Neue Virus-Variante in Tirol: 16 Seilbahnmitarbeiter bisher positiv

Nach der britischen Coronavirus-Mutation in Jochberg wurde nun die südafrikanische im Zillertal nachgewiesen. Verdachtsfälle gibt es auch in Innsbruck und Völs. Fügenberg und das Schwazer Spital stehen im Fokus.

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Seit November haben sich 16 Mitarbeiter der Hochfügener Bergbahnen infiziert, einer befindet sich noch in Quarantäne.
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Innsbruck – Nach den Verdachtsfällen auf die britische Virus-Mutation in Jochberg wurden rund 1000 Proben von positiven Corona-Tests in Tirol an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES nach Wien geschickt. So auch jene aus dem Zillertal. Seit Freitagabend steht fest: Bei bisher fünf positiven PCR-Proben der letzten Wochen aus dem Bezirk Schwaz konnte nun die südafrikanische Covid-Virusmutation nachgewiesen werden. Bei 21 weiteren Proben aus demselben Cluster ist laut AGES davon auszugehen, dass diese gesamt 26 Fälle davon betroffen sind. Im Laufe des Samstags kamen noch zwei Fälle hinzu: einer aus Innsbruck-Land und einer aus der Landeshauptstadt. Beide haben jedoch einen Bezug zum Bezirk Schwaz.

Wie die bei dem Cluster in Jochberg festgestellte britische Variante dürfte die südafrikanische ebenfalls ansteckender sein als das „normale“ Coronavirus. Noch keine Anhaltspunkte gibt es darüber, wie die Mutation nach Tirol gelangt sein könnte. Die Kontaktnachverfolgung läuft jedenfalls auf Hochtouren.

16 Seilbahnmitarbeiter bisher infiziert

Von 9. November bis 16. Jänner haben sich allerdings der Reihe nach rund 16 Mitarbeiter der Bergbahnen Hochfügen angesteckt. Nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander. Derzeit befindet sich noch einer in Quarantäne. 13 wurden durch Antigen-Tests herausgefiltert, drei durch PCR-Tests, weil sie Symptome aufwiesen. Seit gestern stehen die Bergbahnen still. Das wird noch bis Dienstag der Fall sein.

„Wir testen unsere Mitarbeiter regelmäßig. Nach Bekanntwerden haben wir sofort eine neue Testung für alle Mitarbeiter veranlasst, um Klarheit zu haben“, sagt Geschäftsführer Helmuth Grünbacher. Aufgrund der ständigen Testungen sah man auch keine Veranlassung, den Seilbahnbetrieb einzustellen. Alle am Samstag getesteten Seilbahnmitarbeiter waren negativ. Vieles konzentriert sich indessen auf das Krankenhaus Schwaz als mögliche Ansteckungsquelle. Von dort aus könnte sich nämlich das Infektionsgeschehen mit der südafrikanischen Virus-Mutation nach Fügenberg (Hochfügener Bergbahnen) weiterverbreitet haben. Der Fall in Innsbruck weist einen Zusammenhang mit Fügenberg auf, jener in Innsbruck-Land mit dem Schwazer Krankenhaus.

Neben Fügenberg, Innsbruck und Völs wurden positive PCR-Proben mit dem Hinweis auf die südafrikanische Mutation aus den Zillertaler Gemeinden Fügen, Uderns, Hippach und Mayrhofen gemeldet. Der überwiegende Teil davon steht im Zusammenhang mit dem Cluster in Fügenberg. Offenbar ist die südafrikanische Mutation schon weiter verbreitet als bisher angenommen. Insgesamt weist der Bezirk Schwaz nach Innsbruck-Land mit 202 Fällen die meisten Infizierten in Tirol auf.

Die nun wiederholt aufgetretene südafrikanische Virusmutation muss laut ExpertInnen der AGES noch im Detail erforscht werden. Das erste Mal wurde sie in Österreich Ende Dezember bei einer Person am Flughafen Wien

Schwechat nachgewiesen. Durch die Sequenzierungen der AGES wurde nun einmal mehr nachgewiesen, dass neben der britischen Mutation auch weitere Coronavirus-Mutationen in Europa und auch in Österreich vorkommen. (pn)


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