Heftige Niederschläge in Syrien stürzen Zehntausende in noch größere Not

Die humanitäre Not Zehntausender Flüchtlinge in den Rebellengebieten im Nordwesten Syriens steigt durch Schneefälle und Überflutungen. Mehr als 200 Lager und schätzungsweise 175.000 Menschen seien betroffen.

Dieses Flüchtlingscamp nahe der türkischen Grenze wurde überflutet.
© AAREF WATAD

Idlib – Heftige Regenfälle und Schnee haben die humanitäre Not Zehntausender Flüchtlinge in den Rebellengebieten im Nordwesten Syriens weiter vergrößert. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Idlib berichtete am Freitag, die Mehrheit der Flüchtlingslager im Norden der Region sei in den vergangene Tagen davon betroffen gewesen. Eine große Anzahl Lager und Zelte sei überschwemmt worden, sagte der Leiter der Behörde, Salam Abdan.

Bilder zeigten, dass ganze Camps unter Wasser standen. Menschen standen kniehoch im Wasser oder wateten durch tiefen Matsch. Zelte und auch feste Unterkünfte wurden überflutet. Die Hilfsorganisation Save the Children meldete, ein sechs Jahre altes Kind sei umgekommen. 20.000 Menschen seien durch Überschwemmungen vertrieben worden.

Kein Schutz gegen Kälte

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ihsan Relief and Development, die mit der deutschen Welthungerhilfe zusammenarbeitet, sind mehr als 200 Lager und schätzungsweise 175.000 Menschen betroffen. Es gebe nicht genügend Heizgeräte und warme Kleidung für die Flüchtlinge, sagte Ijad al-Nahhas von Ihsan. Sie hätten immer größere Probleme, zu den weit entfernten Märkten zu kommen, um sich dort zu versorgen. Auch die Hilfsorganisation Weißhelme klagte, die Stoffzelte böten keinen Schutz gegen Kälte und Frost. Das Leiden der Flüchtlinge in den Lagern sei noch größer geworden.

© AAREF WATAD

Die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist nach fast zehn Jahren Bürgerkrieg das letzte große Gebiet des Landes, das noch unter Kontrolle von Regierungsgegnern steht. Es wird dominiert von der militant-islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). In dem Gebiet leben nach Schätzungen rund drei Millionen Menschen, etwa die Hälfte von ihnen Flüchtlinge aus anderen Regionen Syriens.

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Seit dem vergangenen Frühjahr gilt eine Waffenruhe für Idlib, auf die sich Russland und die Türkei geeinigt hatten. Moskau unterstützt in dem Konflikt die Regierung, Ankara deren Gegner. Trotz der Waffenruhe kommt es in der Region immer wieder zu Gewalt. (APA/dpa)


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