Gurgiser ortet in Kritik aus Italien „Einführung des Faustrechts“

Der Transitforum-Obmann sieht in den Forderungen der italienischen Handelskammern und Frächterverbände die Einführung des „Faustrechts auf der Straße“. Der Verkehr habe sich der sensiblen Region anzupassen und nicht umgekehrt, fordert Gurgiser.

Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser.
© Andreas Rottensteiner / TT

Innsbruck – Der Obmann des Transitforums Austria-Tirol, Fritz Gurgiser, sieht in der Kritik der Handelskammern der norditalienischen Regionen und Frächterverbände gegen die Verschärfung der Tiroler Maßnahmen gegen den Lkw-Transitverkehr mit Jahresbeginn „dreiste, rechts- und demokratiefeindliche Angriffe“. Diese würden mit ihren Forderungen die Brennerstrecke de facto zur „Anarchiestrecke“ erklären, kritisierte Gurgiser.

Es solle quasi das „Faustrecht auf der Straße“ eingeführt werden. Wer die „freie Transitfahrt“ wolle, verlange vom Land Tirol ebenso wie der Republik Österreich, dass sie nationale und europäische Grundrechte von den Transitlastern überrollen lassen. „Nicht mehr und nicht weniger“, so Gurgiser. Die Verbände und Kammer würden verlangen, dass sämtliche national- und europarechtlichen Vorgaben „zum Schutz der Gesundheit der privaten und betrieblichen Anrainerschaft“ abgeschafft werden, ärgerte sich der Transitforum-Chef.

„Der Verkehr hat sich anzupassen“

Es passe nicht zusammen, Jahr für Jahr Milliarden an Nettozahlungen von Österreich an die EU und ebenso Milliarden Euro Steuergeld via Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE auch an italienische Baufirmen zu „verlangen“ und gleichzeitig „rücksichts-und verantwortungslos die gesamte Brennerregion rund um die Uhr zu verlärmen“, donnerte Gurgiser Richtung Süden. „Der Brenner war niemals eine ‚freie Transitroute‘, wird niemals eine sein: Es hat sich der Verkehr dieser sensiblen Region anzupassen und nicht umgekehrt und, wem es nicht passt, dem steht die Reisefreiheit offen“, meinte Tirols oberster Transit-Bekämpfer.

Handelskammern und Verbände hatten sich am Montag wegen der neuen Maßnahmen „zutiefst besorgt“ gezeigt. Das Nachtfahrverbot und die vielen anderen Einschränkungen für den Güterverkehr in Tirol würden „zu höheren Transportkosten für italienische Unternehmen und damit zu höheren Preisen für den Endverbraucher führen“, hieß es in einer Aussendung. Die Handelskammern beklagten die Diskriminierung italienischer Frächter seitens der Tiroler Behörden. (APA)

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