Infantino steht laut LaLiga-Chef Tebas hinter Super-League-Plänen

Der FIFA-Boss habe an den Plänen für die europäische Super League mitgearbeitet und die Vereine ermutigt, sie zu gründen. Zuletzt hatte sich der Weltverband allerdings klar gegen das Konstrukt positioniert.

FIFA-Präsident Gianni Infantino kommt in Erklärungsnot.
© KARIM JAAFAR

Madrid – Nach Ansicht des spanischen Liga-Chefs Javier Tebas ist FIFA-Präsident Gianni Infantino direkt in Pläne zur möglichen Gründung einer neuen europäischen Super League involviert. "Er hat daran mitgearbeitet und sie sogar ermutigt, sie zu gründen", sagte Tebas der englischen Zeitung The Sun (Sonntag). Infantino habe an mehreren Treffen dazu teilgenommen und die Vertreter von Europas Fußball-Topclubs auch selbst empfangen, sagte der Spanier.

Die Aussagen stehen im Gegensatz zur Ankündigung des Weltverbands FIFA und mehrerer Kontinentalverbände aus der vergangenen Woche, wonach Clubs und Profis bei einer Teilnahme an dem neuen Bewerb harte Konsequenzen drohen sollen. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten die Verbände "mit Nachdruck" erklärt, dass ein solches Konstrukt weder von der FIFA noch von einer der Konföderationen anerkannt würde. Dieses Schreiben war auch mit dem Namen von Infantino unterzeichnet.

Infantino sollte dringend seine persönliche Position klarstellen und erklären, warum er an einigen Treffen teilgenommen und das Projekt ermutigt hat.
Javier Tebas, spanischer Liga-Chef

"Er sollte dringend seine persönliche Position klarstellen und erklären, warum er an einigen Treffen teilgenommen und das Projekt ermutigt hat", forderte Tebas nun vom Schweizer Infantino. "In unseren Dokumenten zur Super League wird der Codename W01 erwähnt, der sich klar auf Herrn Infantino bezieht", sagte der 58-Jährige.

Ökosystem und Balance des Fußballs gefährdet

Tebas erklärte, die Pläne für den neuen Bewerb sollten bereits im Februar öffentlich gemacht werden. Im Jahr 2022 solle die Liga dann starten. Der Spanier hatte bereits mehrmals seine Ablehnung dem Projekt gegenüber deutlich gemacht. "Selbst wenn die Clubs auf kurze oder mittelfristige Sicht mehr Geld bekommen, ist es langfristig nicht gut für den Fußball", warnte der Jurist. "Es würde das Ökosystem und die Balance des europäischen Fußballs zerstören." (APA, dpa)


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