Kriechmayr gewann Super-G in Garmisch vor Mayer, Franz Sechster

ÖSV-Doppelsieg in Garmisch: Kriechmayr holte sich im letzten Rennen vor der Ski-WM seinen zweiten Super-G-Sieg in Serie. ÖSV-Kollege Mayer wurde Zweiter.

Für Vincent Kriechmayr war es nach Kitzbühel der zweite Sieg in Folge im Super-G.
© CHRISTOF STACHE

Garmisch-Partenkirchen – Vincent Kriechmayr reist als Topfavorit im Super-G zur alpinen Ski-WM in Cortina d'Ampezzo. Der Oberösterreicher gewann am Samstag in Garmisch-Partenkirchen und baute seinen Vorsprung in der Disziplinwertung weiter aus. Zweiter wurde Olympiasieger Matthias Mayer (+0,17 Sek.), Dritter der Schweizer Marco Odermatt (+0,49). Max Franz landete auf Platz sechs (+0,70) und könnte sich nach dem Abfahrts- auch das Super-G-WM-Ticket geschnappt haben.

Für den 29-jährigen Kriechmayr war es der zweite Sieg in Folge in dieser Disziplin nach jenem in Kitzbühel sowie sein insgesamt achter Weltcuperfolg, der sechste im Super-G. Mayer kam im sechsten Speed-Rennen in Folge auf das Stockerl. Er macht damit immer weiter auch im Gesamtweltcup Boden gut, ist hinter Alexis Pinturault (FRA/924), der das Rennen in Garmisch zugunsten der WM-Vorbereitung ausließ, Odermatt (699) und seinem Kärntner Landsmann Marco Schwarz (666) bereits auf Platz vier (604).

Kriechmayr: "Angriff ist die beste Verteidigung."

Kriechmayr wusste schon nach dem Abschwingen, dass das eine Topplatzierung wird. "Vor mir waren Hochkaräter am Start. Ich wusste, wenn ich mit Nummer fünf in Führung bin, ist es auf alle Fälle eine gute Leistung gewesen. Ich fühle mich im Super-G sehr gut", sagte er im ORF-TV. Bei der WM werde er aber nicht der einzige Favorit sein. "Heute war das auch nicht so ein klares Rennen, Mothl war dicht hinter mir. Wir fühlen uns beide sehr gut zur Zeit."

Zur möglichen kleinen Kristallkugel meinte Kriechmayr: "In den letzten Jahren habe ich sie mir immer zum Ziel gesetzt und bin knapp gescheitert. Ich möchte Rennen gewinnen, Angriff ist die beste Verteidigung." Er geht mit 101 Punkten Vorsprung auf Mayer in das Saisonfinale in Kvitfjell und Lenzerheide.

Einen Lauf hat derzeit in beiden Speed-Disziplinen Mayer: "Ich habe ein gutes Gefühl am Ski, kann attackieren und trotzdem mit Lockerheit fahren. Ich habe es heute ganz klar in der Zielkurve verloren. Vinc ist super gefahren, Gratulation." Franz war sehr zufrieden, dass er zwei gute Ergebnisse runtergebracht hatte, in der Abfahrt war er ja Vierter geworden, es war knapp vor dem Saisonhighlight sein jeweils bestes Saisonergebnis. "Vielleicht hat es auch den Druck gebraucht, ich weiß es nicht. Endlich habe ich zwei Fahrten ohne großen Bock runtergebracht. Das tut gut."

Der WM-Super-G steht bereits am Dienstag auf dem Programm. Das ÖSV-Quartett werden Kriechmayr, Mayer sowie wohl zwei aus dem Trio Franz, Christian Walder und Stefan Babinsky bilden. Letztere zwei verpassten am Samstag die Top 15 deutlich. Fix nicht in Cortina mit dabei sein wird Hannes Reichelt, der nach 45 Läufern unmittelbar hinter Daniel Danklmaier 17. war. "Das war es definitiv mit der WM. Ich habe auch immer gesagt, ich will nur zur WM fahren, wenn ich konkurrenzfähig bin. Ich werde nach der Saison entscheiden, wie es weitergeht", sagte der 40-jährige Reichelt.

Der Super-G auf der Kandahar war Neuland für die meisten Alpin-Herren, denn normalerweise finden in Garmisch Abfahrt und Riesentorlauf statt. Coronabedingt werden die Speed- und Technik-Trosse in diesem Winter aber weitgehend getrennt.

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