Mehr Menschen wollen wegen Corona lieber eigenes Auto: E-Antrieb boomt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich auch auf den Automarkt nieder. Für diesen positiv ist, dass immer mehr Menschen Pläne haben, sich ein eigenes Auto zu kaufen. E-Autos sind dabei immer höher im Kurs.

(Symbolfoto)
© Thomas Böhm

Paris – In der Coronapandemie sind deutlich mehr Menschen als vorher am liebsten mit dem eigenen Auto unterwegs. Vor allem E-Autos werden immer stärker nachgefragt. Das haben zwei Studien ergeben, die an diesem Wochenende veröffentlicht wurden.

"87 Prozent der Verbraucher weltweit bevorzugen die Nutzung eines privaten Fahrzeugs, um sicher unterwegs zu sein", teilte die Unternehmensberatung Capgemini nach der Befragung von 11.000 Verbrauchern mit. Zu Beginn der Pandemie seien es nur 57 Prozent gewesen.

Pandemie macht eigenes Fahrzeug attraktiver

Weltweit 78 Prozent der Befragten ziehen demnach "ihr eigenes Fahrzeug den öffentlichen Verkehrsmitteln vor". Fahrgemeinschaften wegen Gesundheitsbedenken vermeiden wollen 81 Prozent der Befragten. 72 Prozent sagten, "dass sie es mehr als vor der Pandemie schätzen, jederzeit auf ein eigenes Fahrzeug zurückgreifen zu können".

Der Anteil der Befragten, die in den nächsten zwölf Monaten ein eigenes Auto kaufen möchten, stieg seit April weltweit von 35 auf 46 Prozent. Günstige Autokredite, staatliche Zuschüsse für Elektroautos und eine Konjunkturerholung nach der Pandemie dürften die Nachfrage antreiben, so die Unternehmensberater.

China noch größter Markt für E-Autos

Eine Studie der Unternehmensberatung PwC ergab, dass in Europa zunehmend E-Autos nachgefragt werden. China ist zwar weiterhin der mit Abstand größte Markt für vollelektrische Fahrzeuge – aber ihr Verkauf in Europa hat sich demnach im vergangenen Jahr verdoppelt, der Verkauf von Plug-in-Hybriden sogar verdreifacht. Neue Modelle dürften "auch 2021 für ein großes Absatzwachstum sorgen", sagte Studienleiter Christoph Stürmer – zumal nun öffentliche und private Ladesäulen gefördert würden.

In den fünf größten europäischen Automärkten – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien – wurden laut PwC im vergangenen Jahr 466.000 Batterieautos und 393.000 Plug-in-Hybride verkauft - mehr als die Hälfte davon im letzten Quartal. Der Marktanteil der Batterieautos stieg damit auf 5,5 Prozent, der Anteil der Plug-in-Hybride auf 4,7 Prozent.

In China wurden mehr als eine Million vollelektrische Autos, aber nur knapp 250.000 Plug-in-Hybride verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Marktanteil von zusammen gut 6 Prozent. (APA, dpa)


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