Oxford-Wissenschaftler überarbeiten AstraZeneca-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Unternehmens AstraZeneca steht kurz vor der Zulassung in der EU. Nun soll das Vakzin überarbeitet werden, um es gezielt gegen die neuen Mutationen einsetzen zu können.

Das Vakzin wird in Oxford überarbeitet.
© OLI SCARFF

Oxford – Wissenschaftler der Universität Oxford überarbeiten zusammen mit dem Konzern AstraZeneca entwickelten Corona-Impfstoff, damit dieser gezielt gegen die neuen, hochansteckenden Coronavirus-Mutationen eingesetzt werden kann, die in Großbritannien, Südafrika und Brasilien entdeckt wurden. Das berichtet die britische Zeitung Telegraph. Die Wissenschafter erstellen demnach eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Impfstoffs.

Am 12. Jänner stellte AstraZeneca offiziell einen Zulassungsantrag in der EU. Zum Inhalt ist noch nichts bekannt. Die Behörde selbst äußert sich in der Regel nicht während eines laufenden Zulassungsverfahrens.

Kurz fordert erneut rasche Zulassung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat unterdessen vor dem am Donnerstagabend beginnenden EU-Videogipfel seine Forderung nach einer raschen Zulassung weiterer Impfstoffe bekräftigt. „AstraZeneca kann für Österreich im ersten Quartal zwei Millionen Impfdosen bereitstellen. Das würde den Erfolg der Impfungen in Österreich enorm beschleunigen. Es zählt hier wirklich jede Woche, um Menschenleben und Arbeitsplätze zu retten. Europa darf hier nicht zurückfallen“, sagte Kurz im Vorfeld.

Kurz hat in dieser Angelegenheit gemeinsam mit den Regierungsspitzen aus Dänemark (Mette Frederiksen), Griechenland (Kyriakos Mitsotakis) und Tschechien (Andrej Babis) einen Brief an EU-Ratspräsident Charles Michel geschrieben. „Unserer Meinung nach sollte der Europäische Rat am Donnerstag ein starkes Signal an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA, Anm.) senden, um sicherzustellen, dass das Zulassungsverfahren für Impfstoffkandidaten – derzeit jener, der von der Universität Oxford/AstraZeneca entwickelt wurde, aber natürlich auch für alle anderen Unternehmen, die sich in Zukunft um Zulassung bewerben – so effizient wie möglich ist“, schrieben die vier Regierungschefs in ihrem Brief.

„Jeder Tag zählt"

Kurz und seine Kollegen betonen, dass sich die EU in einer weltweiten Gesundheitskrise befinde, „wo jeder Tag zählt, um Leben zu retten“. Daher erwarte man von den EU-Agenturen auch, dass diese so schnell wie möglich arbeiten und sich darauf konzentrierten, was wissenschaftlich erforderlich sei. „Ebenso erwarten wir, dass die Impfstoffhersteller bereit für Lieferungen sind, sobald sie die Marktgenehmigung bekommen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Dies sei auch wichtig, um das von der EU-Kommission vorgegebene 70-Prozent-Impfziel bis Sommer zu erreichen.

„Wir fordern gemeinsam ein, dass in der EMA eine rasche und unbürokratische Entscheidung über die Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca getroffen wird“, erklärte Kurz in einem Statement gegenüber der APA.

„Werde mich bewusst mit AstraZeneca impfen lassen“

Er selbst werde sich bewusst mit dem Impfstoff von AstraZeneca immunisieren lassen, hatte Kurz am Mittwoch erklärt. „Viele tun so, als wäre BioNtech/Pfizer der Mercedes und AstraZeneca der Skoda unter den Impfstoffen. Ich werde mich bewusst mit AstraZeneca impfen lassen, um diesem Mythos gegenzuwirken“, sagte Kurz. (APA/Reuters/dpa, TT.com)


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