Zu viele „No-Shows"? Weiter Gegenwind für Uni-Pläne der Regierung

Zahlen über Studierende, die keine Prüfungen ablegen, sorgen an der Uni Innsbruck für Erstaunen. Vizerektor Bernhard Fügenschuh kann diese nicht nachvollziehen.

Symbolbild.
© TT/Thomas Böhm

Wien – Für Erstaunen haben an der Uni Innsbruck einmal mehr Zahlen über Studierende gesorgt, die keine Prüfungen ablegen. Dieses Mal sind es angebliche Daten des Instituts für Höhere Studien (IHS), die Vizerektor Bernhard Fügenschuh nicht nachvollziehen kann. Der Studie zufolge soll demnach ein Viertel aller Studierenden in Österreich im ersten Semester der so genannten Studien­eingangsphase (StEOP) zu keiner einzigen Prüfung angetreten sein – auch No-Shows genannt. An den Unis Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg seien es sogar fast 40 Prozent gewesen, meldet die APA. Für Innsbruck würde das IHS 36 Prozent ausweisen, sagt Fügenschuh.

Aber auch diese Angabe sei unerklärlich, schon weil die IHS-Studie „keinerlei Informationen über StudentInnen, sondern lediglich zu Studien haben kann“, sagt Fügenschuh. Der Unterschied: Eine Person kann mehrere Studien belegen, verfolge aber vielleicht zu Beginn nur eines. Die tatsächliche „Prozentzahl der so genannten No-Shows an der Uni Innsbruck sei insgesamt aber nur knapp über 30 Prozent, „bezogen auf alle Studien bzw. die in der IHS-Studie ausgewählten Studien“, korrigiert Fügenschuh. Erst durch die ungewichtete Kombination von Studienstart im Winter- und Sommersemester komme man auf die genannten höheren Werte. „Wobei sich diese Startgruppen nicht nur zahlenmäßig deutlich unterscheiden“, betont der Vizerektor.

Heftig verteidigt hatte Fügenschuh die Innsbrucker Studierenden schon Mitte Dezember gegen die Aussage von Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer im TT-Interview, wonach die Hälfte aller Studienanfänger in Österreich im ersten Jahr keinen ECTS-Punkt erreichten. „Laut IHS-Studie ist es österreichweit immerhin nur noch ein Viertel“, bemerkt Fügenschuh. Grund für den Zahlenstreit ist übrigens die Absicht der Bundesregierung, eine Mindeststudienleistung für Anfänger einzuführen.

Aber nicht nur dieses Detail in der geplanten UG-Novelle löst an der Uni Innsbruck Reaktionen aus. Der Senat hat in einer am 22. Dezember beschlossenen Stellungnahme den Gesetzesentwurf „mit Nachdruck“ abgelehnt. Der Senat und sein Vorsitzender Walter Obwexer orten u. a. verfassungs- und EU-rechtswidrige Passagen darin. (sta)

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