Kriechmayr im WM-Super-G der große Gejagte: „Sicher bin ich Favorit"

MIt zwei Super-G-Siegen im Gepäck reiste Vincent Kriechmayr zur WM nach Cortina. Das Rennen am Dienstag wird ein spezielles: Wegen Lawinengefahr wurden die für Montagnachmittag geplante Streckenbesichtigung sowie die Kurssetzung für das Rennen am Dienstag gestrichen.

Vincent Kriechmayr will auch bei der WM Grund zum Jubeln haben.
© CHRISTOF STACHE

Cortina d'Ampezzo – Der Österreichische Skiverband (ÖSV) schickt Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Christian Walder und Max Franz in die erste Herren-Entscheidung bei der Ski-WM in Cortina. Das Quartett bestreitet am Dienstag (13.00 Uhr/live TT.com-Ticker) den Super-G. "Sicher bin ich der große Favorit, aber es sind schon viele andere große Namen auch am Start", sagte Kriechmayr. Speziell ist, dass die Herren abgesehen von der Besichtigung am Renntag keinen Kontakt mit der Strecke hatten.

Kriechmayr gewann zuletzt in Kitzbühel sowie in Garmisch-Partenkirchen und führt den Super-G-Weltcup an. Zwei Sieger aus der Saison sind wegen Verletzungen nicht in Cortina: Aleksander Aamodt Kilde (Kreuzbandriss) aus Norwegen hatte den Super-G in Gröden gewonnen, der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle (Halswirbelverletzung nach Kitz-Sturz) in Bormio. Der Schweizer Mauro Cavieziel, der in Val d'Isere triumphiert hatte, hat seine Knieverletzung rechtzeitig vor der WM überwunden. Der Deutsche Thomas Dreßen, der nach einer Hüft-Operation erst vergangene Woche in den Weltcup zurückgekehrt war, lässt den Super-G wie erwartet aus und konzentriert sich auf die Abfahrt.

"Bei einer WM ist jeder am letzten Zacken unterwegs"

"Sicher bin ich jetzt Favorit, wenn ich die letzten zwei Rennen gewonnen habe. Aber wie ich schon gesagt habe, ein Großereignis ist immer etwas Spezielles und für Überraschungen gut", meinte der Oberösterreicher Kriechmayr. "Im Weltcup lässt man sich doch hin und wieder Reserven, weil man nicht ausscheiden will, weil es um Punkte geht und Weltcupstände. Bei einer WM ist jeder am letzten Zacken unterwegs, das macht den Favoritenkreis ein bisschen größer." Man könne sich ein "Gemetzel" erwarten, prognostizierte der Silber-Gewinner von Aare 2019.

Bei Kriechmayrs Siegen stand Mannschaftskollege Mayer jeweils mit ihm auf dem Podest. Der Kärntner war in Kitzbühel Dritter und belegte in Garmisch den zweiten Platz. "Es freut mich natürlich schon sehr, dass es heuer so gut läuft, ganz klar. Aber ich denke nicht viel herum. Ich probiere das umzusetzen, was ich mir vornehme. Das hat mir bis jetzt einmal sehr gute Ergebnisse gebracht, so möchte ich jetzt einmal weitermachen", erklärte Mayer.

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Christian Walder, Max Franz, Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr halten im WM-Super-G die rot-weiß-roten Farben hoch.
© EXPA/JOHANN GRODER

Wegen Lawinengefahr wurden die für Montagnachmittag geplante Streckenbesichtigung sowie die Kurssetzung für das Rennen am Dienstag gestrichen. Auch Hangbefahren gab es keines, es werde daher viel von der Besichtigung vor dem Start und den Instinkten abhängen. "So was habe ich in meiner Weltcup-Karriere überhaupt noch nie gesehen auf die Art und Weise. Und davor wird es das auch nicht so gegeben haben, was ich mitgekriegt habe. Es wird sicher ganz ein spezieller Weltmeister werden", betonte der 30-jährige Olympiasieger.

Zum Favoritenkreis zählt auch der Schweizer Marco Odermatt, der es wie Mayer und Kriechmayr in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen auf das Podium schaffte. Mayer und Odermatt seien "auch in einer Superform", meinte Kriechmayr. Auch Dominik Paris und Christof Innerhofer, die vor zwei Jahren italienische Meisterschaften auf der Vertigine-Piste fuhren, wollte er nicht ausschließen. "Das glaube ich schon, dass sie einen kleinen Vorteil haben, sie kennen die Strecke." Sich Last-Minute-Tipps von den Südtirolern zu holen, sei aber keine Option, scherzte Mayer: "Der Paris will nichts sagen, der Innerhofer redet zu viel." (APA)

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