Saudi-Arabien kündigt Bau von klimaneutraler Großstadt an

Die Metropole sei für eine Million Einwohner geplant und werde 380.000 Arbeitsplätze schaffen, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman. Sie solle zu hundert Prozent aus "sauberer Energie" gespeist werden.

Der Bau soll laut Kronprinz Mohammed bin Salman noch im ersten Quartal des laufenden Jahres beginnen.
© BANDAR AL-JALOUD

Riad – Saudi-Arabien will den Bau einer klimaneutralen Stadt im Nordwesten des Landes voranbringen. Die Metropole sei für eine Million Einwohner geplant und werde 380.000 Arbeitsplätze schaffen, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Sie solle zu hundert Prozent aus "sauberer Energie" gespeist werden. Die Stadt soll Teil der so genannten "Neom"-Industriezone sein, mit der sich der weltgrößte Öl-Exporteur wirtschaftlich breiter aufstellen will.

Der Bau soll noch im ersten Quartal des laufenden Jahres beginnen. Das Neom-Gebiet insgesamt, mit mehreren verschiedenen Zonen wie einem Industrie- und Logistik-Zentrum, soll 2025 fertiggestellt sein. Es soll am Roten Meer und dem Golf von Aqaba auf einer Fläche von 26.500 Quadratkilometern entstehen, einer Fläche, die größer als das Bundesland Hessen ist.

Das Projekt war bereits 2017 angekündigt worden. Die Bemühungen Saudi-Arabiens, ausländische Geldgeber für Investitionen zu gewinnen, hatte durch die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi aber einen deutlichen Rückschlag erlitten. Khashoggi war im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden.

Ursprünglich hatten saudische Behörden abgestritten, etwas mit dessen Verschwinden zu tun zu haben. Der Fall sorgte weltweit für Empörung. Khashoggi war ein Kritiker von Kronprinz bin Salman. Nach türkischer Darstellung war der Mord von höchster saudischer Stelle angeordnet worden. Es gab auch Vorwürfe, dass der Kronprinz selbst den Mord angeordnet habe. Beides wurde von der Führung in Riad aber zurückgewiesen. 2020 hatten dann ein deutlicher Ölpreis-Rückgang und die Folgen der Coronavirus-Pandemie die Wirtschaft des Landes schwer getroffen. (APA/Reuters)


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