Sucheinsätze nach Lawinen in Axams und Hopfgarten, weiter gesperrte Bahnstrecken und Straßen

Nach den starken Schneefällen sind in Tirol am Freitag nach wie vor einige Straßen und Bahnstrecken gesperrt. In der Axamer Lizum ging am späten Vormittag eine Lawine ab. Fast in ganz Tirol herrscht Warnstufe 4 der fünfteiligen Skala.

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Großangelegter Sucheinsatz nach einer Lawine am Feldalphorn in Hopfgarten.
© ZOOM.TIROL

Innsbruck – Die großen Neuschneemengen vom Donnerstag haben Tirol auch am Freitag in Atem gehalten. Zahlreiche Straßen- und Bahnverbindungen sind weiterhin gesperrt, in der Axamer Lizum und am Feldalphorn in Hopfgarten gingen Lawinen ab. Sucheinsätze nach eventuell Verschütteten verliefen laut Polizei negativ. Einzelne Orte wie Sölden im Ötztal oder St. Christoph am Arlberg waren vorerst nicht erreichbar. Im Bereich Imst und Roppen waren zudem Freitagfrüh rund 200 Haushalte ohne Strom. Am Vormittag waren die Störungen großteils wieder behoben.

Räumeinsatz auf der Brennerstrecke.
© ÖBB/ASC Innsbruck

Gesperrt waren unter anderem vorerst weiter die Lechtalstraße im Außerfern, die Felbertauernstraße zwischen Mittersill und Matrei in Osttirol, die Ötztal Straße zwischen Zwieselstein und der Hochalpenstraße und zwischen Huben und Sölden sowie die Sellraintalstraße zwischen Kühtai und Hagen.

Im Bahnverkehr ist von Fahrten über den Arlbeg und den Brenner abzusehen. Die Arlbergbahnstrecke bleibt wegen der anhaltenden Schneefälle gesperrt. Die Sperre, die Freitagfrüh auf die Strecke von Bludenz bis Ötztal ausgeweitet werden musste, gilt laut ÖBB für Freitag und Samstag. Am Brenner ist vorerst die gesamte Strecke bis Innsbruck unterbrochen. Man sei mit allen rund 280 Mitarbeitern im Räumeinsatz, so ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.

Auch die Strecke der Straßenbahnlinie 6 in Innsbruck ist vorübergehend gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen über Lans wurde eingerichtet, für Montag wird wieder mit dem planmäßigen Betrieb gerechnet. Wegen umgestürzter Bäume fährt die Stubaitalbahn derzeit nur bis Kreith.

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🚆 Gesperrte Bahnstrecken im Überblick

  • Die Brennerstrecke bleibt bis Betriebsschluss am Freitag gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr für den Nah- und Fernverkehr ist zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und Brenner eingerichtet.
  • Unterbrochen bleibt die Arlbergstrecke, Schienenersatzverkehr gibt es zwischen Ötztal und Bludenz. Nach dem Räumeinsatz soll der Streckenabschnitt zwischen Ötztal und Landeck-Zams wieder freigegeben werden, sodass der Schienenersatzverkehr ab Samstag auf den Abschnitt zwischen Landeck-Zams und Bludenz verkürzt wird. Die Bahnstrecke in diesem Bereich bleibt auch am Samstag aller Voraussicht nach bis 20 Uhr gesperrt. Es besteht weiterhin hohe Lawinengefahr. Erst wenn die Unwetterschäden beseitigt sind, kann die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden.
  • Die Verbindung in die Schweiz von Feldkirch nach Buchs ist wegen mehrerer umgestürzter Bäume auch am Samstag noch nicht befahrbar. Sobald es die Straßenverhältnisse zulassen, wird ab Samstag ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Da es in der Schweiz ebenfalls zu großflächigen Streckensperren kommt, wird empfohlen sich vor Reiseantritt umfassend über die aktuelle Situation zu informieren.
  • Die Rola (Rollende Landstraße) startet wieder am Freitag um 19 Uhr in Wörgl von Terminal Nord.
  • Die Karwendelbahn ist bis zum Betriebsschluss am Freitag gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist zwischen Innsbruck und Seefeld eingerichtet.

🚧 Aktuelle Straßensperren & Verzögerungen im Überblick

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Die Situation sei insgesamt „sehr herausfordernd" für die ÖBB. Im Arlberggebiet komme zur Lawinengefahr die große Schneehöhe hinzu. „Am Gleis liegen rund 1,30 Meter Schnee", so Gasser-Mair. Man sei daher mit sämtlichem schweren Gerät und allen verfügbaren Mitarbeitern im Einsatz.

Information der ÖBB

🔗 Nähere Informationen zum Bahnverkehr auf oebb.at

Auch im Bezirk Reutte kommt es laut Aussendung des Landes immer wieder zu Zugausfällen. Ein Schienenersatzverkehr für den Nah- und Fernverkehr sei laut ÖBB auf den betroffenen Abschnitten eingerichtet, allerdings sei auch die Straßensituation derzeit nicht einfach. Man rate daher Reisenden, von derzeit nicht unbedingt notwendigen Reisen in dem Gebiet abzusehen und diese zu verschieben. Wie lange die Sperren anhalten werden, war vorerst nicht abzusehen, zumal für Sonntag weitere Schneefälle angekündigt sind.

Lawinenabgang in Axams und Hopfgarten

Im freien Skiraum ging am späten Freitagvormittag in der Axamer Lizum im Bereich des Ziehweges Pleisenlift eine Lawine ab. Bergrettung, Suchhunde, Polizei, ein Notarzt und freiwillige Helfer suchten den rund 400 Meter langen und 80 Meter breiten Lawinenkegel nach eventuell Verschütteten ab, es wurde jedoch niemand gefunden. Noch während der Suche beobachtete ein Bergretter, wie sich westlich des Lawinenkegels ein weiteres, doppelt so langes Schneebrett löste. Bei einem Suchflug des Polizeihubschraubers Libelle konnte sowohl eine Ein- als auch Ausfahrtsspur aus der Lawine festgestellt werden. Abermals wurde nach eventuell verschütteten Personen gesucht. Der Einsatz wurde gegen 15 Uhr ergebnislos abgebrochen.

Unterhalb einer Piste im freien Gelände kam es in der Axamer Lizum zu einem Lawinenabgang.
© Zeitungsfoto.at

Fast zeitgleich meldete eine Skitourengeherin (42) einen Lawinenabgang am Feldalphorn (1932m) in Hopfgarten in den Kitzbüheler Alpen. Sie gab an, dass eine Skispur in den Lawinenkegel führe, jedoch keine wieder hinaus. Daraufhin wurde der etwa 50 Meter breite und 200 Meter lange Abschnitt von Bergrettung, Suchhunden, Alpinpolizei sowie zwei Notarzthubschraubert abgesucht und sondiert. Die Suche nach eventuell Verschütteten verlief auch hier negativ und wurde um 14.30 Uhr beendet.

Gefahr umstürzender Bäume, Unfälle auf Schneefahrbahn

Ein umgestürzter Baum verursachte Freitagfrüh einen Autounfall in Weißenbach. Gegen 5.40 Uhr stürzte er unmittelbar vor dem Fahrzeug eines 58-jährigen Lenkers auf die Lechtalstraße, wie die Polizei berichtet. Trotz einer sofortigen Vollbremsung fiel der Baum auf den Pkw und durchschlug die Windschutzscheibe. Dabei zog sich der Lenker leichte Verletzungen zu, sein Beifahrer blieb unverletzt. Am Fahrzeug entstand schwerer Sachschaden.

Nach dem Unfall wurden umfangreiche Baumfällungen auf der Lechtalstraße vorgenommen.
© ZOOM.TIROL
Schlapp machte auch die leere Traglufthalle am Fürstenweg. Sie ist unter den Schneemengen eingesackt und musste von der Feuerwehr freigeschöpft werden.
© Zeitungsfoto.at

Im Zillertal kam am Freitagmorgen ein Lkw von der schneebedeckten Fahrbahn ab. Der 58-jährige Lenker war gegen 8.15 Uhr in Mayrhofen im Ortsteil Schweinberg bergwärts unterwegs, als das Fahrzeug hängen blieb, rückwärts rutschte und sich überschlug, bevor es auf der darunterliegenden Straße zum Stillstand kam. Der Lenker zog sich leichte Verletzungen zu, am Lkw entstand Totalschaden.

Die Stadt Innsbruck warnt auch Fußgänger eindringlich vor Spaziergängen in Parkanlagen oder längeren Aufenthalten unter schneebedeckten Bäumen. Von der Schneelast strapazierte Äste können leicht einbrechen und dadurch wie Dachlawinen gefährlich werden. Unter anderem eine Schwarzkiefer zwischen dem Haus der Musik und der Hofkirche konnte konnte der Niederschlagsmengen nicht mehr standhalten und stürzte um. Verletzt wurde niemand und auch Sachschäden gab es dadurch nicht.

Die Schwarzkiefer vor dem Haus der Musik brach unter der Schneelast zusammen.
© Stadt Innsbruck

Fast in ganz Tirol Lawinenwarnstufe 4

In Tirol herrscht am Freitag außerdem weiter verbreitet massive Lawinengefahr. Zu den Schneefällen gesellte sich nämlich stürmischer Wind im Hochgebirge, was zu gefährlichen Triebschneeansammlungen führen kann, warnte der Lawinenwarndienst. Treffen die Prognosen ein, dann kommt Tirol heute noch mit Lawinenwarnstufe 4, große Gefahr, davon. Wobei Experte Rudi Mair von einem „angespannten Vierer" spricht. Schneit es noch mehr, kann sich die Situation weiter verschärfen.

Derzeit gilt der „angespannte Vierer" für ganz Tirol mit Ausnahme Unterland und südliches Osttirol. Die Landeswarnzentrale meldete die Stationierung eines Bundesheerhubschraubers in Vomp und den Einsatz des Landeshubschraubers für Erkundungsflüge in Ost- und Nordtirol. „Eine rasche Entspannung der Lawinensituation ist derzeit nicht in Sicht", so Rudi Mair. In Kappl und Galtür bleiben die Volksschulen weiterhin vorsorglich geschlossen, wie das Land am Vormittag informierte.

📰 In eigener Sache

Aufgrund der starken Schneefälle kann es bei der Zustellung der Tiroler Tageszeitung in einigen Gebieten zu Beeinträchtigungen kommen. Wir bitten um Verständnis.

Viel Sonne am Wochenende, am Sonntag wieder Schnee

Nachdem es vor allem im Tiroler Oberland über Nacht noch kräftig schneite, sollte sich das Wetter am Freitag aber langsam beruhigen. „Im Arlbergebiet, im Montafon sowie im Paznauntal sind bis dorthin bis zu ein Meter der weißen Pracht gefallen“, meinte Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. Dann blinzelt auch die Sonne wieder durch, die Temperaturen liegen zwischen -11 und -1 Grad.

© Ubimet

Am Samstag setzt sich bei ruhigem Winterwetter vor allem im Westen verbreitet die Sonne durch – perfekt, um den frisch gefallenen Schnee zu genießen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, wie Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol erklärt: „Wenn auch am Wochenende zeitweise Bilderbuchwetter herrscht und Tirol sich in einem herrlichen Winterkleid präsentieren wird, heißt es für alle Wintersportler im freien Gelände, dringend Vorsicht und Zurückhaltung zu üben."

„Nach dem ergiebigen Neuschnee und starken bis stürmischen Winden im Hochgebirge sowie dadurch entstandenen frischen Triebschneeansammlungen ist mit einer heiklen Lawinensituation zu rechnen“, so Mair weiter. Außerdem sollte man lieber noch eine zusätzliche Schicht anziehen, denn die Temperaturen steigen nie über die Null-Grad-Grenze. Mair appelliert, Touren umsichtig zu planen und den täglichen Lawinenlagebericht im Blick zu behalten. Gerade in der Corona-Krise sollen Risiken vermieden werden, Rettungskräfte zusätzlich zu belasten.

Weiterhin eisig kalt, aber mit umgekehrter Verteilung verläuft der Sonntag: Während sich nun im Osten Sonnenschein durchsetzt, ziehen im Rest Tirols rasch Wolken auf, aus denen auch teilweise wieder Schneeflocken fallen. Die gute Nachricht: Mit dem Wochenende dürfte der Höhepunkt der Kälte erreicht sein, in der neuen Woche setzen sich wohl bald deutlich mildere Luftmassen vom Atlantik durch.

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Winterdienst weiter in vollem Einsatz

Unter anderem in der Landeshauptstadt wurde auch am Freitag weiter mit Hochdruck daran gearbeitet, die Verkehrswege und Gehsteige rasch vom Schnee zu räumen. „Innsbruck ist eine Stadt im Gebirge, dazu gehört im Winter Schnee. Ich bitte um Verständnis, dass derzeit nicht überall gleichzeitig so geräumt wird, wie sich die Bürgerinnen und Bürger das vorstellen. Gleichzeitig bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitern, die auch die vergangene Nacht im Einsatz waren“, betonte Bürgermeister Georg Willi und schloss einen Appell an die Bevölkerung an: „Die aktuelle Situation erfordert hoch konzentriertes Arbeiten, weil in der Stadt jede Menge Masten, Abfalleimer, Straßenmöblierungen und Haltestellen vorhanden sind, die nicht angefahren werden dürfen. Die Männer des Straßenbetriebes schaufeln Straßenübergänge so gut es geht aus und verdienen unseren Respekt.“ Im Einsatz stehen derzeit bis zu 25 Groß- und Kleinfahrzeuge, rund 70 Mitarbeiter, die mit händischen Tätigkeiten beschäftigt sind und rund 20 private Dienstleister.

Mitwirken wird von Grundeigentümern erwartet, deren Grundstücke bis auf drei Meter an Gehsteige oder Gehwege angrenzen. Zu räumen und zu streuen ist entlang der gesamten Grundstücksgrenze von 6 bis 22 Uhr. In Fußgängerzonen besteht die Räumpflicht für einen ein Meter breiten Streifen entlang der Häuserfront.

Die Mitarbeiter des Straßenbetriebs in Innsbruck sind mit Groß- und Kleinfahrzeugen, aber auch händisch im Räumungs-Dauereinsatz.
© Dullnigg

Arlberg versinkt im Schnee

Am stärksten betroffen von den Schneefällen war und ist das Arlberggebiet. „So viel Neuschnee in so kurzer Zeit, das haben wir schon lange nicht mehr gehabt", stellte St. Antons Bürgermeister Helmut Mall fest. Er sprach sogar von 70 bis 80 Zentimeter Neuschnee. Aufgefallen ist ihm, dass die Schneemenge am Berg nur unwesentlich höher war als im Tal. „Auch das kommt selten vor." Das Motto des Tages hieß am Donnerstag laut Mall: „Schaufeln, schaufeln, schaufeln."

📽 Video | Schneechaos mit Ansage

„Wir sind den Schnee ja gwohnt. Aber diese Menge in nur einer Nacht finde ich ungewöhnlich", schilderte auch Hotelier Ernst Kössler. Auf der Terasse habe er die Schneemengen noch selbst weggeräumt. „Aber rund um das Haus musste mir sein Sohn helfen." Kleinere Lawinen gingen bereits am Vormittag ab. Der Bürgermeister musste die örtliche Lawinenkommission einberufen. „Einige Lawinenstriche, wo sich auch Triebschnee angesammelt hat, mussten wir absprengen."

📸 Eindrücke aus dem verschneiten St. Anton:

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© TVB St. Anton am Arlberg | A.Monehar

© TVB St. Anton am Arlberg | A.Monehar

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Ähnlich die Situation im Paznaun: In Ischgl und Galtür wurden rund 80 Zentimeter gemessen, die Talstraße war jedoch bis Galtür/Wirl befahrbar. Exponierte Gemeinde­straßen hingegen mussten gesperrt werden. Auch bei den Loipen stellten die Behörden ein Sicherheitsrisiko fest und verhängten eine Sperre

Die kleine Leonie freute sich im Zillertal über den Schnee.
© Dornauer

Ortswechsel: In Brandberg im Zillertal erschwerten Schneeverwehungen die Räumungsarbeiten. „Man kann dadurch den Straßenverlauf nicht mehr erkennen", schilderte Bürgermeister Heinz Ebenbichler, den solche Situationen aber nicht aus der Ruhe bringen. „Das gehört zu einem Winter einfach dazu." Das Seitental Zillergrund ist ab Klaushof durch die Lawinenkommissionen gesperrt, auch von Brandberg über die Ritzl-Aste ist keine Zufahrt möglich. Zwei dauerhaft im Zillergrund wohnende Familien sind von der Sperre betroffen, aber vorbereitet. Ähnliche Situationen gibt es aus vielen Landesteilen zu berichten.

In Innsbruck kämpften sich gestern Tausende Menschen durch den Schnee – der Räumungsdienst kam kaum mit der Arbeit nach. 71 Zentimeter Neuschnee zeigte der Meterstab auf der Nordkette an. Der Fahrweg zur Arzler Alm und der Kollnerweg sind derzeit noch gesperrt.

In Innsbruck gab es eine ungewöhnliche Rad-Ski-Kombi.
© Domanig

📽️ Video | Umfrage: Wie sind Sie mit den Neuschneemengen umgegangen?

Mehrere Skigebiete geschlossen

Wegen der großen Lawinengefahr waren die Skigebiete Spieljoch, Hochfügen und Kaltenbach am Donnerstag geschlossen. Auch in der Zillertal Arena (Zell/Gerlos) standen aufgrund der starken Windböen die Lifte still, am Freitag wurde aber wieder aufgesperrt.

Die Lawinenkommission der Stadt Innsbruck ortete erhebliche Lawinengefahr auf der Nordkette, daher wurde der Kollnerweg vom Höttinger Bild zum Gramartboden sowie der Zufahrtsweg zur Arzler Alm gesperrt. Wann die Wege wieder passierbar werden, war zunächst unklar. Die Situation werde täglich neu beurteilt, hieß es in einer Aussendung.

Anzengruber: „Lawinengefahr auf Nordkette ernst nehmen!"

Da im Laufe des Donnerstages trotz Warnungen Wanderer und Tourengeher im Bereich der Nordkette gesichtet wurden, appelliert der Innsbrucker Vizebürgermeister Johannes Anzengruber eindringlich, die Lawinensituation auf der Nordkette ernst zu nehmen: „Skitouren und Wanderungen auf der Nordkette sind zu unterlassen. Es herrscht absolute Lebensgefahr! Da der Schneedeckenaufbau instabil ist, wurde die Lawinengefahrenstufe Vier ausgerufen. Es gehen zudem durch Sprengungen und durch Selbstauslösungen immer wieder Lawinen ab. Ich bitte auch die Disziplin in den nächsten Tagen einzuhalten.“

© Stadt Innsbruck

Auto in St. Leonhard im Pitztal von Lawine erfasst

Ein Lawine erfasste am Donnerstag bereits in der Früh in St. Leonhard im Pitztal auf der Pitztaler Landesstraße ein Auto. Das Schneebrett war gegen 7.30 Uhr in einer Steilrinne zwischen dem Steinkogel und Brandkogel abgegangen und verschüttete die Straße laut Polizei auf einer Länge von rund 50 Metern. Dabei wurde auch das Auto eines 18-Jährigen erfasst, jedoch nicht verschüttet. Der Lenker konnte seinen Wagen selbstständig verlassen und blieb unverletzt.

Auch bei Reith im Alpbachtal war etwa zwei Stunden später eine Lawine auf die Alpbacher Landesstraße abgegangen. Die Straße wurde auf einer Länge von rund 100 Metern verschüttet. Es wurden dabei weder Menschen verletzt noch entstand Sachschaden, berichtete die Polizei. Die Straße musste jedoch während der Räumung für rund eine Stunde gesperrt werden. Nach einer Besichtigung durch die Lawinenkommission und dem Straßenmeister wurde die Straße wieder freigegeben.

Gegen 12.30 Uhr lösten am Donnerstag zwei unbekannte Skitourengeher beim Queren eines Steilhanges am Weiler „Innerwald" in Sölden eine etwa 100 Meter breite Schneebrettlawine aus, die dann auf die darunterliegende Gemeindestraße abging. Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass jemand verschüttet worden war, weswegen die Einsatzkräfte den Lawinenkegel absuchten. Gefunden wurde niemand. Die Gemeindestraße wurde nach der Räumung und Begutachtung gegen 14.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Gegen 14 Uhr rutschte ein Schneebrett auf die Bundesstraße B182 zwischen Gries am Brenner und der Grenze. Verletzt wurde niemand und auch Sachschaden entstand keiner. (TT.com, TT)

📞 Kältetelefon in Tirol

Menschen, die obdachlos sind, leiden besonders unter der prognostizierten Kälte. Um ihnen zu helfen, steht das Kältetelefon in Tirol unter der Nummer +43 512 21447 zur Verfügung. Es ist auf der einen Seite für Betroffene selbst, vor allem aber für aufmerksame Bürger gedacht.

„Wir alle sind gefordert: Wenn uns wohnungslose und frierende Menschen auffallen, sollten wir soziales Engagement zeigen und nachfragen, ob sie Hilfe benötigen. Ein Anruf beim Kältetelefon kann Leben retten“, erklärt Innsbrucks Vize-Bürgermeister Johannes Anzengruber in einer Aussendung.


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