Feuerwehren kritisieren ihr Fehlen im Impfplan

Der Verband kritisiert, dass die Feuerwehren „still und heimlich aus dem Impfplan gestrichen werden“. Zur Unterstützung der Massentests sei man „gut genug“ gewesen.

„Zur Unterstützung der Massentests waren wir gut genug“, kritisiert der Verband (Symbolbild).
© HERBERT WIMMER

Wien – Der Bundesfeuerwehrverband hat am Freitag #das Fehlen seiner Organisation in der aktuellen Version des nationalen Covid-19-Impfplans kritisiert. In dem Dokument vom 1. Februar werde kein Bezug mehr zur Feuerwehr hergestellt. Auch die Gruppe der kritischen Infrastruktur sei in der Form entfallen, erläuterte der Verband in einer Aussendung. Dabei hätten zuvor Experten und Politiker betont, dass die Feuerwehr zur kritischen Infrastruktur zählt und in Phase 2 berücksichtigt wird.

„Zur Unterstützung der Massentests rückten rund 30.000 Feuerwehrmitglieder österreichweit aus, um logistisch zu unterstützen und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen, dafür waren wir gut genug. Nun werden wir still und heimlich aus dem Impfplan gestrichen und nicht einmal mehr in der Phase 3 erwähnt. Diese Entscheidung kann ich weder verstehen noch akzeptieren“, übte Feuerwehrpräsident Albert Kern Kritik.

Ministerium: Personengruppen mit besonders hohem Risiko zuerst

Das Gesundheitsministerium wies am Abend in seiner der APA übermittelten Replik darauf hin, dass sich die Aktualisierung des Impfplanes „an den verfügbaren Liefermengen und Marktzulassungen“ orientiere. „Es zeigt sich, dass vor allem das erste Quartal noch von Impfstoff-Knappheit geprägt ist“, hieß es in der Stellungnahme. Aus diesem Grund sei die Phase 2 neu definiert worden, „um sicher zu gehen, dass wir jene Personengruppen vorrangig impfen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf bzw. ein sehr hohes Expositionsrisiko aufweisen“. Dabei wurden explizit Lehrer erwähnt.

Die freiwilligen Feuerwehren (FF) seien „ein wichtiger Bestandteil unserer Blaulichtorganisationen“ mit laut Gesundheitsministerium 4.487 FF mehr als 250.000 zu 99 Prozent freiwilligen Mitgliedern. „Aufgrund der Impfstoffknappheit im ersten Quartal können wir diese hohe Zahl an zu impfenden Personen gegenüber jenen, die ein medizinisches Risiko für einen schweren Verlauf haben, nicht rechtfertigen (z.B. Menschen mit Vorerkrankungen oder über 65 Jahren)“, erklärte das Gesundheitsministerium. „Das ändert natürlich nichts daran, dass sich auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bereits wenige Wochen später mit Beginn der Phase 3 rasch impfen lassen können, sobald ausreichend Impfstoff verfügbar ist.“

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Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) betonte am Freitagabend, dass die Mitglieder der Feuerwehr im Bundesland „in der gleichen Phase wie die anderen Blaulichtorganisationen geimpft werden und den wichtigen Schutz erhalten“ sollen. Das Land stehe zu den Helfern. „Wir können uns auf sie verlassen und sie sich auch auf uns“, sagte Pernkopf.

Kritik der Opposition

Oppositionspolitiker von SPÖ und FPÖ reagierten in Aussendungen mit Unverständnis. Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch ging es nicht an, dass „die Regierung klammheimlich Mitglieder der kritischen Infrastruktur aus dem Impfplan streicht. Diese Vorgangsweise ist völlig inakzeptabel und ein klares Zeichen der türkis-grünen Geringschätzung gegenüber der großartigen Arbeit der Feuerwehren“. Deutsch fordert die Regierung auf, ihr „zermürbendes Dauerchaos“ endlich in den Griff zu bekommen und genügend Impfstoffe zu beschaffen: „Es ist Aufgabe der Regierung, jene zu schützen, die uns jeden Tag schützen. Die Feuerwehr darf nicht im Stich gelassen werden!“, so Deutsch an die Adresse der Kurz-Kogler-Regierung.

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer: „Es waren auch die Mitglieder der Feuerwehren, die in den letzten Monaten dazu beigetragen haben, dass die überhastet und nicht koordinierten Pläne für Massentests in Österreich erfolgreich umgesetzt werden konnten. Auch heute werden viele Impfstraßen mit dem freiwilligen Einsatz der Florianijünger betrieben - gerade im ländlichen Raum. Damit sind diese Damen und Herren eine hohen Infektionsgefahr ausgesetzt und müssen bei der Impfung prioritär berücksichtigt werden.“ (APA)


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