Platter kündigt Schnelltests und verstärktes Contact-Tracing in Schwaz an

Wegen der 16 Mutationsfälle im Bezirk Schwaz will der Landeshauptmann dort flächendeckende Schnelltests und ein aufgestocktes Contact Tracing. Mit den Lockdown-Lockerungen zeigte sich Platter sehr einverstanden, auch in Tirol werde es zu Verschärfungen an der Grenze kommen.

Die Tests dienen dem Selbstschutz, man ziele aber auch auf eine „Sensibilisierung der Bevölkerung" ab, erklärte Platter bei einer PK am Dienstag.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – Nachdem vergangene Woche kostenlose, flächendeckende PCR-Tests im Bezirk Schwaz durchgeführt worden waren, hat Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag dort auch flächendeckende Schnelltests und eine Aufstockung der Kapazitäten beim Contact Tracing angekündigt. Hintergrund sind einmal mehr die insgesamt 16 bekannt gewordenen Fälle der südafrikanischen Coronavirus-Mutation im Bezirk Schwaz.

Ein weiterer Fall wurde aus dem Bezirk Innsbruck-Stadt sowie aus dem Bezirk Innsbruck Land gemeldet. Die Tests dienen dem Selbstschutz, man ziele aber auch auf eine „Sensibilisierung der Bevölkerung" ab, erklärte Platter im Rahmen einer Pressekonferenz im Innsbrucker Landhaus.

Proben auf Mutationen in Auswertung

Bei den bis Mittwoch angebotenen kostenlosen, flächendeckenden PCR-Tests im Bezirk Schwaz hatten sich rund 4800 Personen angemeldet. 4249 Tests wurden bis Mittwochnachmittag durchgeführt. Für 52 Personen lag bis dahin ein positives Ergebnis vor. Diese werden nun routinemäßig weiteren Analysen hinsichtlich des möglichen Vorliegens einer Mutation unterzogen.

Zudem werden derzeit weitere Proben aus Tirol auf die britische und südafrikanische Mutation geprüft. Was die Labore betrifft, so sei Tirol „bestens aufgestellt", betonte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes vor den Pressevertretern. Tirol sei „österreichischer Vorreiter", was die Vorselektion der Proben angehe. Die Vollsequenzierung werde auch weiterhin an der Akademie der Wissenschaften in Wien durchgeführt.

An und für sich sind wir gut unterwegs, aber noch nicht da, wo wir hinwollen.
Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP)

Platter „sehr einverstanden" mit Öffnungsschritten

„An und für sich sind wir gut unterwegs, aber noch nicht da, wo wir hinwollen", resümierte Platter die aktuelle Situation und sprach von einer „Seitwärtsbewegung". Die Sieben-Tages-Inzidenz liege in Tirol derzeit bei 103,5 und somit unter dem Österreich-Schnitt von 105,2.

Mit den vorsichtigen Öffnungsschritten, die die Bundesregierung am Montag im Einvernehmen mit den Landeschefs und den Sozialpartnern beschlossen hatte, wie Platter betonte, zeigte er sich „sehr einverstanden". Er habe schließlich „genau in diese Richtung argumentiert": „Die Stimmung war im Kippen". In zwei Wochen müsse die Gesamtsituation abermals beurteilt werden. Auch er würde sich wünschen, Tourismus, Gastronomie und Beherbergungsbetriebe zu öffnen, doch sei es nicht sinnvoll "jetzt aufzusperren, um dann in zwei Wochen abermals zusperren zu müssen".

„Bestehe darauf, dass man weiterhin Skifahren kann"

Zusätzlich zu den Lockerungen würde es ab kommende Woche zu Verschärfungen an der Grenze kommen, berichtete der Landeshauptmann. Er habe das Anliegen geäußert, „dass alle Grenzen genauestens überwacht werden".

Strenge Kontrollen soll es weiterhin auch in den Skiregionen geben. „Null Toleranz", forderte Platter in diesem Zusammenhang, verwies aber ebenso darauf, dass man „Einzelfälle nicht auf die Tiroler Bevölkerung" umlegen dürfe. Das „Angebot des Skifahrens" werde aus seiner Sicht – vor allem im Hinblick auf die anstehenden Semesterferien – „weiter benötigt: Ich bestehe darauf, dass man weiterhin Skifahren kann", so Platter unmissverständlich. (TT.com, APA)


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