Wiederaufnahme der Arbeiten an Nord Stream 2 verzögert sich

Die Rohr-Verlegarbeiten im Zuge des Baus der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 werden voraussichtlich nicht vor Ende Jänner fortgesetzt. Die Dänische Energie-Agentur hat zwar die Genehmigung erteilt, die Ausrüstung soll aber erst geprüft werden.

Rohre für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 werden auf dem Gelände des Hafens Mukran im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gelagert. (Archivfoto)
© Stefan Sauer

Berlin, Moskau – Die Wiederaufnahme der Arbeiten zur umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 verzögert sich. "Wir haben von der Dänischen Energie-Agentur die Genehmigung, ab Freitag mit den Arbeiten zu beginnen. Das heißt aber nicht, dass wir am Freitag auch die Verlegung von Rohren wieder aufnehmen", sagte ein Sprecher der Nord Stream 2 AG dem Handelsblatt. Voraussichtlich werden die Rohr-Verlegearbeiten nicht vor Ende Jänner fortgesetzt.

Man werde "zunächst die technische Ausrüstung prüfen", sagte der Sprecher der Projektgesellschaft. Das werde mindestens einige Tage dauern. Voraussichtlich Ende Jänner, Anfang Februar könne man besser abschätzen, wann man mit dem Verlegen der Rohre beginne. "Einen genauen Termin für die Wiederaufnahme der Verlegearbeiten können wir daher nicht nennen."

Am Donnerstag hatte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass er davon ausgehe, dass die Pipeline fertiggestellt werde. "Wir finden es positiv, dass die Arbeiten für den ersten Strang jetzt in Deutschland abgeschlossen sind und dass die Arbeiten in den dänischen Gewässern in den nächsten Tagen wieder beginnen." Uniper gehört neben der österreichischen OMV, Wintershall, Royal Dutch Shell und dem französischen Versorger Engie zu den Finanzpartnern für das fast zehn Milliarden Euro teure Projekt.

USA lehnen Bau ab und drohen mit Santkionen

Die USA lehnen den Bau der rund 1200 Kilometer langen Röhre ab und drohen den am Bau beteiligten Unternehmen mit Sanktionen. Washington argumentiert, Europa werde dadurch noch abhängiger von russischem Erdgas. Die USA wollen allerdings auch selbst ihr Gas in Europa verkaufen.

TT-ePaper gratis testen und 20 x € 100,- Einkaufsgutscheine gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, hat die Einmischung der USA in den Bau der russisch-deutschen Erdgaspipeline Nod Stream 2 scharf kritisiert. "Die Versuche der USA, die Projektrealisierung durch Erpressung, Drohungen und exterritoriale Sanktionen zu verhindern, sind Ausdruck unlauteren Wettbewerbs", sagte Netschajew dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Diesen Ansatz und die damit im Zusammenhang stehende Argumentation halten wir für inakzeptabel und gesetzeswidrig beziehungsweise nicht überzeugend."

Das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern will die von den USA angedrohten Sanktionen mit einer gemeinwohlorientierten Umwelt-Stiftung aushebeln. Erwogen wird, durch ein eng an Nord Stream 2 angedocktes Wirtschaftsunternehmen der Stiftung Bauteile und Maschinen zu kaufen, die für die Fertigstellung der Gasleitung unerlässlich sind.

Die Einrichtung der Stiftung sei "gutes Recht der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern", sagte Netschajew. "Wir halten uns nicht für berechtigt, diese Entscheidung zu kommentieren." (APA/Reuters/dpa)


Kommentieren


Schlagworte