Selbst bei weiterer Amtszeit: Trump darf nie wieder twittern

Selbst, wenn der Ex-US-Präsident Trump nochmal kandidiert und erneut gewählt wird, bleibt der Weg zu seinen 80 Millionen Followern auf Twitter versperrt. Das bestätigte nun der Finanzchef der Plattform im US-Fernsehen. „Wer entfernt wurde, der bleibt entfernt", hieß es.

Wer einmal gesperrt wurde, für den gibt es kein Zurück mehr. Das machte Twitter nun deutlich.
© OLIVIER DOULIERY

Washington – Twitter sieht für den von der Plattform verbannten Ex-Präsidenten Donald Trump keinen Weg zurück. Selbst in dem Fall nicht, wenn Trump erneut kandidieren und wiedergewählt würde. „Unsere Regeln sollen dafür sorgen, dass niemand zur Gewalt anstiftet. Wenn jemand das tut, entfernen wir ihn von der Plattform – und unsere Regeln erlauben es Leuten nicht, zurückzukommen", sagte Finanzchef Ned Segal bei einem Interview im TV-Sender CNBC.

Die einstige Lieblingsplattform von Trump hatte ihn Anfang Jänner rund zwei Wochen vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols durch seine Anhänger – und dass der Präsident Sympathie für sie bekundete und weiterhin ohne Beleg behauptete, der Sieg bei der Präsidentenwahl sei ihm durch massiven Betrug gestohlen worden.

Auch Facebook blockierte Trump daraufhin; das Online-Netzwerk lässt den Schritt jetzt aber von einem unabhängigen Gremium prüfen, das Entscheidung des Unternehmens kippen kann. Twitter hat kein solches Gremium. „So wie unsere Regeln funktionieren: Wenn man von der Plattform entfernt wurde, wurde man von der Plattform entfernt – egal, ob man ein Kommentator, ein Finanzchef oder ein früherer oder amtierender Staatsdiener ist", sagte Segal.

Trotz Trump-Sperrung bleibt Twitter auf Kurs

Der Twitter-Account mit mehr als 80 Millionen Abonnenten war für Trump über Jahre der wichtigste Kommunikationskanal. Nach kontroversen Tweets des Präsidenten wurde vom Kurznachrichtendienst immer wieder gefordert, ihn zumindest zeitweise zu sperren. Twitter schreckte bis zur Attacke auf das Kapitol davor zurück und beschränkte sich auf Warnhinweise unter anderem bei falschen Behauptungen über den Ausgang der US-Präsidentenwahl und das Coronavirus.

Die Sperrung von Donald Trump wird zwar weiterhin viel diskutiert hinsichtlich des Einflusses einer einzelnen Plattform. Aber finanzielle Folgen oder einen Absturz in der Beliebtheit gibt es nicht. So ist die Zahl der Twitter-Nutzer während der US-Präsidentschaftswahl deutlich gestiegen – und auch nach der Sperrung von Trump sieht sich der Online-Dienst weiter auf Kurs. Die für Werbekunden wichtige Zahl der täglich aktiven Nutzer wuchs im vergangenen Quartal auf 192 Millionen an, wie Twitter mitteilte. Dies entspreche einer Steigerung von 26 Prozent binnen eines Jahres. (dpa/AFP)


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