zahlreichen toten und unter Schock stehenden Vögeln gesäumt sind. Wie der Corriere della Sera berichtete, wurden die Kadaver rund um den Bahnhof Termini und weiteren Straßen wie der Via Nazionale entdeckt. Es wird vermutet, dass die Tiere an Herzinfarkten starben.

Böllerverbote blieben vielerorts unbeachtet

Tierschutzorganisationen warnen immer wieder vor den Konsequenzen eines lauten Jahreswechsels für die Tierwelt und forderten strenge Maßnahmen gegen die Silvesterknallerei. „Bei Tieren löst die ungewohnte nächtliche Silvesterknallerei Panik aus“, schreibt beispielsweise der Nabu. Laut der Organisation werden Vögel durch den Explosionslärm panisch und fliegen orientierungslos bis zur Erschöpfung umher. Ohne einen Ruheplatz stürzen sie dann zu Boden.

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„Auch wenn in Italien ein Böllerverbot verhängt wurde, wird dieses nicht eingehalten. Das Resultat ist, dass jedes Jahr zu Silvester massiv Tiere sterben. Viele Haustiere werden verletzt. Diesem Massaker muss ein Ende gesetzt werden", protestierte Massimo Comparotto, Präsident des Tierschutzverbands Oipa.

Die Neujahrsfeiern unter Corona-Bedingungen haben in Italien deutlich weniger Verletzte und Tote gefordert als in früheren Jahren. Grund waren die landesweiten strikten Ausgangsbeschränkungen. Böllerverbote, wie sie unter anderem für Rom, Palermo, Florenz und Mailand erlassen wurden, blieben jedoch vielfach unbeachtet. Im norditalienischen Asti starb laut Medienberichten ein 13-Jähriger durch einen Böller. (APA/dpa)


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